Reise nach Jeru­salem

Apg 21


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Lesung zum Sha­bat am 31. Ok­to­ber 2026

Apos­tel­ge­schichte 21

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Um 63 n. Chr.

1 Als wir uns dann von ihnen los­ge­ris­sen hat­ten und wie­der in See ge­gan­gen waren, kamen wir in ge­ra­der Fahrt nach Kos, am nächs­ten Tage nach Rho­dus und von dort nach Pa­tara.

2 Als wir dort ein Schiff fan­den, das nach Phö­ni­zi­en be­stimmt war, stie­gen wir ein und fuh­ren ab.

3 Wir be­ka­men Cy­pern in Sicht, das wir aber zur Lin­ken lie­gen lie­ßen, steu­er­ten auf Sy­ri­en zu und leg­ten in Tyrus an; denn dort hatte das Schiff seine La­dung zu lö­schen.

4 Wir such­ten nun die Jün­ger auf und blie­ben sie­ben Tage dort; jene warn­ten den Pau­lus auf Ein­ge­bung des Geis­tes wie­der­holt vor der Reise nach Je­ru­salem.

5 Als wir aber die Tage dort ver­lebt hat­ten, mach­ten wir uns zur Wei­ter­fahrt auf den Weg, wobei alle (Brü­der) samt Frau­en und Kin­dern uns das Ge­leit bis vor die Stadt hi­n­aus gaben. Am Stran­de knie­ten wir nie­der und be­te­ten;

6 dann nah­men wir Ab­schied von­ein­an­der und gin­gen an Bord, wäh­rend jene wie­der heim­kehr­ten.

7 Wir aber leg­ten den letz­ten Teil un­se­rer Fahrt zu­r­ück, indem wir von Tyrus nach Pto­le­ma­is se­gel­ten; wir be­grüß­ten auch hier die Brü­der, blie­ben aber nur einen Tag bei ihnen.

8 Am nächs­ten Mor­gen zogen wir wei­ter und kamen nach Cä­sa­rea, wo wir bei dem Evan­ge­lis­ten Phi­lip­pus, einem der sie­ben, ein­kehr­ten und bei ihm blie­ben.

9 Die­ser hatte vier un­ver­hei­ra­te­te Töch­ter, wel­che Pro­phe­ten­ga­be be­sa­ßen.

10 Wäh­rend un­se­res mehr­tä­gi­gen Auf­ent­halts (in Cä­sa­rea) kam ein Pro­phet na­mens Aga­bus aus Judäa herab

11 und be­such­te uns, er nahm den Gür­tel des Pau­lus, band sich Hände und Füße damit und sagte dann: »So spricht der hei­li­ge Geist: ›Den Mann, dem die­ser Gür­tel ge­hört, wer­den die Juden in Je­ru­sa­lem in die­ser Weise bin­den und ihn den Hei­den in die Hände lie­fern.‹«

12 Als wir das hör­ten, baten wir und die Ein­hei­mi­schen den Pau­lus in­stän­dig, er möch­te nicht nach Je­ru­sa­lem hi­n­auf­ge­hen.

13 Da ant­wor­te­te Pau­lus: »Was weint ihr so und macht mir das Herz schwer? Ich bin ja be­reit, mich in Je­ru­sa­lem nicht nur bin­den zu las­sen, son­dern auch den Tod für den Namen des Herrn Jesus zu er­lei­den!«

14 Weil er sich nun nicht um­stim­men ließ, be­ru­hig­ten wir uns und sag­ten: »Des Herrn Wille ge­schehe!«

15 Nach Ab­lauf die­ser Tage mach­ten wir uns rei­se­fer­tig und zogen nach Je­ru­sa­lem hi­n­auf.

16 Dabei be­glei­te­ten uns auch ei­ni­ge Jün­ger aus Cä­sa­rea und brach­ten uns zu einem ge­wis­sen Mna­son aus Cy­pern, einem alten Jün­ger, bei dem wir als Gäste woh­nen soll­ten.

17 Nach un­se­rer An­kunft in Je­ru­sa­lem nah­men uns die Brü­der mit Freu­den auf.

18 Gleich am fol­gen­den Tage ging Pau­lus mit uns zu Ja­ko­bus, und auch alle Äl­tes­ten fan­den sich dort ein.

19 Nach­dem Pau­lus sie be­grüßt hatte, er­zähl­te er ihnen alles im ein­zel­nen, was Gott unter den Hei­den durch seine Ar­beit voll­bracht hatte.

20 Als sie das ge­hört hat­ten, prie­sen sie Gott, sag­ten aber zu ihm: »Du siehst, lie­ber Bru­der, wie viele Tau­sen­de es unter den Juden gibt, die gläu­big ge­wor­den sind; doch alle sind sie eif­ri­ge An­hän­ger des (mo­sa­i­schen) Ge­set­zes.

21 Nun ist ihnen aber über dich be­rich­tet wor­den, dass du allen Juden, die unter den Hei­den leben, den Ab­fall von Mose pre­di­gest und ihnen emp­feh­lest, sie möch­ten ihre Kin­der nicht be­schnei­den las­sen und über­haupt die her­kömm­li­chen Ge­bräu­che nicht mehr be­ob­ach­ten.

22 Was ist da nun zu tun? Je­den­falls wer­den sie von dei­nem Hier­sein er­fah­ren.

23 Tu also, was wir dir raten! Wir haben hier (ge­ra­de) vier Män­ner unter uns, die ein Ge­lüb­de auf sich ge­nom­men haben;

24 nimm diese mit dir, lass dich mit ihnen rei­ni­gen und be­zah­le für sie (die zu ent­rich­ten­den Ge­büh­ren), damit sie sich das Haupt sche­ren las­sen kön­nen; dann wer­den alle ein­se­hen, dass an den Ge­rüch­ten, die ihnen über dich zu Ohren ge­kom­men sind, nichts Wah­res ist, dass viel­mehr auch du in der Be­ob­ach­tung des Ge­set­zes wan­delst.

25 Was aber die gläu­big ge­wor­de­nen Hei­den be­trifft, so haben wir be­schlos­sen und ihnen (schrift­lich) mit­ge­teilt, dass sie sich vor Göt­zen­op­fer­fleisch, vor (dem Ge­nuss von) Blut, vor dem Fleisch er­stick­ter Tiere und vor Un­zucht zu hüten haben.«

26 Da­r­auf­hin nahm Pau­lus die (be­tref­fen­den) Män­ner mit sich, ließ sich am fol­gen­den Tage rei­ni­gen und ging mit ihnen in den Tem­pel, wo er den Ab­schluss der Rei­ni­gungs­ta­ge an­mel­de­te, (die so lange dau­er­ten) bis für einen jeden von ihnen das Lö­se­op­fer dar­ge­bracht sein würde.

27 Als aber die sie­ben Tage (der Rei­ni­gungs­zeit) nahe­zu ab­ge­lau­fen waren, er­blick­ten ihn die Juden, die aus der Pro­vinz Asien ge­kom­men waren, im Tem­pel und brach­ten die ganze Volks­men­ge in Auf­ruhr; sie nah­men ihn fest

28 und rie­fen laut: »Ihr Män­ner von Is­ra­el, kommt uns zu Hilfe! Dies ist der Mensch, der über­all vor allen Leu­ten seine Lehre gegen unser Volk und gegen das Ge­setz und ge­gen diese Stät­te vor­trägt! Dazu hat er jetzt auch noch Grie­chen in den Tem­pel hi­n­ein­ge­bracht und da­durch diese hei­li­ge Stät­te ent­weiht!«

29 Sie hat­ten näm­lich vor­her den Tro­phi­mus aus Ephe­sus in der Stadt mit ihm zu­sam­men ge­se­hen und mein­ten nun, Pau­lus habe ihn in den Tem­pel mit­ge­nom­men.

30 So ge­riet denn die ganze Stadt in Be­we­gung, und es ent­stand ein Volks­auf­lauf; man er­griff Pau­lus und schlepp­te ihn aus dem Tem­pel hi­n­aus, wo­rauf des­sen Tore so­gleich ge­schlos­sen wur­den.

31 Wäh­rend man nun darauf aus­ging, ihn tot­zu­schla­gen, ge­lang­te an den Obers­ten der rö­mi­schen Ab­tei­lung die Mel­dung hi­n­auf, ganz Je­ru­sa­lem sei in Auf­ruhr.

32 Die­ser nahm (daher) so­fort Mann­schaf­ten und Haupt­leu­te mit sich und eilte zu ihnen hinab. Als jene nun den Obers­ten und die Sol­da­ten sahen, hör­ten sie auf, Pau­lus zu schla­gen.

33 Da trat der Oberst heran, be­mäch­tig­te sich sei­ner, ließ ihn in zwei Ket­ten legen und frag­te, wer er sei und was er getan habe.

34 Da schri­en alle in der Volks­men­ge durch­ein­an­der. Weil er nun wegen des Lärms nichts Si­che­res er­mit­teln konn­te, gab er Be­fehl, man solle Pau­lus in die Burg füh­ren.

35 Als Pau­lus aber an die Trep­pe (zur Burg hi­n­auf) ge­langt war, muss­te er wegen des ge­walt­sa­men An­drangs der Menge von den Sol­da­ten ge­tra­gen wer­den;

36 denn die Volks­men­ge zog mit unter dem lau­ten Ruf: »Nie­der mit ihm!«

37 Als nun Pau­lus eben in die Burg hi­n­ein­ge­führt wer­den soll­te, frag­te er den Obers­ten: »Darf ich dir etwas sagen?« Jener er­wi­der­te: »Du kannst Grie­chisch?

38 Da bist du also nicht der Ägyp­ter, der vor ei­ni­ger Zeit den Auf­ruhr er­regt und die vier­tau­send Mann Ban­di­ten in die Wüste hi­n­aus­ge­führt hat?«

39 Pau­lus ant­wor­te­te: »Nein, ich bin ein Jude aus Tar­sus, Bür­ger einer nam­haf­ten Stadt in Ci­li­ci­en. Er­lau­be mir, bitte, zum Volke zu reden!«

40 Als jener ihm die Er­laub­nis ge­ge­ben hatte, gab Pau­lus, auf der Trep­pe ste­hend, dem Volk ein Zei­chen mit der Hand; als dann völ­li­ge Stil­le ein­ge­tre­ten war, hielt er in der he­brä­i­schen Lan­des­spra­che fol­gen­de An­spra­che an sie:

 


Ver­wen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
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