„So gin­gen denn die bei­den, vom hei­li­gen Geist aus­ge­sandt“

Apg 13, 4 a

Le­sung der 'Apos­tel­ge­schichte'

Apg 13

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Um 63 n. Chr.

In An­ti­o­chia wirk­ten da­mals in der dor­ti­gen Ge­mein­de fol­gen­de Pro­phe­ten und Leh­rer: Bar­na­bas, Sy­me­on mit dem Bei­na­men Niger, Lu­ci­us aus Cy­re­ne, Ma­na­ën, der mit dem Vier­fürs­ten He­ro­des er­zo­gen wor­den war, und Sa­u­lus.

Als sie nun einst dem Herrn Got­tes­dienst hiel­ten und fas­te­ten, gebot der hei­li­ge Geist: »Son­dert mir doch Bar­na­bas und Sa­u­lus für das Werk aus, zu dem ich sie be­ru­fen habe!«

Da fas­te­ten und be­te­ten sie, leg­ten ihnen die Hände auf und lie­ßen sie zie­hen.

So gin­gen denn die bei­den, vom hei­li­gen Geist aus­ge­sandt, nach Se­le­u­cia hinab, fuh­ren von dort zu Schiff nach Cy­pern

und ver­kün­dig­ten nach ihrer An­kunft dort in Sa­la­mis das Wort Got­tes in den Sy­na­go­gen der Juden; als Ge­hil­fen hat­ten sie noch Jo­han­nes (Markus) bei sich.

Nach­dem sie nun die ganze Insel bis nach Pa­phos durch­zo­gen hat­ten, tra­fen sie dort einen jü­di­schen Zau­be­rer und fal­schen Pro­phe­ten na­mens Bar­je­sus,

der zu der Um­ge­bung des (rö­mi­schen) Statt­hal­ters Ser­gi­us Pau­lus, eines ver­stän­di­gen Man­nes, ge­hör­te. Die­ser ließ Bar­na­bas und Sa­u­lus zu sich rufen und wünsch­te von ihnen das Wort Got­tes zu hören.

Da trat aber Ely­mas, der Zau­be­rer – so lau­tet näm­lich sein Name über­setzt –, ihnen ent­ge­gen und such­te den Statt­hal­ter vom Glau­ben ab­zu­hal­ten.

Sau­lus aber, der auch Pau­lus heißt, blick­te ihn fest an und sagte, voll hei­li­gen Geis­tes:

10 »O du Teu­fels­sohn, der du ganz voll von lau­ter Lug und Trug bist, du Feind aller Ge­rech­tig­keit, wirst du nicht auf­hö­ren, die ge­ra­den Wege des Herrn krumm zu ma­chen?

11 Jetzt aber kommt die Hand des Herrn über dich: du sollst blind sein und das Son­nen­licht eine Zeit­lang nicht se­hen!« Da fiel au­gen­blick­lich Dun­kel und Fins­ter­nis auf ihn: er tapp­te umher und such­te nach je­man­dem, der ihn an der Hand füh­ren sollte.

12 Als der Statt­hal­ter den Vor­gang sah, kam er zum Glau­ben und war voll Stau­nens über die (Kraft der) Lehre des Herrn.

13 Von Pa­phos gin­gen Pau­lus und seine Ge­fähr­ten wie­der in See und kamen nach Perge in Pam­phy­li­en; hier trenn­te sich Jo­han­nes von ihnen und kehr­te nach Je­ru­sa­lem zu­rück.

14 Sie aber zogen von Perge aus land­ein­wärts wei­ter und ge­lang­ten nach dem pi­si­di­schen An­ti­o­chia, wo sie am Sab­bat­ta­ge in die Sy­na­go­ge gin­gen und sich dort (auf den für Frem­de be­stimm­ten Plät­zen) nie­der­setz­ten.

15 Nach der Schrift­ver­le­sung aus dem Ge­setz und den Pro­phe­ten lie­ßen ihnen die Vor­ste­her der Sy­na­go­ge sagen: »Werte Brü­der, wenn ihr eine er­bau­li­che An­spra­che an das Volk zu rich­ten habt, so redet!«

16 Da stand Pau­lus auf, gab einen Wink mit der Hand und sagte: »Ihr Män­ner von Is­ra­el und ihr, die ihr Gott fürch­tet, hört mich an!

17 Der Gott un­sers Vol­kes Is­ra­el hat un­se­re Väter sich er­wählt und unser Volk wäh­rend sei­nes Auf­ent­halts in dem frem­den Lande Ägyp­ten em­por­ge­bracht und sie dann mit hoch­er­ho­be­nem Arm von dort weg­ge­führt.

18 Wäh­rend einer Zeit von un­ge­fähr vier­zig Jah­ren hat er sie dann in der Wüste mit scho­nen­der Liebe ge­tra­gen,

19 hat sie­ben Völ­ker im Lande Ka­na­an ver­nich­tet und ihnen deren Land zum Be­sitz ge­ge­ben;

20 das hat un­ge­fähr vier­hun­dert­fünf­zig Jahre ge­dau­ert. Hie­r­auf gab er ihnen Rich­ter bis auf den Pro­phe­ten Samuel.

21 Von da an woll­ten sie einen König haben, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stam­me Ben­ja­min, für vier­zig Jahre.

22 Nach des­sen Ver­wer­fung er­hob er David zum König über sie; ihm hat er dann auch das Zeug­nis er­teilt: ›Ich habe David ge­fun­den, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Her­zen, der in allem mei­nen Wil­len tun wird.‹

23 Die­ser ist’s, aus des­sen Nach­kom­men­schaft Gott jetzt nach sei­ner Ver­hei­ßung Jesus als Ret­ter für Is­ra­el hat her­vor­ge­hen las­sen,

24 nach­dem vor des­sen Auf­tre­ten Jo­han­nes dem gan­zen Volk Is­ra­el eine Taufe der Buße ver­kün­digt hatte.

25 Als aber Jo­han­nes am Ab­schluss sei­ner Lauf­bahn stand, er­klär­te er: ›Das, wofür ihr mich hal­tet, bin ich nicht; doch wis­set wohl, nach mir kommt der, für den ich nicht gut genug bin, ihm die Schu­he von den Füßen los­zu­bin­den!‹

26 Werte Brü­der, Söhne von Abra­hams Ge­schlecht, und ihr an­de­ren hier, die ihr Gott fürch­tet: an uns ist diese Heils­ver­kün­di­gung er­gan­gen!

27 Denn die Be­woh­ner Je­ru­sa­lems und ihre Obe­ren haben, ob­wohl sie die­sen Jesus nicht er­kann­ten, doch die Aus­sprü­che der Pro­phe­ten, die an jedem Sab­bat zur Ver­le­sung kom­men, durch ihr Ver­dam­mungs­ur­teil zur Er­fül­lung ge­bracht

28 und, ob­wohl sie keine to­des­wür­di­ge Schuld an ihm fan­den, doch seine Hin­rich­tung von Pi­la­tus ver­langt.

29 Nach­dem sie schließ­lich alles aus­ge­führt hat­ten, was über ihn in der Schrift steht, haben sie ihn vom Kreuz he­r­ab­ge­nom­men und ihn in ein Grab ge­legt.

30 Gott aber hat ihn von den Toten auf­er­weckt,

31 und meh­re­re Tage hin­durch ist er denen er­schie­nen, die mit ihm aus Ga­li­läa nach Je­ru­sa­lem hi­n­auf­ge­zo­gen waren und die jetzt Zeu­gen für ihn dem Volk ge­gen­ü­ber sind.

32 Und wir brin­gen euch die das Heil ver­kün­den­de Bot­schaft, dass Gott die Ver­hei­ßung, die un­sern Vä­tern einst zu­teil ge­wor­den ist,

33 für uns, die Nach­kom­men jener, durch die Auf­er­we­ckung Jesu zur Er­fül­lung ge­bracht hat, wie ja auch im zwei­ten Psalm ge­schrie­ben steht: ›Du bist mein Sohn, ich habe dich heute ge­zeugt.‹

34 Dass er ihn aber von den Toten auf­er­weckt hat, um ihn nicht wie­der der Ver­we­sung an­heim­fal­len zu las­sen, hat er mit den Wor­ten aus­ge­spro­chen: ›Ich will euch die hei­li­gen, dem David ver­hei­ße­nen un­ver­brüch­li­chen Güter ver­lei­hen.‹

35 Darum heißt es auch an einer an­dern Stel­le: ›Du wirst nicht zu­las­sen, dass dein Hei­li­ger die Ver­we­sung sieht.‹

36 Denn David selbst ist doch ent­schla­fen, nach­dem er zu sei­ner Zeit dem Wil­len Got­tes ge­dient hatte: er ist zu seinen Vä­tern ver­sam­melt wor­den und hat die Ver­we­sung ge­se­hen;

37 der aber, den Gott auf­er­weckt hat, der hat die Ver­we­sung nicht ge­se­hen.

38 So soll euch denn kund­ge­tan sein, werte Brü­der, dass euch durch die­sen (Jesus) die Ver­ge­bung der Sün­den ver­kün­digt wird,

39 und von allem, wovon ihr durch das mo­sa­i­sche Ge­setz keine Recht­fer­ti­gung habt er­lan­gen kön­nen, wird in die­sem ein jeder ge­recht­fer­tigt, der da glaubt.

40 Darum seht wohl zu, dass [bei euch] nicht das Pro­phe­ten­wort zu­treffe:

41 ›Seht, ihr Ver­äch­ter, ver­wun­dert euch und ver­geht! Denn ein Werk voll­füh­re ich in euren Tagen, ein Werk, das ihr ge­wiss nicht glau­ben wür­det, wenn je­mand es euch er­zählte.‹«

42 Als sie dann die Sy­na­go­ge ver­lie­ßen, sprach man die Bitte gegen sie aus, sie möch­ten am nächs­ten Sab­bat von die­sen Din­gen noch wei­ter zu ihnen reden.

43 Nach­dem nun die Sy­na­go­gen-Ver­samm­lung aus­ein­an­der­ge­gan­gen war, folg­ten viele von den Juden und den got­tes­fürch­ti­gen Hei­den­ju­den dem Pau­lus und Bar­na­bas nach; diese re­de­ten ihnen eif­rig zu und er­mahn­ten sie, in der Gnade Got­tes zu ver­har­ren.

44 Am fol­gen­den Sab­bat aber fand sich bei­na­he die ganze Stadt ein, um das Wort Got­tes zu hören.

45 Als je­doch die Juden die Volks­men­ge sahen, wur­den sie mit Ei­fer­sucht er­füllt und wi­der­spra­chen den Dar­le­gun­gen des Pau­lus unter Schmä­hun­gen.

46 Da er­klär­ten ihnen Pau­lus und Bar­na­bas mit Frei­mut: »Euch (Juden) muss­te das Wort Got­tes zu­erst ver­kün­digt wer­den; weil ihr es aber zu­rück­stoßt und euch selbst des ewi­gen Le­bens nicht für wür­dig er­ach­tet, so wen­den wir uns nun­mehr zu den Hei­den!

47 Denn so hat uns der Herr ge­bo­ten: ›Ich habe dich zum Licht der Hei­den ge­macht, damit du zum Heil wer­dest bis ans Ende der Erde.‹«

48 Als die Hei­den das hör­ten, freu­ten sie sich und prie­sen das Wort des Herrn; und alle, soweit sie zum ewi­gen Leben ver­ord­net waren, wur­den gläu­big.

49 So ver­brei­te­te sich denn das Wort des Herrn durch die ganze Ge­gend.

50 Die Juden aber hetz­ten die vor­neh­men Frau­en, die sich zum Ju­den­tum hiel­ten, und die an­ge­se­hens­ten Män­ner der Stadt auf, er­reg­ten eine Ver­fol­gung gegen Pau­lus und Bar­na­bas und ver­trie­ben sie aus dem Ge­biet ihrer Stadt.

51 Da schüt­tel­ten diese den Staub von ihren Füßen (zum Zeug­nis) gegen sie und be­ga­ben sich nach Iko­nium;

52 die Jün­ger aber wur­den mit Freu­de und mit hei­li­gem Geist er­füllt.

 


Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword-Pro­jekt.

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Link zu 'Sword': crosswire.org

 

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