„Nun er­kenne ich in Wahr­heit, dass Gott nicht die Per­son an­sieht“

Apg 10, 34 b


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Lesung zum Shabat am 8. August 2026

Apos­tel­ge­schich­te 10

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Um 63 n. Chr.

In Cä­sa­re­a aber lebte (da­mals) ein Mann na­mens Kor­ne­li­us, ein Haupt­mann bei der so­ge­nann­ten Ita­li­schen Ab­tei­lung;

er war fromm und got­tes­fürch­tig mit sei­nem gan­zen Hau­se, tat dem (jü­di­schen) Volke viel Gutes durch seine Mild­tä­tig­keit und be­te­te ohne Un­ter­lass zu Gott.

Die­ser Mann sah (eines Tages) in einem Ge­sicht um die neunte Ta­ges­stun­de deut­lich einen Engel Got­tes bei sich ein­tre­ten, der ihn an­re­de­te: »Kor­ne­li­us!«

Die­ser blick­te ihn starr an und frag­te er­schro­cken: »Was soll ich, Herr?« Jener ant­wor­te­te ihm: »Deine Ge­be­te und deine Al­mo­sen sind zu Gott em­por­ge­stie­gen, und er ge­denkt ihrer wohl.

Und nun sende Boten nach Joppe und lass einen ge­wis­sen Simon mit dem Bei­na­men Pe­trus zu dir kom­men;

der ist als Gast bei einem Ger­ber Simon, des­sen Haus am Meere liegt.«

Als nun der Engel, der mit ihm ge­spro­chen hatte, ver­schwun­den war, rief Kor­ne­li­us zwei von sei­nen Die­nern und einen from­men Sol­da­ten aus der Zahl der Mann­schaf­ten, die ihn per­sön­lich zu be­die­nen hat­ten,

teil­te ihnen alles mit und sand­te sie nach Joppe.

Am fol­gen­den Tage aber, als diese un­ter­wegs waren und sich schon der Stadt nä­her­ten, stieg Pe­trus um die Mit­tags­zeit auf das Dach des Hau­ses hi­n­auf, um dort zu beten.

10 Da wurde er hung­rig und wünsch­te, etwas zu ge­nie­ßen. Wäh­rend man es ihm nun zu­be­rei­te­te, kam eine Ver­zü­ckung über ihn:

11 er sah den Him­mel offen ste­hen und einen Be­häl­ter he­r­ab­kom­men wie ein gro­ßes Stück Lein­wand, das an den vier Zip­feln zur Erde he­r­ab­ge­las­sen wurde.

12 Darin be­fan­den sich alle Arten vier­fü­ßi­ger und krie­chen­der Tiere der Erde und Vögel des Him­mels.

13 Nun rief eine Stim­me ihm zu: »Stehe auf, Pe­trus, schlach­te und iss!«

14 Pe­trus aber ant­wor­te­te: »Nicht doch, Herr! Denn noch nie habe ich etwas Un­hei­li­ges und Un­rei­nes ge­nos­sen.«

15 Da rief zum zwei­ten­mal eine Stim­me ihm zu: »Was Gott ge­rei­nigt hat, das er­klä­re du nicht für un­rein!«

16 Dies wie­der­hol­te sich drei­mal; dann wurde der Be­häl­ter so­gleich wie­der in den Him­mel em­por­ge­zo­gen.

17 Als nun Pe­trus sich nicht zu er­klä­ren wuss­te, was die Er­schei­nung, die er ge­se­hen hatte, zu be­deu­ten habe, siehe, da stan­den die Män­ner, die von Kor­ne­li­us ab­ge­sandt wor­den waren und das Haus Si­mons aus­fin­dig ge­macht hat­ten, am Tor­ein­gang;

18 dort rie­fen sie und er­kun­dig­ten sich, ob Simon mit dem Bei­na­men Pe­trus hier als Gast wohne.

19 Wäh­rend Pe­trus noch immer über das Ge­sicht nach­dach­te, sagte der Geist zu ihm: »Da sind drei Män­ner, die dich su­chen.

20 So stehe nun auf, gehe hi­n­un­ter und mache dich mit ihnen ohne Be­den­ken auf den Weg! Denn ich habe sie ge­sandt.«

21 Pe­trus stieg also zu den Män­nern hi­n­un­ter und sagte zu ihnen: »Ich bin der, den ihr sucht! Aus wel­chem Grun­de seid ihr her­ge­kom­men?«

22  Jene ant­wor­te­ten: »Ein Haupt­mann Kor­ne­li­us, ein eh­ren­haf­ter, got­tes­fürch­ti­ger und von der gan­zen jü­di­schen Be­völ­ke­rung an­er­kann­ter Mann, hat von einem hei­li­gen Engel die (gött­li­che) Wei­sung er­hal­ten, dich in sein Haus kom­men zu las­sen und zu hören, was du ihm zu sagen hast.«

23 Da lud Pe­trus sie zu sich he­r­ein und nahm sie gast­lich auf. Am fol­gen­den Tage aber mach­te er sich mit ihnen auf den Weg; auch ei­ni­ge von den Brü­dern aus Joppe be­glei­te­ten ihn.

24 Tags da­r­auf kam er in Cä­sa­rea an, wo Kor­ne­li­us sie schon er­war­te­te und alle seine Ver­wand­ten und ver­trau­ten Freun­de zu sich ein­ge­la­den hatte.

25 Als Pe­trus nun im Be­griff stand, in das Haus ein­zu­tre­ten, kam Kor­ne­li­us ihm ent­ge­gen, warf sich vor ihm nie­der und be­zeig­te ihm seine hohe Ver­eh­rung.

26 Pe­trus aber hob ihn auf mit den Wor­ten: »Stehe auf! Ich bin auch nur ein Mensch.«

27 Dann trat er im Ge­spräch mit ihm ein und traf eine zahl­rei­che Ver­samm­lung an,

28 zu der er sagte: »Ihr wisst, wie streng es einem Juden ver­bo­ten ist, Ver­kehr mit je­mand zu haben, der zu einem an­de­ren Volke ge­hört, oder gar bei ihm ein­zu­keh­ren. Doch mir hat Gott ge­zeigt, dass man kei­nen Men­schen als un­hei­lig oder un­rein be­zeich­nen darf.

29 Des­halb habe ich mich auch auf eure Ein­la­dung hin ohne Wei­ge­rung hier ein­ge­fun­den. Ich möch­te nun aber wis­sen, aus wel­chem Grun­de ihr mich habt her­kom­men las­sen.«

30 Da ant­wor­te­te Kor­ne­li­us: »Vor vier Tagen, genau zu die­ser Zeit, be­te­te ich um die neun­te Stun­de in mei­nem Hause; da stand plötz­lich ein Mann in einem glän­zen­den Ge­wan­de vor mir

31 und sagte: ›Kor­ne­li­us, dein Gebet hat Er­hö­rung ge­fun­den, und dei­ner Al­mo­sen ist vor Gott ge­dacht wor­den.

32 So sende nun nach Joppe und lass Simon, der den Bei­na­men Pe­trus führt, her­ru­fen; der ist als Gast im Hause eines Ger­bers Simon am Meer.‹

33 Da habe ich auf der Stel­le zu dir ge­sandt, und ich bin dir dank­bar dafür, dass du ge­kom­men bist. Jetzt haben wir nun alle uns hier vor Got­tes An­ge­sicht ein­ge­fun­den, um alles zu ver­neh­men, was dir vom Herrn auf­ge­tra­gen wor­den ist.«

34 Da tat Pe­trus den Mund auf und sagte: »Nun er­ken­ne ich in Wahr­heit, dass Gott nicht die Per­son an­sieht,

35 son­dern dass in jedem Volk der, wel­cher ihn fürch­tet und Ge­rech­tig­keit übt, ihm an­ge­nehm ist.

36 Ihr kennt das Wort, das er an die Kin­der Is­ra­el hat er­ge­hen las­sen, indem er ihnen (die Heils­bot­schaft vom) Frie­den durch Jesus Chris­tus ver­kün­di­gen ließ: die­ser ist der Herr über alle.

37 Eben­so kennt ihr die Er­eig­nis­se, die sich im gan­zen jü­di­schen Lande zu­ge­tra­gen haben und von Ga­li­läa nach der Taufe, die Jo­han­nes ge­pre­digt hatte, aus­ge­gan­gen sind,

38 näm­lich wie Gott Jesus von Na­za­reth mit hei­li­gem Geist und mit Kraft ge­salbt hat, wie die­ser dann um­her­ge­zo­gen ist und Gutes getan und alle ge­heilt hat, die vom Teu­fel über­wäl­tigt waren, denn Gott war mit ihm;

39 und wir sind Zeu­gen für alles das, was er im jü­di­schen Lande sowie in Je­ru­sa­lem voll­bracht hat. Den haben sie dann zwar ans Kreuz ge­hängt und ge­tö­tet,

40 aber Gott hat ihn am drit­ten Tage auf­er­weckt und ihn sicht­bar er­schei­nen las­sen,

41 nicht dem gan­zen Volk, son­dern uns, den von Gott zuvor er­wähl­ten Zeu­gen, die wir nach sei­ner Auf­er­ste­hung von den Toten mit ihm zu­sam­men ge­ges­sen und ge­trun­ken haben.

42 Und er hat uns ge­bo­ten, dem Volke zu ver­kün­di­gen und zu be­zeu­gen, dass die­ser der von Gott be­stimm­te Rich­ter über Le­ben­de und Tote ist.

43 Für die­sen legen alle Pro­phe­ten das Zeug­nis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, Ver­ge­bung der Sün­den durch sei­nen Namen emp­fängt.«

44 Wäh­rend Pe­trus noch in die­ser Weise re­de­te, fiel der heilige Geist auf alle, die seine An­spra­che hör­ten.

45 Da ge­rie­ten die Gläu­bi­gen jü­di­scher Her­kunft, die mit Pe­trus ge­kom­men waren, in das höchs­te Er­stau­nen da­r­über, dass auch auf die Hei­den die Gabe des hei­li­gen Geis­tes aus­ge­gos­sen war;

46 denn sie hör­ten sie mit Zun­gen reden und Gott prei­sen. Da sprach Pe­trus:

47 »Kann wohl je­mand die­sen Leu­ten, die den hei­li­gen Geist eben­so wie wir emp­fan­gen haben, das Was­ser ver­sa­gen, dass diese nicht ge­tauft wür­den?«

48 So ord­ne­te er denn an, dass sie im Namen Jesu Chris­ti ge­tauft wür­den. Hie­r­auf baten sie ihn, noch ei­ni­ge Tage bei ihnen zu blei­ben.

 


Anm: Jesus hatte in der neun­ten Stun­de sei­nen Geist über­ge­ben.

Ver­wen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
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