Be­ru­fung, Hei­lung, Auf­er­we­ckung

Apg 9


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Lesung zum Shabat am 1. August 2026

Apos­tel­ge­schich­te 9

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Um 63 n. Chr.

Saulus aber, der noch immer Dro­hun­gen und Mord gegen die Jün­ger des Herrn schnaub­te, wand­te sich an den Ho­hen­pries­ter

und erbat sich von ihm Brief­e nach Da­mas­kus an die dor­ti­gen Sy­na­go­gen, um An­hän­ger der neuen Lehre, die er etwa fände, Män­ner wie Frau­en, in Fes­seln nach Je­ru­sa­lem zu brin­gen.

Wäh­rend er nun so da­hin­zog und schon in die Nähe von Da­mas­kus ge­kom­men war, um­strahl­te ihn plötz­lich ein Licht­schein vom Him­mel her;

er stürz­te zu Boden und ver­nahm eine Stim­me, die ihm zu­rief: »Saul, Saul! Was ver­folgst du mich?«

Er frag­te: »Wer bist du, Herr?« Jener ant­wor­te­te: »Ich bin Jesus, den du ver­folgst!

Doch stehe auf und geh in die Stadt hi­n­ein: dort wird dir ge­sagt wer­den, was du tun sollst!«

Die Män­ner nun, die ihn auf der Reise be­glei­te­ten, stan­den sprach­los da; denn sie hör­ten wohl die Stim­me, sahen aber nie­mand.

Sau­lus er­hob sich dann von der Erde; ob­wohl je­doch seine Augen ge­öff­net waren, konn­te er nichts sehen: an der Hand muss­te man ihn nach Da­mas­kus hin­füh­ren,

und er war drei Tage lang ohne Seh­ver­mö­gen; auch aß und trank er nichts.

10 Nun wohn­te in Da­mas­kus ein Jün­ger na­mens Ana­ni­as; zu dem sprach der Herr in einem Ge­sicht: »Ana­ni­as!« Jener ant­wor­te­te: »Hier bin ich, Herr!«

11 Der Herr fuhr fort: »Stehe auf und begib dich in die so­ge­nann­te Ge­ra­de Stra­ße; er­kun­di­ge dich dort im Hause des Judas nach einem Manne na­mens Sa­u­lus aus Tar­sus; denn siehe, er betet

12 und hat in einem Ge­sicht ge­se­hen, wie ein Mann na­mens Ana­ni­as bei ihm ein­trat und ihm die Hände auf­leg­te, damit er sein Au­gen­licht wie­der­be­kom­me.«

13 Ana­nias aber ant­wor­te­te: »Herr, ich habe von vie­len Sei­ten über die­sen Mann ge­hört, wie­viel Böses er dei­nen Hei­li­gen in Je­ru­sa­lem zu­ge­fügt hat;

14 und auch hier hat er von den Ho­hen­pries­tern Voll­macht, alle in Fes­seln zu legen, die dei­nen Namen an­ru­fen.«

15 Aber der Herr gab ihm zur Ant­wort: »Gehe hin! Denn die­ser Mann ist für mich ein aus­er­wähl­tes Werk­zeug: er soll mei­nen Namen vor Hei­den­völ­ker und Kö­ni­ge und vor die Kin­der Is­ra­el tra­gen;

16 denn ich werde ihm zei­gen, wie­viel er um mei­nes Na­mens wil­len lei­den muss.«

17 Da mach­te sich Ana­ni­as auf den Weg, ging in das Haus und legte ihm die Hände auf mit den Wor­ten: »Bru­der Saul, der Herr hat mich ge­sandt, Jesus, der dir auf dem Wege hier­her er­schie­nen ist: du sollst wie­der sehen kön­nen und mit hei­li­gem Geist er­füllt wer­den.«

18 Da fiel es ihm so­gleich von den Augen ab wie Schup­pen: er konn­te wie­der sehen, stand auf und ließ sich tau­fen;

19 dann nahm er auch Nah­rung zu sich und kam wie­der zu Kräf­ten. Ei­ni­ge Tage war er nun mit den Jün­gern in Da­mas­kus zu­sam­men;

20 dann pre­dig­te er so­gleich in den (dortigen) Sy­na­go­gen von Jesus, dass die­ser der Sohn Got­tes sei.

21 Da ge­rie­ten alle, die ihn hör­ten, in Er­stau­nen und sag­ten: »Ist das nicht der­sel­be Mann, der in Je­ru­sa­lem die Be­ken­ner die­ses Na­mens wü­tend ver­folgt hat und auch hier­her in der Ab­sicht ge­kom­men war, sie in Fes­seln vor die Ho­hen­pries­ter zu füh­ren?«

22 Sau­lus aber trat nur um so ent­schlos­se­ner auf und brach­te die Juden, die in Da­mas­kus wohn­ten, völ­lig au­ßer Fas­sung, indem er be­wies: »Die­ser ist Chris­tus!«

23 Als so eine ge­rau­me Zeit ver­gan­gen war, be­schlos­sen die Juden ge­mein­sam, ihn zu er­mor­den;

24 doch ihr An­schlag wurde dem Sa­u­lus be­kannt. Da sie nun sogar die Stadt­to­re bei Tag und bei Nacht be­wach­ten, um ihn zu er­mor­den,

25 nah­men ihn die Jün­ger und lie­ßen ihn bei Nacht in einem Korbe über die Mauer hinab.

26 Als er dann nach Je­ru­sa­lem ge­kom­men war, mach­te er dort Ver­su­che, sich an die Jün­ger an­zu­schlie­ßen; aber alle fürch­te­ten sich vor ihm, weil sie nicht glau­ben konn­ten, dass er ein Jün­ger sei.

27 Da nahm sich Bar­na­bas sei­ner an, führte ihn zu den Apos­teln und teil­te ihnen mit, wie er un­ter­wegs den Herrn ge­se­hen und dass die­ser zu ihm ge­re­det habe, und wie er dann in Da­mas­kus frei­mü­tig im Namen Jesu öf­fent­lich ge­pre­digt habe.

28 So ging er denn in Je­ru­sa­lem mit ihnen ein und aus und pre­dig­te frei­mü­tig im Namen des Herrn;

29 auch un­ter­re­de­te er sich und hielt Streit­ge­sprä­che mit den grie­chisch re­den­den Juden, die dann aber einen An­schlag auf sein Leben mach­ten.

30 Als die Brü­der das er­fuh­ren, schaff­ten sie ihn nach Cä­sa­rea hinab und lie­ßen ihn von da wei­ter nach Tar­sus rei­sen.

31 So hatte nun die Ge­mein­de in ganz Judäa, Ga­li­läa und Sa­ma­ria Frie­den; sie baute sich in­ner­lich auf, wan­del­te in der Furcht des Herrn und wuchs auch äu­ßer­lich durch den Bei­stand des hei­li­gen Geis­tes.

32 Da ge­schah es, als Pe­trus al­lent­hal­ben um­her­zog, dass er auch zu den Hei­li­gen kam, die in Lyd­da wohn­ten.

33 Er fand dort einen Mann na­mens Äneas, der schon seit acht Jah­ren zu Bett lag, weil er ge­lähmt war.

34 Da sagte Pe­trus zu ihm: »Äneas, Jesus Chris­tus macht dich ge­sund; stehe auf und mache dir dein Bett selbst!« Da stand er so­gleich auf,

35 und alle Ein­woh­ner von Lydda und (der Land­schaft) Saron sahen ihn und be­kehr­ten sich zum Herrn.

36 In Joppe aber lebte eine Jün­ge­rin namens Ta­bi­tha, das heißt auf deutsch ›Ga­zel­le‹; die tat au­ßer­or­dent­lich viel Gutes und spen­de­te reich­lich Al­mo­sen.

37 Ge­ra­de in jenen Tagen aber begab es sich, dass sie krank wurde und starb. Man wusch sie also und bahr­te sie in einem Ober­ge­mach auf.

38 Weil nun Lydda nahe bei Joppe liegt, sand­ten die Jün­ger auf die Nach­richt, dass Pe­trus dort sei, zwei Män­ner an ihn ab und lie­ßen ihn bit­ten: »Komm doch un­ver­züg­lich zu uns he­rü­ber!«

39 Da mach­te sich Pe­trus auf den Weg und ging mit ihnen. Nach sei­ner An­kunft führ­te man ihn in das Ober­ge­mach hi­n­auf; da tra­ten alle Wit­wen wei­nend zu ihm und zeig­ten ihm die Röcke und Ober­klei­der, wel­che die Ga­zel­le an­ge­fer­tigt hatte, als sie noch bei ihnen war.

40 Pe­trus ließ nun alle aus dem Zim­mer hi­n­aus­ge­hen, kniete nie­der und be­te­te; dann wand­te er sich der Toten zu und sagte: »Ta­bi­tha, stehe auf!« Da schlug sie die Augen auf, und als sie Pe­trus er­blick­te, setz­te sie sich auf­recht hin.

41 Er reich­te ihr nun die Hand und half ihr auf; dann rief er die Hei­li­gen und die Wit­wen her­bei und stell­te sie le­bend vor sie hin.

42 Das wurde in ganz Joppe be­kannt, und viele kamen zum Glau­ben an den Herrn.

43 Pe­trus blieb dann noch ge­rau­me Zeit in Joppe bei einem ge­wis­sen Simon, einem Ger­ber.

 


Ver­wen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
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