„Denn ich bin mit dir“

Apg 18, 10 a

Le­sung der 'Apos­tel­ge­schichte'

Apg 18

Icon zur Tondatei

Um 63 n. Chr.

1 Hie­r­auf ver­ließ Pau­lus Athen und begab sich nach Ko­rinth.

2 Dort traf er einen Juden na­mens Aqui­la, der aus Pon­tus stamm­te und erst vor kur­zem mit sei­ner Frau Pris­cil­la aus Ita­li­en ge­kom­men war, weil (der Kai­ser) Klau­di­us alle Juden aus Rom hatte aus­wei­sen las­sen. Pau­lus be­such­te die bei­den,

3 und weil er das glei­che Hand­werk be­trieb wie sie, blieb er bei ihnen woh­nen und ar­bei­te­te mit ihnen zu­sam­men; sie waren näm­lich nach ihrem Hand­werk Zelt­ma­cher.

4 In der Sy­na­go­ge aber be­sprach er sich an jedem Sab­bat und such­te Juden wie Grie­chen zu ge­win­nen.

5 Als dann Silas und Ti­mo­the­us aus Ma­ze­do­ni­en ein­ge­trof­fen waren, wid­me­te Pau­lus sich ganz der Lehr­tä­tig­keit und be­zeug­te den Juden nach­drück­lich, dass Jesus der Gott­ge­salb­te sei.

6 Weil sie aber nichts davon wis­sen woll­ten und Läs­ter­re­den führ­ten, schüt­tel­te er den Staub von sei­nen Klei­dern ab und sagte zu ihnen: »Euer Blut komme auf euer Haupt: ich bin un­schul­dig! Von nun an wende ich mich an die Hei­den!«

7 Damit ging er von dort weg und begab sich in das Haus eines Hei­den­ju­den na­mens Ti­ti­us Jus­tus, des­sen Haus an die Sy­na­go­ge an­stieß.

8 Cris­pus aber, der Vor­ste­her der Sy­na­go­ge, wurde mit sei­nem gan­zen Hau­se gläu­big an den Herrn, und eben­so kamen viele Ko­rin­ther, die Pau­lus pre­di­gen hör­ten, zum Glau­ben und lie­ßen sich tau­fen.

9 Der Herr aber sagte zu Pau­lus bei Nacht in einem Traum­ge­sicht: »Fürch­te dich nicht, son­dern rede wei­ter und schwei­ge nicht;

10 denn ich bin mit dir, und nie­mand soll sich an dir ver­grei­fen und dir ein Leid an­tun; denn ich habe ein zahl­rei­ches Volk in die­ser Stadt.«

11 So blieb denn Pau­lus an­dert­halb Jahre dort und lehr­te das Wort Got­tes unter ihnen.

12 Als aber Gal­lio Statt­hal­ter von Grie­chen­land (ge­wor­den) war, tra­ten die Juden ein­mü­tig gegen Pau­lus auf und führ­ten ihn vor den Rich­ter­stuhl (des Statt­hal­ters)

13 mit der Be­schul­di­gung: »Die­ser Mensch ver­lei­tet die Leute zu einer Got­tes­ver­eh­rung, die gegen unser Ge­setz ver­stößt.«

14 Als Pau­lus sich nun da­ge­gen ver­ant­wor­ten woll­te, sagte Gal­lio zu den Juden: »Wenn ir­gend­ein Ver­bre­chen oder ein bös­wil­li­ges Ver­ge­hen vor­lä­ge, ihr Juden, so würde ich eure Klage selbst­ver­ständ­lich an­ge­nom­men haben;

15 wenn es sich je­doch (nur) um Streit­fra­gen über eine Lehre und über Be­nen­nun­gen und über das für euch gül­ti­ge Ge­setz han­delt, so müsst ihr selbst zu­se­hen: über sol­che Dinge will ich nicht Rich­ter sein.«

16 Damit wies er sie von sei­nem Rich­ter­stuhl weg.

17 Da fie­len alle über Sos­the­nes, den Vor­ste­her der Sy­na­go­ge, her und ver­prü­gel­ten ihn vor dem Rich­ter­stuhl; Gal­lio aber küm­mer­te sich nicht wei­ter darum.

18 Nach­dem Pau­lus dann noch län­ge­re Zeit (in Ko­rinth) ge­blie­ben war, nahm er von den Brü­dern Ab­schied und trat die See­fahrt nach Sy­ri­en an, und zwar zu­sam­men mit Pris­cil­la und Aqui­la, nach­dem er sich in Ken­chreä (dem öst­li­chen Hafen Ko­rinths) das Haupt hatte sche­ren las­sen, weil er ein Ge­lüb­de getan hatte.

19 Sie kamen dann nach Ephe­sus, wo Pau­lus sich von jenen bei­den trenn­te; er selbst aber ging in die Sy­na­go­ge und un­ter­re­de­te sich mit den Juden.

20 Als sie ihn aber baten, er möch­te noch län­ger dort blei­ben, ging er nicht da­r­auf ein,

21 son­dern nahm Ab­schied von ihnen mit den Wor­ten: »[Ich muss durch­aus das be­vor­ste­hen­de Fest in Je­ru­sa­lem fei­ern; aber] so Gott will, werde ich spä­ter zu euch zu­rück­keh­ren.« Dann fuhr er zu Schiff von Ephe­sus ab,

22 lan­de­te in Cä­sa­rea, ging (nach Je­ru­sa­lem) hi­n­auf, wo er die Ge­mein­de be­grüß­te, und zog dann nach An­ti­o­chia hinab.

23 Nach­dem er dort ei­ni­ge Zeit zu­ge­bracht hatte, brach er wie­der auf, durch­wan­der­te von einem Ort zum an­de­ren das ga­la­ti­sche Land und Phry­gi­en und stärk­te über­all die Jün­ger durch Zu­spruch.

24 In­zwi­schen war ein Jude na­mens Apol­los, der aus Ale­xan­dria stamm­te, ein ge­lehr­ter Mann, der in den (hei­li­gen) Schrif­ten au­ßer­or­dent­lich be­wan­dert war, nach Ephe­sus ge­kom­men.

25 Er hatte Un­ter­wei­sung über den Weg des Herrn er­hal­ten, re­de­te mit glü­hen­der Be­geis­te­rung und trug das auf Jesus Be­züg­li­che rich­tig vor, ob­gleich er nur von der Taufe des Jo­han­nes wusste.

26 Die­ser Mann fing dann auch an, in der Sy­na­go­ge frei­mü­tig zu re­den. Als Pris­cil­la und Aqui­la ihn ge­hört hat­ten, tra­ten sie mit ihm in Ver­bin­dung und setz­ten ihm die Lehre Got­tes noch ge­nau­er aus­ein­an­der.

27 Als er dann nach Grie­chen­land hi­n­über­zu­rei­sen wünsch­te, be­stärk­ten die Brü­der ihn in die­ser Ab­sicht und schrie­ben an die Jün­ger (in Ko­rinth), sie möch­ten ihn freund­lich auf­neh­men. Nach sei­ner An­kunft leis­te­te er denen, die gläu­big ge­wor­den waren, durch seine Gna­den­gabe die er­freu­lich­sten Dien­ste;

28 denn in schla­gen­der Weise wi­der­leg­te er die Juden öf­fent­lich, indem er aus den (hei­li­gen) Schrif­ten nach­wies, dass Jesus der Mes­sias sei.

 


Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword-Pro­jekt.

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