„Aber auf dem Berge Zion wird eine Ret­tung sein“

Obadja 17 a

Le­sung des sog. 'Klei­nen Pro­phe­ten' Obadja

Obadja

Icon zur Tondatei

9. oder 6. Jahrh. v. Chr.

(Dies ist) die Weis­sa­gung Obad­jas. So hat Gott der HERR in bezug auf Edom ge­spro­chen:

Eine Kunde haben wir vom HERRN ver­nom­men, und eine Bot­schaft ist an die Völ­ker ge­sandt wor­den:


»Auf! Wir wol­len uns gegen ihn1 er­he­ben zum Kriege!«

»Wisse wohl: klein mache ich dich unter den Völ­kern; ganz ver­ach­tet sollst du sein!

Dein hoch­fah­ren­der Sinn hat dich be­tört, der du in Fels­klüf­ten auf hohem Sitze wohnst und in dei­nem Her­zen denkst: ›Wer könn­te mich zur Erde hi­n­ab­stür­zen?‹

Wenn du auch hoch hors­te­test wie der Adler und dein Nest zwi­schen den Ster­nen ge­baut wäre, würde ich dich doch von dort he­r­ab­ho­len!«


– so lau­tet der Aus­spruch des HERRN.

Wenn Diebe bei dir ein­ge­bro­chen wären oder nächt­li­che Räu­ber – ach, wie bist du zu­grun­de ge­rich­tet! –, so wür­den sie doch nur so­viel ge­stoh­len haben, als sie be­durf­ten; und wenn Wein­gärt­ner in dei­nen Wein­berg ein­ge­bro­chen wären, wür­den sie nicht eine Nach­le­se übrig­ge­las­sen haben?

Nun aber – wie ist Esau durch­stö­bert, wie sind seine ver­bor­gen­s­ten Schät­ze auf­ge­wühlt wor­den!

Bis an die Lan­des­gren­ze haben dich alle deine Ver­bün­de­ten ge­trie­ben; be­tro­gen und ver­ge­wal­tigt haben dich deine guten Freun­de; die dein Brot aßen, legen dir Fall­stri­cke.

»Für­wahr, an jenem Tage« – so lau­tet der Aus­spruch des HERRN – »werde ich die Wei­sen aus Edom ver­schwin­den las­sen und die Ein­sicht vom Berg­lan­de Esaus;

und deine tap­fe­ren Krie­ger, The­man, sol­len ver­zagen, auf dass auch der letz­te Mann aus dem Berg­lan­de Esaus aus­ge­rot­tet wird!«

10 Wegen des an dei­nem Bru­der Jakob ver­üb­ten Fre­vels las­tet Schan­de auf dir, und du wirst auf ewig ver­nich­tet.

11 Da­mals, als du da­bei­stan­dest, als Aus­län­der sein Hab und Gut weg­schlepp­ten und Frem­de in seine Tore ein­zo­gen und das Los über Je­ru­sa­lem war­fen, da bist auch du wie einer von ihnen ge­we­sen.

12 Und doch hät­test du deine Lust nicht sehen sol­len am Tage dei­nes Bru­ders, am Tage sei­nes Miss­ge­schicks, und hät­test keine Scha­den­freu­de über die Kin­der Juda am Tage ihres Un­ter­gangs emp­fin­den und dei­nen Mund nicht weit auf­rei­ßen dür­fen am Tage ihrer Not!

13 Du hät­test nicht in das Tor mei­nes Vol­kes ein­zie­hen sol­len am Tage sei­nes Un­glücks und auch nicht deine Lust sehen am Tage sei­nes Un­glücks, noch deine Hand nach sei­nem Hab und Gut aus­stre­cken dür­fen am Tage sei­nes Un­glücks!

14 Auch hät­test du dich nicht an den Tal­spal­ten auf­stel­len sol­len, um seine Flücht­lin­ge nie­der­zu­ma­chen, und hät­test seine Ent­ron­ne­nen nicht aus­lie­fern dür­fen am Tage der Drang­sal!

15 (b) Wie du getan hast, wird dir wie­der getan; was du ver­übt hast, fällt auf dein ei­ge­nes Haupt zu­rück!
(a) Denn nahe ist der Tag des HERRN über alle Völ­ker.

16 »Denn wie ihr (Ju­dä­er) auf mei­nem hei­li­gen Berge (den Zor­nes­be­cher) habt trin­ken müs­sen, so sol­len alle Völ­ker fort und fort (ihn) trin­ken; ja, sie sol­len trin­ken und tau­meln und sol­len wer­den, als wären sie nie ge­we­sen!

17 Aber auf dem Berge Zion wird eine Ret­tung sein, und er wird als hei­li­ges Ge­biet gel­ten, und die vom Hause Jakob wer­den ihren Be­sitz wie­der ein­neh­men.«

18 Und das Haus Jakob wird ein Feuer sein und das Haus Jo­seph eine Flam­me; aber das Haus Esau wird zu einem Stroh­bün­del wer­den, das von jenen an­ge­zün­det und ver­zehrt wird, so dass vom Hause Esau nichts übrig­bleibt; denn der HERR hat es aus­ge­spro­chen.

19 Und die im Süd­land Woh­nen­den wer­den das Berg­land Esaus in Be­sitz neh­men und die in der Nie­de­rung Woh­nen­den das Phi­lis­ter­land; auch das Ge­fil­de Eph­ra­ims und das Ge­fil­de Sa­ma­ri­as wer­den sie ein­neh­men, und Ben­ja­min wird Gi­le­ad be­set­zen;

20 und die in die Ge­fan­gen­schaft Ge­führ­ten, diese Heer­schar der Kin­der Is­ra­el, wer­den Phö­ni­zi­en bis Sa­rep­ta hin er­o­bern; und die aus Je­ru­sa­lem in die Ge­fan­gen­schaft Ge­führ­ten, die sich in Sep­ha­rad be­fin­den, wer­den die Städ­te des Süd­lan­des in Be­sitz neh­men.

21 Dann wer­den sie als Be­frei­er auf den Berg Zion hi­n­auf­zie­hen, um Rich­ter im Berg­lan­de Esaus zu sein; das Kö­nig­tum aber wird dem HERRN ge­hö­ren.

 


1) "Wir wol­len uns gegen ihn er­he­ben …"
Ge­meint ist hier Esau.
Lt. 'Je­ru­sa­le­mer Bibel Le­xi­kon' war Esau »Erst­ge­bo­re­ner Sohn Isa­aks und Re­bek­kas und Ahn­herr der Edo­mi­ter«.
Hänss­ler 1995, ©  Copy­right 1986 by G.G. The Je­ru­sa­lem Pub­li­shing House, Ltd.

Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Pro­jekt.

Link zu 'Xiphos' (= Schwert; ge­meint das des Geis­tes): xiphos.org

Link zu 'Sword': crosswire.org

 

© Web­seite lt. Im­pres­sum, 2026