„Denn in ihm leben wir und be­we­gen wir uns und sind wir“

Apg 17, 28 a

Le­sung der 'Apos­tel­ge­schichte'

Apg 17

Icon zur Tondatei

Um 63 n. Chr.

1 Nach­dem sie durch Am­phi­po­lis und Apol­lo­nia ge­wan­dert waren, kamen sie nach Thes­sa­lo­ni­ke, wo es eine Sy­na­go­ge der Juden gab.

2 Nach sei­ner Ge­wohn­heit ging Pau­lus zu ihnen hi­n­ein und be­sprach sich an drei Sab­ba­ten mit ihnen auf Grund der Schrift­worte,

3 die er ihnen aus­leg­te und aus denen er dar­tat, dass Chris­tus lei­den und von den Toten auf­er­ste­hen muss­te, und (so schloss er): »Die­ser Jesus, den ich euch ver­kün­di­ge, ist Christus.«

4 Ei­ni­ge von ihnen lie­ßen sich auch über­zeu­gen und wur­den für Pau­lus und Silas ge­won­nen, eben­so auch got­tes­fürch­ti­ge Grie­chen in großer Zahl und nicht we­ni­ge von den vor­nehm­sten Frauen.

5 Da­r­ü­ber wur­den aber die Juden ei­fer­süch­tig, nah­men ei­ni­ge schlech­te Män­ner aus dem Stra­ßen­ge­sin­del zu Hilfe, er­reg­ten einen Volks­auf­lauf und brach­ten die Stadt in Auf­ruhr; dann stell­ten sie sich vor dem Hause Ja­sons auf und such­ten dort nach Pau­lus und Silas, um sie dem ver­sam­mel­ten Volke vor­zu­füh­ren.

6 Als man sie dort aber nicht fand, schlepp­ten sie den Jason und ei­ni­ge Brü­der vor die Ober­häup­ter der Stadt, wobei sie schri­en: »Diese Men­schen, die den gan­zen Erd­kreis auf­ge­wie­gelt haben, sind jetzt auch hier­her ge­kom­men:

7 Jason hat sie bei sich auf­ge­nom­men, und diese Leute ver­sto­ßen alle gegen die Ver­ord­nun­gen des Kai­sers, denn sie be­haup­ten, ein an­de­rer sei König, näm­lich Jesus.«

8 Durch sol­che Reden ver­setz­ten sie die Volks­men­ge und auch die Ober­häup­ter der Stadt in Auf­re­gung;

9 diese lie­ßen sich von Jason und den an­de­ren die er­for­der­li­che Bürg­schaft stel­len und gaben sie dann frei.

10 Die Brü­der aber ver­an­lass­ten den Pau­lus und Silas so­gleich noch wäh­rend der Nacht dazu, nach Beröa auf­zu­bre­chen, wo sie sich nach ihrer An­kunft in die Sy­na­go­ge der Juden be­gaben.

11 Diese waren edler ge­sinnt als die Juden in Thes­sa­lo­ni­ke: sie nah­men das Wort mit aller Be­reit­wil­lig­keit an und forsch­ten Tag für Tag in den (heiligen) Schrif­ten, ob dies (alles) sich so ver­halte.

12 So wur­den denn viele von ihnen gläu­big, auch von den vor­neh­men grie­chi­schen Fra­uen und Män­nern nicht we­nige.

13 Als je­doch die Juden in Thes­sa­lo­ni­ke er­fuh­ren, dass auch in Beröa das Wort Got­tes von Pau­lus ver­kün­digt wor­den sei, kamen sie auch dort­hin und ver­setz­ten die Volks­mas­sen in Un­ru­he und Auf­re­gung.

14 Da lie­ßen die Brü­der den Pau­lus so­gleich (aus der Stadt) weg­ge­hen, damit er sich ans Meer be­gä­be, wäh­rend Silas und Ti­mo­the­us dort (in Beröa) zu­rück­blie­ben.

15 Die Ge­lei­ter des Pau­lus aber brach­ten ihn bis Athen und kehrten dann von dort wie­der zu­rück mit dem Auf­trag an Silas und Ti­mo­the­us, sie möch­ten mög­lichst bald zu ihm kom­men.

16 Wäh­rend Pau­lus nun in Athen auf sie war­te­te, wurde er in­ner­lich schmerz­lich er­regt, weil er die Stadt voll von Göt­ter­bil­dern sah.

17 Er be­sprach sich in der Sy­na­go­ge mit den Juden und den zum Ju­den­tum über­ge­tre­te­nen Grie­chen, eben­so auf dem Mark­te Tag für Tag mit denen, die er dort ge­ra­de an­traf.

18 Aber auch ei­ni­ge epi­ku­re­i­sche und sto­i­sche Phi­lo­so­phen lie­ßen sich mit ihm ein, und man­che sag­ten: »Was fällt denn die­sem Schwät­zer ein zu be­haup­ten?« An­de­re aber mein­ten: »Er scheint ein Ver­kün­der frem­der Gott­hei­ten zu sein« – er ver­kün­dig­te näm­lich die Heils­bot­schaft von Jesus und von der Auf­er­ste­hung.

19 So nah­men sie ihn denn mit sich, führ­ten ihn auf den Ares­hü­gel und frag­ten: »Dür­fen wir er­fah­ren, was das für eine neue Lehre ist, die du vor­trägst?

20 Du gibst uns selt­sa­me Dinge zu hören; darum möch­ten wir gern wissen, was da­hin­ter steckt.«

21 Alle Athe­ner näm­lich und auch die dort sich auf­hal­ten­den Aus­län­der hat­ten für nichts an­de­res so viel Zeit übrig als dafür, ir­gend­ei­ne Neu­ig­keit zu er­zäh­len oder zu hören.

22 So trat denn Pau­lus mit­ten auf den Ares­hü­gel und hielt fol­gen­de Rede: »Män­ner von Athen! Nach allem, was ich sehe, seid ihr in be­son­de­rem Grade eif­ri­ge Got­tes­ver­eh­rer.

23 Denn als ich hier um­her­ging und mir eure Hei­lig­tü­mer an­sah, fand ich auch einen Altar mit der Auf­schrift: ›Einem un­be­kann­ten Gott‹. Das Wesen nun, das ihr ver­ehrt, ohne es zu ken­nen, das ver­kün­di­ge ich euch.

24 Der Gott, der die Welt und alles, was in ihr ist, ge­schaf­fen hat, er, der Herr des Him­mels und der Erde, wohnt nicht in Tem­peln, die von Men­schen­hand er­baut sind,

25 lässt sich auch nicht von Men­schen­hän­den be­die­nen, als ob er etwas be­dürf­te, wäh­rend er doch selbst allen Wesen Leben und Odem und alles an­de­re gibt.

26 Er hat auch ge­macht, dass das ganze Men­schen­ge­schlecht von einem ein­zi­gen (Stamm­va­ter) her auf der gan­zen Ober­flä­che der Erde wohnt, und hat für sie be­stimm­te Zei­ten ihres Be­ste­hens und auch die Gren­zen ihrer Wohn­sit­ze fest­ge­setzt:

27 sie soll­ten Gott su­chen, ob sie ihn wohl wahr­neh­men und fin­den möch­ten, ihn, der ja nicht fern von einem jeden unter uns ist;

28 denn in ihm leben wir und be­we­gen wir uns und sind wir, wie ja auch einige von euren Dich­tern ge­sagt haben: ›Sei­nes Ge­schlechts sind auch wir.‹

29 Weil wir also gött­li­chen Ge­schlechts sind, dür­fen wir nicht mei­nen, die Gott­heit glei­che dem Gold oder Sil­ber oder Stein, einem Ge­bil­de mensch­li­cher Kunst­fer­tig­keit und Über­le­gung.

30 Über die (frü­he­ren) Zei­ten der Un­wis­sen­heit hat Gott zwar hin­weg­ge­se­hen; jetzt aber lässt er den Men­schen an­sa­gen, dass sie alle über­all Buße tun sol­len;

31 denn er hat einen Tag fest­ge­setzt, an wel­chem er den Erd­kreis mit Ge­rech­tig­keit rich­ten will durch einen Mann, den er dazu aus­er­se­hen und den er für alle durch seine Auf­er­we­ckung von den Toten be­glau­bigt hat.«

32 Als sie aber von einer Auf­er­ste­hung der Toten hör­ten, spot­te­ten die einen, die an­de­ren aber sag­ten: »Wir wol­len dich hie­r­ü­ber spä­ter noch ein­mal hören.«

33 So ging denn Pau­lus aus ihrer Mitte hin­weg.

34 Eini­ge Män­ner je­doch schlos­sen sich ihm an und kamen zum Glau­ben, z.B. Di­o­ny­si­us, ein Mit­glied des Are­o­pags, sowie eine Frau na­mens Da­ma­ris und noch meh­re­re an­de­re mit ihnen.

 


Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword-Pro­jekt.

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