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Lesung zum Shabat

24. September 2022

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Nach Lukas, Kap.6, 1-11 
Elberf. 1905

Und es geschah am zweit-ers­ten Sab­bath, dass er durch die Saa­ten ging, und seine Jün­ger die Ähren ab­pflück­ten und aßen, indem sie sie mit den Hän­den zer­rie­ben. Ei­ni­ge der Pha­ri­sä­er aber spra­chen zu ihnen:
Warum tut ihr, was nicht er­laubt ist, am Sab­bath zu tun?

Und Jesus ant­wor­te­te und sprach zu ihnen:
Habt ihr auch die­ses nicht ge­le­sen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hun­gerte? Wie er in das Haus Got­tes ging und die Schau­bro­te1 nahm und aß, und auch denen gab, die bei ihm waren, welche nie­mand essen darf, als nur die Pries­ter allein?

Und er sprach zu ihnen:

Der Sohn des Men­schen ist Herr auch des Sab­baths.

Es geschah aber auch an einem an­de­ren Sab­bath, dass er in die Sy­na­go­ge ging und lehr­te; und es war da­selbst ein Mensch, des­sen rech­te Hand ver­dorrt war.

Die Schrift­ge­lehr­ten und die Pha­ri­sä­er aber lau­er­ten darauf, ob er am Sab­bath hei­len würde, auf dass sie eine Be­schul­di­gung wider ihn fän­den. Er aber wußte ihre Über­le­gun­gen und sprach zu dem Men­schen, der die ver­dorr­te Hand hatte:

Stehe auf und stelle dich in
die Mitte. 

Er aber stand auf und stell­te sich hin. Jesus sprach nun zu ihnen:

Ich will euch fra­gen, ob es er­laubt ist, am Sab­bath Gutes zu tun oder Böses zu tun, das Leben zu ret­ten oder zu ver­derben.2

10 Und nachdem er sie alle umher an­ge­blickt hatte, sprach er zu ihm:
Strecke deine Hand aus! Und er tat also; und seine Hand wurde wie­der­her­ge­stellt, wie die an­dere.

11 Sie aber wur­den mit Un­ver­stand er­füllt und be­spra­chen sich un­ter­ein­an­der, was sie Jesu tun sollten.


Dieser Bericht des Lukas wird, so Gott will, zu Sei­ner Ehre fort­ge­setzt werden:

„Wenn der Herr will und wir leben, wol­len wir dies oder das tun.“

Ja­ko­bus 4, 15b




1) … die Schau­bro­te nahm …

Dieses Er­eig­nis im Aus­zug aus dem AT:

5 Und David ant­wor­te­te dem Pries­ter und sprach zu ihm:
Ja, denn Wei­ber sind uns ver­sagt seit ges­tern und vor­ges­tern, als ich aus­zog, und die Ge­fä­ße der Kna­ben sind hei­lig. Und es ist ei­ni­ger­ma­ßen ge­mei­nes Brot, und das um so mehr, als heute neues in den Ge­fä­ßen ge­hei­ligt wird.

Da gab ihm der Pries­ter hei­li­ges Brot; denn es war da­selbst kein an­de­res Brot, als nur das Schau­brot, das vor JHWH weg­ge­nom­men wor­den war, um war­mes Brot auf­zu­le­gen am Tage sei­ner Weg­nahme.

›Samuel 1‹ 27, 5.6

2) … oder zu ver­der­ben. Den Mann krank zu be­las­sen, wäre aus Sicht Jesu eine 'Un­ter­las­sungs-Sünde' ge­we­sen.
In der deut­schen Recht­spre­chung z.B. gibt es den Be­griff der 'Un­ter­las­se­nen Hil­fe­leis­tung', die jus­ti­zi­a­bel ist, al­ler­dings nur bei aku­ten Not­fäl­len ver­gleich­bar dem Blu­ten­den, dem der Sa­ma­ri­ter (Nach Lukas 10, 33) schließ­lich half.

Freilich hätte der Chris­tus Got­tes den Mann auch am nächs­ten Tag hei­len kön­nen, doch …
a) kann ein en­ga­gier­ter Arzt einen Men­schen – ein­fach so – noch einen wei­te­ren Tag krank sein lassen?
b) Ist es nicht auch eine not­wen­di­ge Ohr­feige für die Pha­ri­sä­er, wegen deren Hart­her­zig­keit ei­ner­seits, aber an­de­rer­seits ge­ra­de­zu Be­ses­sen­heit, strik­te, pe­dan­ti­sche, und um­fang­rei­che ei­ge­ne Re­gel­wer­ke zu be­fol­gen, die au­to­ma­tisch dann die ei­gent­li­chen Wil­lens-Äu­ße­run­gen des Got­tes, ver­mit­telt in Schrif­ten, we­ni­ger wich­tig er­schei­nen lassen?

• Das diente le­dig­lich der ei­ge­nen, der mensch­li­chen, von daher ver­meint­li­chen Er­ha­ben­heit, bzw. dem Sta­tus in­ner­halb der Herr­schafts­py­ra­mi­de der kle­ri­ka­len Be­triebe – da­mals wie heute; 'from­me' Ge­mein­den in­clusive.

Und die Liebe zu Gott und zum Nächs­ten weicht einem quasi mi­li­tä­ri­schen Ha­cken-Ge­knalle welt­li­cher Art, den "Werten" die­ser Welt treu­lichst er­geben …

• Die in der 'Misch­na' zu­sam­men­ge­fass­ten rab­bi­ni­schen Lehr­sät­ze (um die Zeit Chris­ti herum kur­sie­rend) der ver­schie­de­nen, in Ein­zel­hei­ten oft ein­an­der wi­der­spre­chen­den Schu­len be­in­hal­ten (nach Risto San­ta­la, »Der Mes­si­as im AT« S. 352, Hänss­ler-Ver­lag 1997) 4187 Regeln.

Die wahrhaft ge­halt­vol­len Wei­sun­gen im Neuen Tes­ta­ment, die Leben nach dem Wil­len Got­tes in die­ser Welt-Zeit för­dern, schät­ze ich auf we­ni­ger als fünfzig.

Text­er­stel­lung / Schrift­ver­ständ­nis

Die bibli­schen Texte wur­den von mir selbst ab­ge­fasst, so­fern nicht an­ders ver­merkt. Nicht aus Ei­gen­sinn, son­dern, um nicht in Ab­hän­gig­keit von Ver­la­gen zu sein.
Die (ur­he­ber­recht­lich frei­en) äl­te­ren Über­set­zun­gen wie­de­rum klin­gen m.E. in der heu­ti­gen Zeit zu 'ält­lich', daher habe ich, mit stän­di­gem ei­ge­nen Ge­winn am Wort Got­tes, die auf die­ser Web­site ver­wen­de­ten Texte selbst er­stellt (wenn nicht an­ders ge­kenn­zeich­net).
So, wie ein Pre­di­ger z.B. ar­bei­tet: mit auch ei­ge­nen For­mu­lie­run­gen, doch so nah an der Wahr­heit, wie es eben nur geht.
Perfekt vor un­se­rem Gott und Ei­gen­tü­mer sind wir alle le­dig­lich – und zum Glück – aus Glau­ben.

Den Nutze­rin­nen und Nut­zern die­ser Site wün­sche ich aufs al­ler­herz­lich­s­te den be­stän­di­gen Bei­stand des Hei­li­gen Gei­s­tes zu dem Ver­ste­hen, wie Gott es meint.


• Text­basis: Schlach­ter 1951 u. Her­mann Menge 1939; mit Dank ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Pro­jekt.
• Über­ar­­­bei­tet mit­tels
Das Alte Tes­ta­ment: In­ter­li­ne­ar­überset­zung He­brä­isch-Deutsch, Rita Maria Steurer, Hänss­ler-Ver­lag 1989 - 2003
In­ter­lin­ear­über­set­zung Grie­chisch-Deutsch, Ernst Dietz­fel­bin­ger, Hänssler-Ver­lag 2003
Kon­kor­dan­tes Neu­es Tes­ta­ment, Pforz­heim 1995
Berean Inter­line­ar Bib­le (draft-Xiphos), Pitts­burgh 2016
Die Hei­li­ge Schrift (1954), Naf­tali Herz Tur-Sinai (1886 - 1973), vom Text­be­stand her wie Buber/Rosen­zweig und Luther im AT (also ohne Apo­kry­phen, bzw. Apo­kry­phen sind als sol­che kennt­lich ge­macht), 3. Aufl. Neu­hau­sen-Stutt­gart 1997. Ver­öf­fent­licht in Is­rael bei The Je­wish Pub­li­shing House LTD., Je­ru­sa­lem.
• Auf­ge­teilt in Thora (Moses), Nebi­im (Pro­phe­ten) und 'we Ke­tu­bim' ('und Schrif­ten'). Es ist die ei­gent­li­che Hei­li­ge Schrift der Juden (bzw. Is­ra­e­li­ten), die Jesus Chris­tus noch nicht als den Mes­sias an­er­ken­nen; fol­ge­rich­tig ohne die ntmtl. Schrif­ten. Die Tal­mu­de ent­hal­ten Aus­le­gun­gen dazu.
Mün­che­ner Neu­es Tes­ta­ment (graeci­sie­ren­de ÜS), 7. Aufl. Düs­sel­dorf 2004
El­ber­fel­der Bibel, NT, Text­kri­ti­sche Aus­ga­be, Text­stand 30, Wit­ten 2017
Grie­chisch-deut­sches Wör­ter­buch zum Neu­en Tes­ta­ment, Fried­rich Reh­kopf, Göt­ting­en 2000
Strong's Greek Bible Dic­ti­o­nary, 1890 (Sword mo­dule ver­sion 1.2)
ESV (Eng­lish Stan­dard Ver­sion), mit Nestle-Aland 28 (Greek-Eng­lish In­ter­li­ne­ar, Mounce's Par­sings), West­mins­ter Lenin­grad Codex (Basis der BHS (Bib­lia He­bra­i­ca Stutt­gar­ten­sia), He­brew-Eng­lish In­ter­li­ne­ar) und dem Olive Tree En­hanced Strong's Dic­tio­nary, Ver­le­ger: Cross­way; olivetree.com 2021.

• Aus zeitli­chen Grün­den wur­den mit Be­ginn der 'Psal­men' -Serie Texte der 'El­ber­fel­der 1905' bzw. 'Schlach­ter 1951' aus dem Xip­hos / Sword -Pro­jekt dann auch un­ver­än­dert, bis auf das Er­set­zen von 'Je­ho­va' bzw. 'HERR' mit 'JHWH', ver­wen­det.


Die ersten vier Berich­te des NT hei­ßen in den grie­chi­schen Tex­ten schlicht ›Nach Matthäus‹, ›Nach Mar­kus‹, ›Nach Lukas‹ und ›Nach Jo­han­nes‹.

Intensive Ab­hand­lun­gen über das Evan­ge­li­um Got­tes, und die er­lö­sen­de Nach­richt vom ›vor Gott ge­recht­fer­tigt sein‹ fin­den sich da­ge­gen in vie­len Schrif­ten des NT, z.B. dem Brief an die Gala­ter, der ur­sprüng­lich nur ›An Ga­la­ter‹ ge­hei­ßen hatte.

Um den Cha­rak­ter der bib­li­schen Do­ku­men­te nicht be­wusst zu ver­fäl­schen (und die In­ter­pre­ta­ti­on ih­rer Über­schrif­ten den Le­sern zu über­las­sen), wur­den auf die­ser Site meist deren Ori­gi­nal-Über­schrif­ten ver­wendet.

Werden – ent­ge­gen der grie­chi­schen sog. "Grund­tex­te" – die vier Berich­te über das Leben Jesu als "Evan­geli­en" be­zeich­net, kann man da­durch auf die Idee kom­men, da­rin genü­gend über "Das Evan­geli­um" in­for­miert zu wer­den.
Das ist je­doch so nicht rich­tig, denn in ihnen wird nicht aus­führ­lich vor den vie­len feh­ler­haf­ten Prak­ti­ken, die die ei­gent­li­chen Got­tes-Worte von Lehre und Leben Jesu Christi ver­wäs­sern kön­nen, ge­warnt.

Wenn näm­lich Men­schen, an­statt im Sinne Jesu den­ken und han­deln zu ler­nen, mit der Ein­hal­tung eines Kor­setts von Glau­bens-be­zo­gen­en Feier­ta­gen und / oder über­trie­ben genau fix­ier­ten Got­tes­dienst-Ab­läu­fen be­schäf­tigt wer­den, damit sie sich dann in blo­ßer Aus­fül­lung des­sel­ben als "gut" und "gläu­big" be­trach­ten kön­nen, lenkt sie das ja ge­ra­de­zu von den we­sent­li­chen In­hal­ten des Evan­geliums Got­tes ab, das in der Mög­lich­keit eines Le­bens mit Jesus Christus als Leh­rer, Meis­ter und Herr in allen Le­bens­la­gen be­steht; in­dem man über­haupt rich­tig auf das hö­ren kann, was er ge­sagt hat – indem man an ihn glaubt, und sei­ner Lehre folgt.
Und all seine Hoff­nung auf ihn setzt - als Wich­tig­stes diese eine, un­säg­lich große Hoff­nung auf das Leben nach dem Irdi­schen!

Mit ande­ren Wor­ten: Erst­ran­gig die Infor­matio­nen gründ­lich aus­zu­werten, die er selbst sei­nen An­hän­gern da­mals gege­ben hat, und sich da­rauf zu kon­zen­trie­ren – so sehr ein Mi­ni­mum an Or­ga­ni­sa­tion auch nötig sein mag.

Und nicht nach au­ßen hin schön zu tun, die Schrif­ten je­doch selbst­herr­lich zu zen­sie­ren, und die Herr­schaft über das ei­gene Selbst auch bi­bel-fer­nen Ide­o­lo­gi­en bzw. Kul­tur­mo­den zu über­ant­wor­ten (So­zia­lis­mus, Kon­su­mis­mus, Fe­mi­nis­mus, Eso­te­rik, Lei­stungs­sport, Tech­nik-, Erd­er­hal­tungs- bzw. Er­näh­rungs­wahn u.v.a.m.) – auch wenn man­che die­ser Dinge in ein­zel­nen Punk­ten ge­wis­se Über­schnei­dun­gen mit Wer­ten in der Bibel haben.
Hiel­ten nicht auch sie Werte hoch, wären sie nicht so at­trak­tiv (z.B. Schutz der Armen, der Kin­der, der Frau­en, der Natur).

Gott je­doch als ihren Herrn leh­nen sie ab – doch unter wes­sen Für­sor­ge und Herr­schaft ste­hen denn Arme, Kin­der, Frau­en und die Natur? Und gibt sein Wort nicht ge­nü­gend An­lei­tung zu allem?

Weder Fei­er­tags-Vor­schrif­ten noch ganz spe­zi­el­le Got­tes­dienst-Ab­läu­fe hat Chris­tus Jesus uns durch seine Apos­tel über­lie­fern las­sen, al­lein die Frei­heit für den Shabat: „Der Sha­bat ist um des Men­schen wil­len ge­macht, nicht der Mensch um des Sha­bats wil­len (›Nach Mar­kus‹ 2, 27).“

Übrigens ist in den Schrif­ten der Bibel auch keine Wil­lens­kund­ge­bung Got­tes nie­der­ge­legt, den Sha­bat auf den er­sten Tag der Woche zu ver­legen, und ihm sei­nen Na­men zu neh­men. Wer hat das an­ge­ord­net?

Die An­be­tung der Sonne („Sonn­tag“) über­las­se man wie­der den Hei­den, an­statt sich bei ihnen an­zu­leh­nen. Und wer möch­te an einem an­de­ren Tag fei­ern, als die Söhne und Töch­ter Abra­hams, Isa­aks und Ja­kobs?

„Denn er selbst ist unser Frie­den, der beide zu einem ge­macht hat, und die Bar­ri­e­re des Zau­nes nie­der­ge­ris­sen: die Feind­schaft.“ (Pau­lus ›An Ephe­ser‹ 2, 14)

„Ihr seid meine Freun­de, wenn ihr tut, was ich euch ge­biete.“
(Jesus Christus ›Nach Jo­han­nes‹ 15, 14)


• Anmer­kung zu dem Namen Got­tes, der (2. Mose 3, 15) dem Moses of­fen­bart wor­den war, damit er ihn den Söh­nen Is­ra­els nenne:

Auch auf ›jesusistderweg.de‹ wird die­ser Name JHWH ge­nannt, statt der üb­li­chen Er­satz-Be­zeich­nung HERR, da Gott ihn dem Moses zum Wei­ter­sa­gen ge­ge­ben hatte, nicht zum Ver­schwei­gen.

Die ›Furcht des Herrn‹ soll­te sich im got­tes­fürch­ti­gen Ver­hal­ten der Glau­ben­den und Hof­fen­den nie­der­schla­gen, nicht in einer Angst, den Namen Got­tes aus­zu­spre­chen, da man ihn ja viel­leicht aus Ver­se­hen zu etwas Un­rech­tem aus­spre­chen könn­te. Man sollte schlicht­weg nichts Un­rech­tes (fal­sches Zeug­nis, Be­trug) reden!

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