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Lesung zum Shabat

21. Jan. 2023

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Nach Lukas, Kap. 11, 1-13
Eigene Textfassung

Und es geschah, als Jesus an einem be­stim­mten Platz war, be­tend, als er auf­hör­te, sprach einer der Sei­nen Schü­ler zu ihm: Herr, lehre uns zu beten, so wie auch Jo­han­nes lehr­te, die sei­nen Schüler.

Er sagte nun zu ihnen:

Wenn ihr betet, sprecht »Vater, ge­hei­ligt sei der Name, Dei­ner, es komme das Kö­nig­tum, Dei­nes, das Brot, un­se­res, das be­nö­tig­te, gib uns für den Tag, und ver­gib uns auch die Sün­den, un­se­re, weil wir jedem ver­ge­ben, der uns schul­det1 , und brin­ge uns nicht in Prüfung.«

Und er sagte zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird um Mit­ter­nacht zu ihm gehen und zu ihm sagen: »Freund, leihe mir drei Brote, denn ein Freund ist zu mir ge­kom­men, von einer Reise, und ich nichts habe, das ich ihm vor­set­zen kann.«

Und er, von drin­nen, sagte »Mach' mir keine Mühe, nun ist die Tür ge­schlos­sen und die mei­nen Kin­der sind bei mir, in dem Bett, kei­nes­falls kann ich auf­ste­hen, dir zu geben.«

Ich sage euch, wenn auch er nicht ihm geben und auf­ste­hen wird, weil der sein Freund ist – doch wegen dessen Dreis­tig­keit wird er, auf­ge­stan­den, ihm geben, so viel er nötig hat.

Und ich sage euch: Fragt, und euch wird ge­ge­ben wer­den, sucht, und ihr wer­det fin­den, klopft, und es wird euch ge­öff­net werden.

10 Jeder nämlich, der bit­tet, emp­fängt, und der Su­chen­de fin­det und dem An­klop­fen­den wird ge­öf­fnet werden.

11 Welchen Vater je­doch unter euch wird der Sohn um einen Fisch an­ge­hen, und an­statt des Fi­sches wird er eine Schla­nge ihm geben? 12 Noch wenn er um ein Ei bit­tet, wird er ihm geben einen Skorpion!

13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, wisst, gute Dinge zu geben, den Kin­dern, euren – wie­viel mehr wird der Vater des Him­mels geben: Geist, Hei­li­gen2, den Bit­ten­den Ihn.

*    *    *

Dies Kapitel wird, so Gott will, zum Sha­bat am 28. Ja­nu­ar 2023 n. Chr. zu Sei­ner Ehre fort­ge­setzt werden:

„Wenn der Herr will und wir leben, wol­len wir dies oder das tun.“

Ja­ko­bus 4, 15b




1) Vergebung
Vielfach herrscht die Auf­fas­sung, bei Gott gäbe es alles ge­schenkt, doch unser Vater im Him­mel, Vater un­se­res Er­ret­ters, hat für die von uns sel­ber für uns er­sehn­te Ver­ge­bung etwas zur Be­din­gung ge­macht:

14 Denn wenn ihr den Men­schen ihre Ver­ge­hun­gen ver­ge­bet, so wird euer himm­li­scher Vater auch euch ver­geben; 15 wenn ihr aber den Men­schen ihre Ver­ge­hun­gen nicht ver­ge­bet, so wird euer Vater auch eure Ver­ge­hun­gen nicht ver­geben.

Nach Matthäus 6, 14.15
Aus: Schlachter '51

Anm.: Diese Passa­ge steht im An­schluß an das 'Va­ter­un­ser' im Be­richt des Mat­thä­us, als ein Hin­weis Jesu. Hier, bei Lukas, ist dies Thema sogar ins Gebet in­te­griert.
• In der welt­li­chen Li­te­ra­tur gibt es den Titel 'Vergib - wenn du kannst.' Doch am Kreuz von Gol­ga­tha war es ja auch nicht leicht ge­we­sen.
Gott, der Jesus im Gar­ten Geth­se­ma­ne durch einen Engel ge­stärkt hatte, stärkt auch den, der zu ver­ge­ben sucht. Ein Pro­zess, der sich über Jahr­zehn­te er­stre­cken kann und mit dem Be­grei­fen der ei­ge­nen Sünd­haf­tig­keit zu­sam­men­hängt.

2) Geist, Hei­li­ger
Das Geben Hei­li­gen Geis­tes ist ein Geben Got­tes, des Va­ters, wie die Schrift hier aus­sagt. Lukas stellt die­sen Geist Got­tes de­fi­ni­tiv nicht als eine un­ab­hän­gi­ge Per­sön­lich­keit dar, die ei­ge­ne Ent­schei­dun­gen be­züg­lich ihres Kom­mens zu uns oder Fern­blei­bens von uns trifft.
• Er stellt ihn dar als wegen der Liebe von Gott Vater zu uns, Sei­nen Kin­dern, zu uns kommend.
• Das be­lieb­te Auf­wer­ten des Weib­li­chen mit­tels dem He­r­ab­wür­di­gen von allem, was männ­lich ist, ins­be­son­de­re jed­we­den Pa­tri­ar­chats*, be­schä­digt suk­zes­si­ve das Ver­trau­en zu Gott-dem-Vater, den die, die Er Sei­nem Sohn Jesus Chris­tus zu­ge­führt hat, Vater nen­nen sol­len in aller Hoff­nung auf Seine Liebe.

*) 'Patri­ar­chat' sowie 'Ma­tri­ar­chat' sind zu­nächst ein­mal le­dig­lich Be­zeich­nun­gen für Herr­schafts­for­men. Wer al­ler­dings die Macht hat, miß­braucht sie er­fah­rungs­ge­mäß ge­le­gent­lich, oder trifft zu­min­dest manch­mal Fehl­ent­schei­dun­gen.
• Das Kreuz Jesu Christi zahlt al­ler­dings für die un­ab­sicht­lich be­gan­ge­nen Sün­den der ir­di­schen Väter (vergl. »An He­brä­er 10, 26ff«). Dort geht es – im Ge­gen­satz – um Strafe für vor­sätz­lich be­gan­ge­ne Sünden.
Gott Vater je­doch ist ohne den Hauch ir­gend­ei­ner Ver­kehrt­heit und schenkt Hei­li­gen Geist den Bit­ten­den. Seine Va­ter­schaft ist geist­lich, ohne die mög­li­chen Feh­ler des Flei­sches, und er selbst ist Geist, wie die Schrift be­zeugt (»Nach Johannes 4, 24«).

Text­er­stel­lung / Schrift­ver­ständ­nis

Die bibli­schen Texte waren über län­ge­re Zeit meist von mir selbst ab­ge­fasst wor­den, bis ich 2022 stark ein­ge­schränkt wurde, und fast aus­schliess­lich auf äl­te­re, m. E. eben­falls ur­he­ber­recht­li­ch un­be­denk­li­che Über­set­zun­gen zu­rück­griff. Bei­des nicht aus Ei­gen­bröt­le­rei, son­dern, um nicht in Ab­hän­gig­keit von Ver­la­gen zu geraten.

Für wesent­lich halte ich nicht, eine gaaaaanz spe­zi­el­le Super-Lieb­lings­bi­bel zu nut­zen, son­dern, zu glau­ben, und sich dem Sohn Got­tes nach der Lehre Sei­ner Apos­tel auch zu un­ter­stel­len, und dabei nicht zu­letzt sein ei­ge­nes Ge­wis­sen zu ge­brauchen.

Die äl­te­ren Über­set­zun­gen klin­gen in der heu­ti­gen Zeit zwar stel­len­wei­se etwas an­ge­staubt und sind auch nicht ganz auf dem Stand der in­zwi­schen ver­füg­ba­ren Grund­tex­te, doch ei­ge­ne Ab­fas­sun­gen waren mir auf Grund der Ein­schrän­kun­gen lei­der nicht mög­lich ge­wesen.

Perfekt vor un­se­rem Gott und Ei­gen­tü­mer sind wir alle le­dig­lich – und zum Glück – aus Glau­ben.

Den Nutze­rin­nen und Nut­zern die­ser Site wün­sche ich aufs al­ler­herz­lich­s­te den be­stän­di­gen Bei­stand des Hei­li­gen Gei­s­tes zu dem Ver­ste­hen, wie Gott es meint.


Verwende­te Ma­te­ri­a­li­en:
Schlach­ter 1951, Her­mann Menge 1939, El­ber­fel­der 1905; mit Dank ent­nom­men dem Xi­phos / Sword -Pro­jekt (für Win­dows, Linux, Android)

Das Alte Tes­ta­ment: In­ter­li­ne­ar­überset­zung He­brä­isch-Deutsch, Rita Maria Steu­rer, Hänss­ler-Ver­lag 1989 - 2003
In­ter­lin­ear­über­set­zung Grie­chisch-Deutsch, Ernst Dietz­fel­bin­ger, Hänssler-Ver­lag 2003
Kon­kor­dan­tes Neu­es Tes­ta­ment, Pforz­heim 1995
Berean Inter­line­ar Bib­le (draft-Xiphos), Pitts­burgh 2016
Die Hei­li­ge Schrift (1954), Naf­tali Herz Tur-Sinai (1886 - 1973), vom Text­be­stand her wie Buber/Rosen­zweig und Luther im AT (also ohne Apo­kry­phen, bzw. Apo­kry­phen sind als sol­che kennt­lich ge­macht), 3. Aufl. Neu­hau­sen-Stutt­gart 1997. Ver­öf­fent­licht in Is­rael bei The Je­wish Pub­li­shing House LTD., Je­ru­sa­lem.
• Auf­ge­teilt in Thora (Moses), Nebi­im (Pro­phe­ten) und 'we Ke­tu­bim' ('und Schrif­ten'). Es ist die ei­gent­li­che Hei­li­ge Schrift der Juden (bzw. Is­ra­e­li­ten), die Jesus Chris­tus noch nicht als den Mes­sias an­er­ken­nen; fol­ge­rich­tig ohne die ntmtl. Schrif­ten. Die Tal­mu­de ent­hal­ten Aus­le­gun­gen dazu.
Mün­che­ner Neu­es Tes­ta­ment (graeci­sie­ren­de ÜS), 7. Aufl. Düs­sel­dorf 2004
El­ber­fel­der Bibel, NT, Text­kri­ti­sche Aus­ga­be, Text­stand 30, Wit­ten 2017
Grie­chisch-deut­sches Wör­ter­buch zum Neu­en Tes­ta­ment, Fried­rich Reh­kopf, Göt­ting­en 2000
Strong's Greek Bible Dic­ti­o­nary, 1890 (Sword mo­dule ver­sion 1.2)
ESV (Eng­lish Stan­dard Ver­sion), mit Nestle-Aland 28 (Greek-Eng­lish In­ter­li­ne­ar, Mounce's Par­sings), West­mins­ter Lenin­grad Codex (Basis der BHS (Bib­lia He­bra­i­ca Stutt­gar­ten­sia), He­brew-Eng­lish In­ter­li­ne­ar) und dem Olive Tree En­hanced Strong's Dic­tio­nary, Ver­le­ger: Cross­way; olivetree.com 2021 (für Win­dows, Apple, An­droid u. Reader)

• Aus zeitli­chen Grün­den wur­den mit Be­ginn der 'Psal­men' -Serie Texte der 'El­ber­fel­der 1905' bzw. 'Schlach­ter 1951' aus dem Xip­hos / Sword -Pro­jekt dann auch un­ver­än­dert, bis auf das Er­set­zen von 'Je­ho­va' bzw. 'HERR' mit 'JHWH', ver­wen­det.


Die ersten vier Berich­te des NT hei­ßen in den grie­chi­schen Tex­ten schlicht ›Nach Matthäus‹, ›Nach Mar­kus‹, ›Nach Lukas‹ und ›Nach Jo­han­nes‹.

Intensive Ab­hand­lun­gen über das Evan­ge­li­um Got­tes, und die er­lö­sen­de Nach­richt vom ›vor Gott ge­recht­fer­tigt sein‹ fin­den sich da­ge­gen in vie­len Schrif­ten des NT, z.B. dem Brief an die Gala­ter, der ur­sprüng­lich nur ›An Ga­la­ter‹ ge­hei­ßen hatte.

Um den Cha­rak­ter der bib­li­schen Do­ku­men­te nicht be­wusst zu ver­fäl­schen (und die In­ter­pre­ta­ti­on ih­rer Über­schrif­ten den Le­sern zu über­las­sen), wur­den auf die­ser Site meist deren Ori­gi­nal-Über­schrif­ten ver­wendet.

Werden – ent­ge­gen der grie­chi­schen sog. "Grund­tex­te" – die vier Berich­te über das Leben Jesu als "Evan­geli­en" be­zeich­net, kann man da­durch auf die Idee kom­men, da­rin genü­gend über "Das Evan­geli­um" in­for­miert zu wer­den.
Das ist je­doch so nicht rich­tig, denn in ihnen wird nicht aus­führ­lich vor den vie­len feh­ler­haf­ten Prak­ti­ken, die die ei­gent­li­chen Got­tes-Worte von Lehre und Leben Jesu Christi ver­wäs­sern kön­nen, ge­warnt.

Wenn näm­lich Men­schen, an­statt im Sinne Jesu den­ken und han­deln zu ler­nen, mit der Ein­hal­tung eines Kor­setts von Glau­bens-be­zo­gen­en Feier­ta­gen und / oder über­trie­ben genau fix­ier­ten Got­tes­dienst-Ab­läu­fen be­schäf­tigt wer­den, damit sie sich dann in blo­ßer Aus­fül­lung des­sel­ben als "gut" und "gläu­big" be­trach­ten kön­nen, lenkt sie das ja ge­ra­de­zu von den we­sent­li­chen In­hal­ten des Evan­geliums Got­tes ab, das in der Mög­lich­keit eines Le­bens mit Jesus Christus als Leh­rer, Meis­ter und Herr in allen Le­bens­la­gen be­steht; in­dem man über­haupt rich­tig auf das hö­ren kann, was er ge­sagt hat – indem man an ihn glaubt, und sei­ner Lehre folgt.
Und all seine Hoff­nung auf ihn setzt - als Wich­tig­stes diese eine, un­säg­lich große Hoff­nung auf das Leben nach dem Irdi­schen!

Mit ande­ren Wor­ten: Erst­ran­gig die Infor­matio­nen gründ­lich aus­zu­werten, die er selbst sei­nen An­hän­gern da­mals gege­ben hat, und sich da­rauf zu kon­zen­trie­ren – so sehr ein Mi­ni­mum an Or­ga­ni­sa­tion auch nötig sein mag.

Und nicht nach au­ßen hin schön zu tun, die Schrif­ten je­doch selbst­herr­lich zu zen­sie­ren, und die Herr­schaft über das ei­gene Selbst auch bi­bel-fer­nen Ide­o­lo­gi­en bzw. Kul­tur­mo­den zu über­ant­wor­ten (So­zia­lis­mus, Kon­su­mis­mus, Fe­mi­nis­mus, Eso­te­rik, Lei­stungs­sport, Tech­nik-, Erd­er­hal­tungs- bzw. Er­näh­rungs­wahn u.v.a.m.) – auch wenn man­che die­ser Dinge in ein­zel­nen Punk­ten ge­wis­se Über­schnei­dun­gen mit Wer­ten in der Bibel haben.
Hiel­ten nicht auch sie Werte hoch, wären sie nicht so at­trak­tiv (z.B. Schutz der Armen, der Kin­der, der Frau­en, der Natur).

Gott je­doch als ihren Herrn leh­nen sie ab – doch unter wes­sen Für­sor­ge und Herr­schaft ste­hen denn Arme, Kin­der, Frau­en und die Natur? Und gibt sein Wort nicht ge­nü­gend An­lei­tung zu allem?

Weder Fei­er­tags-Vor­schrif­ten noch ganz spe­zi­el­le Got­tes­dienst-Ab­läu­fe hat Chris­tus Jesus uns durch seine Apos­tel über­lie­fern las­sen, al­lein die Frei­heit für den Shabat: „Der Sha­bat ist um des Men­schen wil­len ge­macht, nicht der Mensch um des Sha­bats wil­len (›Nach Mar­kus‹ 2, 27).“

Übrigens ist in den Schrif­ten der Bibel auch keine Wil­lens­kund­ge­bung Got­tes nie­der­ge­legt, den Sha­bat auf den er­sten Tag der Woche zu ver­legen, und ihm sei­nen Na­men zu neh­men. Wer hat das an­ge­ord­net?

Die An­be­tung der Sonne („Sonn­tag“) über­las­se man wie­der den Hei­den, an­statt sich bei ihnen an­zu­leh­nen. Und wer möch­te an einem an­de­ren Tag fei­ern, als die Söhne und Töch­ter Abra­hams, Isa­aks und Ja­kobs?

„Denn er selbst ist unser Frie­den, der beide zu einem ge­macht hat, und die Bar­ri­e­re des Zau­nes nie­der­ge­ris­sen: die Feind­schaft.“ (Pau­lus ›An Ephe­ser‹ 2, 14)

„Ihr seid meine Freun­de, wenn ihr tut, was ich euch ge­biete.“
(Jesus Christus ›Nach Jo­han­nes‹ 15, 14)


• Anmer­kung zu dem Namen Got­tes, der (2. Mose 3, 15) dem Moses of­fen­bart wor­den war, damit er ihn den Söh­nen Is­ra­els nenne:

Auch auf ›jesusistderweg.de‹ wird die­ser Name JHWH ge­nannt, statt der üb­li­chen Er­satz-Be­zeich­nung HERR, da Gott ihn dem Moses zum Wei­ter­sa­gen ge­ge­ben hatte, nicht zum Ver­schwei­gen.

Die ›Furcht des Herrn‹ soll­te sich im got­tes­fürch­ti­gen Ver­hal­ten der Glau­ben­den und Hof­fen­den nie­der­schla­gen, nicht in einer Angst, den Namen Got­tes aus­zu­spre­chen, da man ihn ja viel­leicht aus Ver­se­hen zu etwas Un­rech­tem aus­spre­chen könn­te. Man sollte schlicht­weg nichts Un­rech­tes (fal­sches Zeug­nis, Be­trug) reden!

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