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Nach Lukas, Kap. 7
Elberf. 1905

Nachdem er aber alle seine Worte vor den Ohren des Vol­kes voll­en­det hatte, ging er hi­n­ein nach Ka­per­naum.

Eines gewis­sen Haupt­manns Knecht aber, der ihm wert war, war krank und lag im Sterben. Als er aber von Jesu hörte, sand­te er Äl­tes­te der Juden zu ihm und bat ihn, dass er käme und sei­nen Knecht ge­sund mache.
Als diese aber zu Jesu hin­ka­men, baten sie ihn an­ge­le­gent­lich und sprachen:

Er ist wür­dig, dass du ihm dies ge­wäh­rest; denn er liebt unsere Na­tion, und er selbst hat uns die Sy­na­go­ge er­baut. Jesus aber ging mit ihnen.
Als er aber schon nicht mehr weit von dem Hause ent­fernt war, sand­te der Haupt­mann Freun­de zu ihm und ließ ihm sagen:

Herr, be­mü­he dich nicht, denn ich bin nicht wür­dig, dass du unter mein Dach tre­test. Darum habe ich mich selbst auch nicht wür­dig ge­ach­tet, zu dir zu kom­men; son­dern sprich ein Wort, und mein Knecht wird ge­sund werden.

Denn auch ich bin ein Mensch, unter Ge­walt ge­stellt, und habe Kriegs­knech­te unter mir; und ich sage zu die­sem: Gehe hin, und er geht; und zu einem an­de­ren: Komm, und er kommt; und zu mei­nem Knechte: Tue die­ses, und er tut's.

Als Jesus dies hörte, ver­wun­der­te er sich über ihn; und er wand­te sich zu der Volks­men­ge, die ihm folg­te, und sprach:

Ich sage euch, selbst nicht in Is­ra­el habe ich so gro­ßen Glau­ben ge­funden.

10 Und als die Ab­ge­sand­ten in das Haus zu­rück­kehr­ten, fan­den sie den kran­ken Knecht ge­sund.


11 Und es ge­schah da­nach, dass er in eine Stadt ging, ge­nannt Nain, und viele sei­ner Jün­ger und eine große Volks­men­ge gin­gen mit ihm.

12 Als er sich aber dem Tore der Stadt nä­her­te, siehe, da wurde ein Toter he­r­aus­ge­tra­gen, der ein­ge­bo­re­ne1 Sohn sei­ner Mut­ter, und sie war eine Witwe; und eine zahl­rei­che Volks­men­ge aus der Stadt war mit ihr. 13 Und als der Herr sie sah, wurde er in­ner­lich be­wegt über sie und sprach zu ihr:

Weine nicht! 

14 Und er trat hinzu und rühr­te die Bahre an, die Trä­ger aber stan­den still; und er sprach:

Jüngling, ich sage dir, stehe auf! 

15 Und der Tote setz­te sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter.

16 Alle aber er­griff Furcht; und sie ver­herr­lich­ten Gott und sprachen:

Ein großer Pro­phet ist unter uns er­weckt wor­den, und Gott hat sein Volk be­sucht.

17 Und diese Rede über ihn ging aus in ganz Judäa und in der gan­zen Um­gegend.


18 Und dem Johan­nes be­rich­te­ten seine Jün­ger über dies alles.

19 Und Johan­nes rief zwei sei­ner Jün­ger herzu und sand­te sie zu Jesu und ließ ihm sagen:

Bist du der Kom­men­de, oder sol­len wir auf einen an­de­ren warten?

20 Als aber die Män­ner zu ihm ge­kom­men waren, spra­chen sie:

Jo­han­nes der Täu­fer hat uns zu dir ge­sandt und läßt dir sagen: Bist du der Kom­men­de, oder sollen wir auf einen an­de­ren warten?

21 In jener Stun­de aber heil­te er viele von Krank­hei­ten und Pla­gen und bösen Geis­tern, und vie­len Blin­den schenk­te er das Gesicht.

22 Und Jesus ant­­wor­te­te und sprach zu ihnen: Gehet hin und ver­kün­det Jo­han­nes, was ihr ge­se­hen und ge­hört habt:

dass Blin­de se­hend wer­den, Lahme wan­deln, Aus­sät­zi­ge ge­rei­nigt wer­den, Taube hören, Tote auf­er­weckt wer­den, Armen gute Bot­schaft ver­kün­digt wird; 23 und glück­se­lig ist, wer ir­gend sich nicht an mir är­gern wird.

24 Als aber die Boten des Jo­han­nes weg­ge­gan­gen waren, fing er an, zu den Volks­men­gen zu reden über Jo­hannes:

Was seid ihr in die Wüste hi­n­aus­ge­gan­gen zu sehen? Ein Rohr, vom Winde hin und her be­wegt? 25 Aber was seid ihr hi­n­aus­ge­gan­gen zu sehen? Einen Men­schen, mit wei­chen Klei­dern an­ge­tan? Siehe, die in herr­li­cher Klei­dung und in Üp­pig­keit leben, sind an den kö­nig­li­chen Höfen.

26 Aber was seid ihr hi­n­aus­ge­gan­gen zu sehen? einen Pro­phe­ten? Ja, sage ich euch, und mehr als einen Pro­pheten.

27 

Dieser ist es2,

von dem ge­schrie­ben steht: "Siehe, ich sende mei­nen Boten vor dei­nem An­ge­sicht her, der dei­nen Weg vor dir be­rei­ten wird"; 28 denn ich sage euch: Unter den von Wei­bern Ge­bo­re­nen ist kein grö­ße­rer Pro­phet als Jo­han­nes der Täu­fer; aber der Klein­ste in dem Rei­che Got­tes ist grö­ßer als er.

29 (Und das ganze Volk, das zu­hör­te, und die Zöll­ner recht­fer­tig­ten Gott, indem sie mit der Taufe Jo­han­nes' ge­tauft wor­den waren; 30 die Pha­ri­sä­er aber und die Ge­set­zes­ge­lehr­ten mach­ten in Bezug auf sich selbst den Rat­schluß Got­tes wir­kungs­los, indem sie nicht von ihm ge­tauft wor­den waren.)

31 Wem soll ich nun die Men­schen die­ses Ge­schlechts ver­glei­chen? und wem sind sie gleich?

32 

Sie sind Kin­dern gleich,

die auf dem Mark­te sit­zen und ein­an­der zu­ru­fen und sagen:

Wir haben euch ge­pfif­fen, und ihr habt nicht ge­tanzt; wir haben euch Kla­ge­lie­der ge­sun­gen, und ihr habt nicht ge­weint.

33 Denn Jo­han­nes der Täu­fer ist ge­kom­men, der weder Brot aß, noch Wein trank, und ihr saget:

Er hat einen Dämon.

34 Der Sohn des Men­schen ist ge­kom­men, der da ißt und trinkt, und ihr saget:

Siehe, ein Fres­ser und Wein­säu­fer, ein Freund von Zöll­nern und Sün­dern; -

35 und die Weis­heit3 ist ge­recht­fer­tigt wor­den4 von allen ihren Kindern.

*  *  *  

36 Es bat ihn aber einer der Pha­ri­sä­er, dass er mit ihm essen möch­te; und er ging in das Haus des Pha­ri­sä­ers und legte sich zu Tische.

37 Und siehe, da war ein Weib in der Stadt, die eine Sün­de­rin war; und als sie er­fah­ren hatte, dass er in dem Hause des Pha­ri­sä­ers zu Ti­sche liege, brach­te sie eine Ala­bas­ter­fla­sche mit Salbe; 38 und hin­ten zu sei­nen Füßen ste­hend4 und wei­nend, fing sie an, seine Füße mit Trä­nen zu be­net­zen; und sie trock­ne­te sie mit den Haa­ren ihres Haup­tes und küßte seine Füße sehr und salb­te sie mit der Salbe.

39 Als es aber der Pha­ri­sä­er sah, der ihn ge­la­den hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn die­ser ein Pro­phet wäre, so würde er er­ken­nen, wer und was für ein Weib es ist, die ihn an­rührt; denn sie ist eine Sün­derin.

40 Und Jesus ant­wor­te­te und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber spricht: Lehrer, sage an.


41 Ein ge­wis­ser Gläu­bi­ger hatte zwei Schuld­ner; der eine schul­de­te fünf­hun­dert De­na­re, der an­de­re aber fünf­zig; 42 da sie aber nicht hat­ten zu be­zah­len, schenk­te er es bei­den. Wer nun von ihnen, sage wird ihn am meis­ten lieben?

43 Simon aber ant­wor­te­te und sprach: Ich meine, dem er das meis­te ge­schenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht ge­ur­teilt.


44 Und sich zu dem Weibe wen­dend, sprach er zu Simon: Siehst du die­ses Weib? Ich bin in dein Haus ge­kom­men, du hast mir kein Was­ser auf meine Füße ge­ge­ben; diese aber hat meine Füße mit Trä­nen be­netzt und mit ihren Haa­ren ge­trocknet.

45 Du hast mir kei­nen Kuß ge­ge­ben; diese aber hat, seit­dem ich he­r­ein­ge­kom­men bin, nicht ab­ge­las­sen, meine Füße zu küssen.

46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl ge­salbt; diese aber hat mit Salbe meine Füße ge­salbt.

47 Deswegen sage ich dir: Ihre vie­len Sün­den sind ver­ge­ben, denn sie hat viel ge­liebt; wem aber wenig ver­ge­ben wird, der liebt wenig.

48 Er aber sprach zu ihr:

Deine Sün­den sind ver­geben.

49 Und die mit zu Ti­sche lagen, fin­gen an, bei sich selbst zu sagen:

Wer ist die­ser, der auch Sün­den ver­gibt?

50 Er sprach aber zu dem Weibe:

Dein Glaube hat dich er­ret­tet; gehe hin in Frieden.

*   *   *   




1) Das griech. μονο­γενης (mo­no­genēs) be­deu­tet lt. Strongs En­han­ced Dict., das der­zeit ak­tu­ell ist, al­ler­dings 'only-born'; also ›ein­zig ge­boren‹, was ja auch eher Sinn macht.

2) Dieser ist es:

„Siehe, ich sende mei­nen Boten, dass er den Weg be­rei­te vor mir her.
Und plötzlich wird zu sei­nem Tem­pel kom­men der Herr, den ihr su­chet; und der Engel des Bun­des, den ihr be­gehret: siehe, er kommt, spricht JHWH der Heer­scharen.“

Maleachi 3, 1

450 - 425 v. Chr.

3) … die Weisheit …
Pharisäer sowie Ge­set­zes­ge­lehr­te tun das­sel­be wie Kin­der in die­sem Gleich­nis Jesu; sie kon­s­tru­ie­ren Vorwürfe, um An­de­re he­r­ab­zu­set­zen. Die Er­wach­se­nen geben da­r­ü­ber hi­n­aus noch Fal­sches Zeug­nis gegen Jesus Chris­tus und Jo­han­nes den Täu­fer, der Sei­nen Weg vor­be­rei­tet hatte, wie bei Ma­le­a­chi ge­schrie­ben stand.

4) … ist ge­recht­fer­tigt wor­den …
I.S.v. »Wenn es Kindern erlaubt ist, Unsinn reden, dürfen die Erwachsenen das ebenso.«

5) … zu seinen Füßen ste­hend …
deu­tet an, dass Jesus auf ei­ner Bank ge­le­gen hatte, so wie es in ori­en­ta­li­schen Län­dern z.B. in Res­tau­rants heute noch ge­macht wird. Man­che sit­zen, an­de­re lie­gen auf den einen Tisch bzw. Ti­sche um­ste­hen­den Bänken.

Text­er­stel­lung / Schrift­ver­ständ­nis

Die bibli­schen Texte waren über län­ge­re Zeit meist von mir selbst ab­ge­fasst wor­den, bis ich 2022 stark ein­ge­schränkt wurde, und fast aus­schliess­lich auf äl­te­re, m. E. eben­falls ur­he­ber­recht­li­ch un­be­denk­li­che Über­set­zun­gen zu­rück­griff. Bei­des nicht aus Ei­gen­bröt­le­rei, son­dern, um nicht in Ab­hän­gig­keit von Ver­la­gen zu geraten.

Für wesent­lich halte ich nicht, eine gaaaaanz spe­zi­el­le Super-Lieb­lings­bi­bel zu nut­zen, son­dern, zu glau­ben, und sich dem Sohn Got­tes nach der Lehre Sei­ner Apos­tel auch zu un­ter­stel­len, und dabei nicht zu­letzt sein ei­ge­nes Ge­wis­sen zu ge­brauchen.

Die äl­te­ren Über­set­zun­gen klin­gen in der heu­ti­gen Zeit zwar stel­len­wei­se etwas an­ge­staubt und sind auch nicht ganz auf dem Stand der in­zwi­schen ver­füg­ba­ren Grund­tex­te, doch ei­ge­ne Ab­fas­sun­gen waren mir auf Grund der Ein­schrän­kun­gen lei­der nicht mög­lich ge­wesen.

Perfekt vor un­se­rem Gott und Ei­gen­tü­mer sind wir alle le­dig­lich – und zum Glück – aus Glau­ben.

Den Nutze­rin­nen und Nut­zern die­ser Site wün­sche ich aufs al­ler­herz­lich­s­te den be­stän­di­gen Bei­stand des Hei­li­gen Gei­s­tes zu dem Ver­ste­hen, wie Gott es meint.


Verwende­te Ma­te­ri­a­li­en:
Schlach­ter 1951, Her­mann Menge 1939, El­ber­fel­der 1905; mit Dank ent­nom­men dem Xi­phos / Sword -Pro­jekt (für Win­dows, Linux, Android)

Das Alte Tes­ta­ment: In­ter­li­ne­ar­überset­zung He­brä­isch-Deutsch, Rita Maria Steu­rer, Hänss­ler-Ver­lag 1989 - 2003
In­ter­lin­ear­über­set­zung Grie­chisch-Deutsch, Ernst Dietz­fel­bin­ger, Hänssler-Ver­lag 2003
Kon­kor­dan­tes Neu­es Tes­ta­ment, Pforz­heim 1995
Berean Inter­line­ar Bib­le (draft-Xiphos), Pitts­burgh 2016
Die Hei­li­ge Schrift (1954), Naf­tali Herz Tur-Sinai (1886 - 1973), vom Text­be­stand her wie Buber/Rosen­zweig und Luther im AT (also ohne Apo­kry­phen, bzw. Apo­kry­phen sind als sol­che kennt­lich ge­macht), 3. Aufl. Neu­hau­sen-Stutt­gart 1997. Ver­öf­fent­licht in Is­rael bei The Je­wish Pub­li­shing House LTD., Je­ru­sa­lem.
• Auf­ge­teilt in Thora (Moses), Nebi­im (Pro­phe­ten) und 'we Ke­tu­bim' ('und Schrif­ten'). Es ist die ei­gent­li­che Hei­li­ge Schrift der Juden (bzw. Is­ra­e­li­ten), die Jesus Chris­tus noch nicht als den Mes­sias an­er­ken­nen; fol­ge­rich­tig ohne die ntmtl. Schrif­ten. Die Tal­mu­de ent­hal­ten Aus­le­gun­gen dazu.
Mün­che­ner Neu­es Tes­ta­ment (graeci­sie­ren­de ÜS), 7. Aufl. Düs­sel­dorf 2004
El­ber­fel­der Bibel, NT, Text­kri­ti­sche Aus­ga­be, Text­stand 30, Wit­ten 2017
Grie­chisch-deut­sches Wör­ter­buch zum Neu­en Tes­ta­ment, Fried­rich Reh­kopf, Göt­ting­en 2000
Strong's Greek Bible Dic­ti­o­nary, 1890 (Sword mo­dule ver­sion 1.2)
ESV (Eng­lish Stan­dard Ver­sion), mit Nestle-Aland 28 (Greek-Eng­lish In­ter­li­ne­ar, Mounce's Par­sings), West­mins­ter Lenin­grad Codex (Basis der BHS (Bib­lia He­bra­i­ca Stutt­gar­ten­sia), He­brew-Eng­lish In­ter­li­ne­ar) und dem Olive Tree En­hanced Strong's Dic­tio­nary, Ver­le­ger: Cross­way; olivetree.com 2021 (für Win­dows, Apple, An­droid u. Reader)

• Aus zeitli­chen Grün­den wur­den mit Be­ginn der 'Psal­men' -Serie Texte der 'El­ber­fel­der 1905' bzw. 'Schlach­ter 1951' aus dem Xip­hos / Sword -Pro­jekt dann auch un­ver­än­dert, bis auf das Er­set­zen von 'Je­ho­va' bzw. 'HERR' mit 'JHWH', ver­wen­det.


Die ersten vier Berich­te des NT hei­ßen in den grie­chi­schen Tex­ten schlicht ›Nach Matthäus‹, ›Nach Mar­kus‹, ›Nach Lukas‹ und ›Nach Jo­han­nes‹.

Intensive Ab­hand­lun­gen über das Evan­ge­li­um Got­tes, und die er­lö­sen­de Nach­richt vom ›vor Gott ge­recht­fer­tigt sein‹ fin­den sich da­ge­gen in vie­len Schrif­ten des NT, z.B. dem Brief an die Gala­ter, der ur­sprüng­lich nur ›An Ga­la­ter‹ ge­hei­ßen hatte.

Um den Cha­rak­ter der bib­li­schen Do­ku­men­te nicht be­wusst zu ver­fäl­schen (und die In­ter­pre­ta­ti­on ih­rer Über­schrif­ten den Le­sern zu über­las­sen), wur­den auf die­ser Site meist deren Ori­gi­nal-Über­schrif­ten ver­wendet.

Werden – ent­ge­gen der grie­chi­schen sog. "Grund­tex­te" – die vier Berich­te über das Leben Jesu als "Evan­geli­en" be­zeich­net, kann man da­durch auf die Idee kom­men, da­rin genü­gend über "Das Evan­geli­um" in­for­miert zu wer­den.
Das ist je­doch so nicht rich­tig, denn in ihnen wird nicht aus­führ­lich vor den vie­len feh­ler­haf­ten Prak­ti­ken, die die ei­gent­li­chen Got­tes-Worte von Lehre und Leben Jesu Christi ver­wäs­sern kön­nen, ge­warnt.

Wenn näm­lich Men­schen, an­statt im Sinne Jesu den­ken und han­deln zu ler­nen, mit der Ein­hal­tung eines Kor­setts von Glau­bens-be­zo­gen­en Feier­ta­gen und / oder über­trie­ben genau fix­ier­ten Got­tes­dienst-Ab­läu­fen be­schäf­tigt wer­den, damit sie sich dann in blo­ßer Aus­fül­lung des­sel­ben als "gut" und "gläu­big" be­trach­ten kön­nen, lenkt sie das ja ge­ra­de­zu von den we­sent­li­chen In­hal­ten des Evan­geliums Got­tes ab, das in der Mög­lich­keit eines Le­bens mit Jesus Christus als Leh­rer, Meis­ter und Herr in allen Le­bens­la­gen be­steht; in­dem man über­haupt rich­tig auf das hö­ren kann, was er ge­sagt hat – indem man an ihn glaubt, und sei­ner Lehre folgt.
Und all seine Hoff­nung auf ihn setzt - als Wich­tig­stes diese eine, un­säg­lich große Hoff­nung auf das Leben nach dem Irdi­schen!

Mit ande­ren Wor­ten: Erst­ran­gig die Infor­matio­nen gründ­lich aus­zu­werten, die er selbst sei­nen An­hän­gern da­mals gege­ben hat, und sich da­rauf zu kon­zen­trie­ren – so sehr ein Mi­ni­mum an Or­ga­ni­sa­tion auch nötig sein mag.

Und nicht nach au­ßen hin schön zu tun, die Schrif­ten je­doch selbst­herr­lich zu zen­sie­ren, und die Herr­schaft über das ei­gene Selbst auch bi­bel-fer­nen Ide­o­lo­gi­en bzw. Kul­tur­mo­den zu über­ant­wor­ten (So­zia­lis­mus, Kon­su­mis­mus, Fe­mi­nis­mus, Eso­te­rik, Lei­stungs­sport, Tech­nik-, Erd­er­hal­tungs- bzw. Er­näh­rungs­wahn u.v.a.m.) – auch wenn man­che die­ser Dinge in ein­zel­nen Punk­ten ge­wis­se Über­schnei­dun­gen mit Wer­ten in der Bibel haben.
Hiel­ten nicht auch sie Werte hoch, wären sie nicht so at­trak­tiv (z.B. Schutz der Armen, der Kin­der, der Frau­en, der Natur).

Gott je­doch als ihren Herrn leh­nen sie ab – doch unter wes­sen Für­sor­ge und Herr­schaft ste­hen denn Arme, Kin­der, Frau­en und die Natur? Und gibt sein Wort nicht ge­nü­gend An­lei­tung zu allem?

Weder Fei­er­tags-Vor­schrif­ten noch ganz spe­zi­el­le Got­tes­dienst-Ab­läu­fe hat Chris­tus Jesus uns durch seine Apos­tel über­lie­fern las­sen, al­lein die Frei­heit für den Shabat: „Der Sha­bat ist um des Men­schen wil­len ge­macht, nicht der Mensch um des Sha­bats wil­len (›Nach Mar­kus‹ 2, 27).“

Übrigens ist in den Schrif­ten der Bibel auch keine Wil­lens­kund­ge­bung Got­tes nie­der­ge­legt, den Sha­bat auf den er­sten Tag der Woche zu ver­legen, und ihm sei­nen Na­men zu neh­men. Wer hat das an­ge­ord­net?

Die An­be­tung der Sonne („Sonn­tag“) über­las­se man wie­der den Hei­den, an­statt sich bei ihnen an­zu­leh­nen. Und wer möch­te an einem an­de­ren Tag fei­ern, als die Söhne und Töch­ter Abra­hams, Isa­aks und Ja­kobs?

„Denn er selbst ist unser Frie­den, der beide zu einem ge­macht hat, und die Bar­ri­e­re des Zau­nes nie­der­ge­ris­sen: die Feind­schaft.“ (Pau­lus ›An Ephe­ser‹ 2, 14)

„Ihr seid meine Freun­de, wenn ihr tut, was ich euch ge­biete.“
(Jesus Christus ›Nach Jo­han­nes‹ 15, 14)


• Anmer­kung zu dem Namen Got­tes, der (2. Mose 3, 15) dem Moses of­fen­bart wor­den war, damit er ihn den Söh­nen Is­ra­els nenne:

Auch auf ›jesusistderweg.de‹ wird die­ser Name JHWH ge­nannt, statt der üb­li­chen Er­satz-Be­zeich­nung HERR, da Gott ihn dem Moses zum Wei­ter­sa­gen ge­ge­ben hatte, nicht zum Ver­schwei­gen.

Die ›Furcht des Herrn‹ soll­te sich im got­tes­fürch­ti­gen Ver­hal­ten der Glau­ben­den und Hof­fen­den nie­der­schla­gen, nicht in einer Angst, den Namen Got­tes aus­zu­spre­chen, da man ihn ja viel­leicht aus Ver­se­hen zu etwas Un­rech­tem aus­spre­chen könn­te. Man sollte schlicht­weg nichts Un­rech­tes (fal­sches Zeug­nis, Be­trug) reden!

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