„So ging Petrus denn hinter ihm her hinaus“

Apg 12, 9 a

Le­sung der 'Apos­tel­ge­schichte'

Apg 12

Icon zur Tondatei

Um 63 n. Chr.

Um jene Zeit ließ der König He­ro­des ei­ni­ge Mit­glie­der der Ge­mein­de ge­fan­gen­neh­men, um seine Wut an ihnen aus­zu­las­sen.

So ließ er Ja­ko­bus, den Bru­der des Jo­han­nes, mit dem Schwert hin­rich­ten;

und als er sah, dass sein Vor­ge­hen den Bei­fall der Juden fand, ließ er wei­ter auch Pe­trus ver­haf­ten, und zwar wäh­rend der Tage der un­ge­säu­er­ten Brote.

Als er ihn nun fest­ge­nom­men hatte, ließ er ihn ins Ge­fäng­nis set­zen und über­trug seine Be­wa­chung vier Ab­tei­lun­gen Sol­da­ten von je vier Mann; nach dem Pas­sah woll­te er ihn dann dem Volk (zur Ab­ur­tei­lung) vor­füh­ren las­sen.

So wurde also Pe­trus im Ge­fäng­nis be­wacht, wäh­rend von der Ge­mein­de un­ab­läs­sig für ihn zu Gott ge­be­tet wurde.

Als ihn nun He­ro­des (zur Ver­ur­tei­lung) vor­füh­ren las­sen woll­te, schlief Pe­trus in der Nacht zuvor zwi­schen zwei Sol­da­ten, mit zwei Ket­ten ge­fes­selt; au­ßer­dem ver­sa­hen Pos­ten vor der Tür die Be­wa­chung (der Zelle).

Da stand mit ei­nem­mal ein Engel des Herrn da, und Licht­schein er­hell­te den Raum. Der Engel weck­te den Pe­trus durch einen Stoß in die Seite und sagte zu ihm: »Stehe schnell auf!« Zu­gleich fie­len ihm die Ket­ten von den Armen ab.

Weiter sagte der Engel zu ihm: »Gürte dich und binde dir die San­da­len unter!« Das tat Pe­trus. Dann sagte der Engel zu ihm: »Wirf dir dei­nen Man­tel um und folge mir!«

So ging Pe­trus denn hin­ter ihm her (aus der Zelle) hi­n­aus, wuss­te aber nicht, dass das, was durch den Engel ge­schah, Wirk­lich­keit war; er mein­te viel­mehr zu träu­men.

10 Als sie dann an dem ers­ten und zwei­ten Wach­pos­ten vo­r­ü­ber­ge­gan­gen waren, kamen sie an das ei­ser­ne Tor, das zur Stadt hi­n­aus­führ­te; die­ses öff­ne­te sich ihnen von selbst, und nach­dem sie hi­n­aus­ge­tre­ten waren, gin­gen sie eine Straße weit vor­wärts; da ver­schwand plötz­lich der Engel neben ihm.

11 Als Pe­trus nun zu sich kam, sagte er: »Jetzt weiß ich in Wahr­heit, dass der Herr sei­nen Engel ge­sandt und mich aus der Hand des He­ro­des und vor der gan­zen Gier des jü­di­schen Volks ge­ret­tet hat.«

12 Nach­dem er sich hie­r­ü­ber klar ge­wor­den war, ging er nach dem Hause der Maria, der Mut­ter des Jo­han­nes, der den Bei­na­men Mar­kus führ­te; hier waren viele (Brü­der) ver­sam­melt und be­te­ten.

13 Als er nun an die Tür des Hof­to­res ge­klopft hatte, kam eine Magd na­mens Rhode her­bei, um zu hor­chen, wer da sei.

14 Als sie Pe­trus an der Stim­me er­kann­te, schloss sie in ihrer Freu­de das Tor nicht auf, son­dern lief ins Haus hi­n­ein und mel­de­te, Pe­trus stehe vor dem Tor.

15 Jene ant­wor­te­ten ihr: »Du bist von Sin­nen!«, doch sie ver­si­cher­te be­stimmt, es ver­hal­te sich so.

16 Da sag­ten sie: »Es muss sein Engel sein!« Pe­trus aber fuhr in­zwi­schen be­harr­lich fort zu po­chen; da schlos­sen sie auf, sahen ihn und ge­rie­ten in das höchs­te Er­stau­nen.

17 Er aber gab ihnen mit der Hand einen Wink, sie möch­ten sich still ver­hal­ten, er­zähl­te ihnen dann, wie der Herr ihn aus dem Ge­fäng­nis he­r­aus­ge­führt habe, und gab ihnen den Auf­trag: »Teilt dies dem Ja­ko­bus und den (übri­gen) Brü­dern mit!« Da­r­auf ent­fern­te er sich und begab sich an einen an­de­ren Ort.

18 Nach Ta­ges­an­bruch aber ent­stand eine nicht ge­rin­ge Be­stür­zung unter den Sol­da­ten, was wohl mit Pe­trus ge­sche­hen sei.

19 He­ro­des woll­te ihn näm­lich holen las­sen; und als er ihn nicht vor­fand, stell­te er ein Ver­hör mit den Wäch­tern an und ließ sie (zur Hin­rich­tung) ab­füh­ren. Dar­nach begab er sich aus Judäa nach Cä­sa­rea hinab und ver­leg­te dort­hin seine Hof­hal­tung.

20 Er war da­mals aber gegen die Ein­woh­ner von Tyrus und Sidon er­bit­tert; diese schick­ten je­doch nach ge­mein­sa­mem Be­schluss eine Ge­sandt­schaft an ihn, ge­wan­nen Blas­tus, den kö­nig­li­chen Kam­mer­herrn, für sich und baten um Frie­den; ihr Land war näm­lich be­züg­lich der Zu­fuhr auf das Land des Kö­nigs an­ge­wie­sen.

21 Am fest­ge­setz­ten Tage nun legte He­ro­des kö­nig­li­che Ge­wan­dung an, nahm auf der Red­ner­büh­ne Platz und hielt eine An­spra­che an sie.

22 Dabei rief das Volk ihm zu: »Ein Gott redet und nicht ein Mensch!«

23 Da schlug ihn au­gen­blick­lich ein Engel des Herrn zur Strafe dafür, dass er nicht Gott die Ehre ge­ge­ben hatte: er er­krank­te am Wurm­fraß und be­schloss sein Leben.

24 Das Wort Got­tes je­doch wuchs und brei­te­te sich immer wei­ter aus.

25 Bar­na­bas und Sa­u­lus aber kehr­ten nach Aus­rich­tung ihres Auf­trags von Je­ru­sa­lem (nach An­ti­o­chia) zurück und nah­men auch Jo­han­nes mit dem Bei­na­men Mar­kus mit sich.

 


Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword-Pro­jekt.

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