„Die ste­hen jetzt im Tem­pel und leh­ren das Volk!“

Apg 5, 25 c

Le­sung der 'Apos­tel­ge­schich­te'

Apg 5

Icon zur Tondatei

Um 63 n. Chr.

Ein Mann da­ge­gen na­mens Ana­ni­as ver­kauf­te im Ein­ver­neh­men mit sei­ner Frau Sap­phi­ra ein Grund­stück,

be­hielt aber einen Teil des Er­lö­ses unter Mit­wis­sen sei­ner Frau für sich zu­rück: er brach­te nur einen Teil davon und stell­te ihn den Apos­teln zur Ver­fü­gung.

Da sagte Pe­trus: »Ana­ni­as, warum hat der Satan dir das Herz er­füllt, dass du den hei­li­gen Geist be­lo­gen und einen Teil vom Erlös des Ackers für dich zu­rück­be­hal­ten hast?

Blieb er nicht dein Ei­gen­tum, wenn du ihn un­ver­kauft ge­las­sen hät­test, und stand dir nicht auch nach dem Ver­kauf die Ver­fü­gung über ihn frei? Warum hast du dir eine sol­che Hand­lungs­wei­se in den Sinn kom­men las­sen? Du hast nicht Men­schen be­lo­gen, son­dern Gott!«

Als Ana­ni­as diese Worte hörte, fiel er nieder und gab sei­nen Geist auf. Da kam große Furcht über alle, die es hör­ten.

Die jün­ge­ren Män­ner aber stan­den auf, hüll­ten die Lei­che in Tü­cher und tru­gen sie zum Be­gräb­nis hi­n­aus.

Nach Ver­lauf von etwa drei Stun­den trat auch seine Frau ein, ohne von dem Vor­ge­fal­le­nen etwas zu wis­sen.

Petrus re­de­te sie mit den Wor­ten an: »Sage mir: habt ihr das Grund­stück für die­sen Preis ver­kauft?« Sie ant­wor­te­te: »Ja, für die­sen Preis.«

Da sagte Pe­trus zu ihr: »Warum habt ihr beide euch ver­ab­re­det, den Geist des Herrn zu ver­su­chen? Siehe, die Füße derer, die dei­nen Mann zu Grabe ge­tra­gen haben, ste­hen vor der Tür, und sie wer­den auch dich hi­n­aus­tra­gen!«

10 Da fiel sie au­gen­blick­lich zu sei­nen Füßen nie­der und gab ihren Geist auf; und als die jun­gen Män­ner he­r­ein­ka­men, fan­den sie sie als Lei­che vor; sie tru­gen sie hi­n­aus und be­gru­ben sie bei ihrem Manne.

11 Da kam eine große Furcht über die ganze Ge­mein­de und über alle, die davon hör­ten.

12 Durch die Hände der Apos­tel aber ge­scha­hen viele Zei­chen und Wun­der unter dem Volke, und alle (Gläu­bi­gen) pfleg­ten sich ein­mü­tig in der Halle Sa­lo­mos zu ver­sam­meln;

13 von den übri­gen aber wagte sich nie­mand dort stö­rend an sie he­r­an­zu­drän­gen, son­dern das Volk hielt sie hoch in Ehren.

14 Und immer mehr kamen sol­che hinzu, die an den Herrn glaub­ten, ganze Scha­ren von Män­nern und Frauen;

15 ja man brach­te die Kran­ken sogar auf die Stra­ßen hi­n­aus und legte sie dort auf Bet­ten und Bah­ren, damit, wenn Pe­trus käme, we­nigs­tens sein Schat­ten auf den einen oder an­dern von ihnen fiele.

16 Aber auch aus den rings um Je­ru­sa­lem lie­gen­den Ort­schaf­ten ström­te die Be­völ­ke­rung zu­sam­men und brach­te Kran­ke und von un­rei­nen Geis­tern Ge­plag­te dort­hin, die dann alle ge­heilt wur­den.

17 Da erhob sich aber der Ho­he­pries­ter samt sei­nem gan­zen An­hang, näm­lich die Par­tei der Sad­du­zä­er; sie waren voll von Ei­fer­sucht,

18 lie­ßen die Apos­tel fest­neh­men und sie in das öf­fent­li­che Ge­fäng­nis set­zen.

19 Aber ein Engel des Herrn öff­ne­te wäh­rend der Nacht die Ge­fäng­nis­tü­ren, führ­te sie hi­n­aus und gebot ihnen:

20 »Geht hin, tre­tet offen auf und ver­kün­digt im Tem­pel dem Volk alle diese Le­bens­worte!«

21 Als sie das ge­hört hat­ten, be­ga­ben sie sich mit Ta­ges­an­bruch in den Tem­pel und lehr­ten dort. Der Ho­he­pries­ter und sein An­hang hat­ten sich in­zwi­schen ein­ge­stellt und den Hohen Rat und die ge­sam­te Äl­tes­ten­schaft der Is­ra­e­li­ten zur Ver­samm­lung be­ru­fen las­sen und sand­ten nun ins Ge­fäng­nis, um sie vor­füh­ren zu las­sen.

22 Als aber die Die­ner hin­ka­men, fan­den sie sie im Ge­fäng­nis nicht vor und mel­de­ten nach ihrer Rück­kehr:

23 »Wir haben das Ge­fäng­nis ganz fest ver­schlos­sen ge­fun­den, auch die Wäch­ter stan­den auf ihrem Pos­ten an den Türen; als wir aber auf­schlos­sen, haben wir nie­mand drin­nen vor­ge­fun­den.«

24 Als der Tem­pel­haupt­mann und die Ho­hen­pries­ter diese Mel­dung ver­nah­men, waren sie ih­ret­we­gen rat­los, wel­che Be­wandt­nis es damit wohl haben möchte.

25 Da kam einer und mel­de­te ihnen: »Denkt nur! Die Män­ner, die ihr ins Ge­fäng­nis ge­setzt habt, die ste­hen jetzt im Tem­pel und leh­ren das Volk!«

26 Da ging der Haupt­mann mit den Die­nern hin und holte sie her­bei, doch ohne An­wen­dung von Ge­walt; denn sie hat­ten zu be­fürch­ten, vom Volk ge­stei­nigt zu wer­den.

27 Sie brach­ten sie also her­bei und stell­ten sie vor den Hohen Rat; und der Ho­he­pries­ter ver­hör­te sie fol­gen­der­maßen:

28 »Wir haben euch doch aus­drück­lich ge­bo­ten, auf Grund die­ses Na­mens nicht zu leh­ren, und trotz­dem habt ihr mit eurer Lehre ganz Je­ru­sa­lem er­füllt und wollt das Blut die­ses Men­schen auf uns brin­gen!«

29 Da ant­wor­te­te Pe­trus, und die Apos­tel er­klär­ten: »Man muss Gott mehr ge­hor­chen als den Men­schen!

30 Der Gott un­se­rer Väter hat Jesus auf­er­weckt, den ihr ans Holz ge­hängt und hin­ge­rich­tet habt.

31 Die­sen hat Gott durch seine rech­te Hand zum An­füh­rer und Ret­ter er­höht, um Is­ra­el Buße und Ver­ge­bung der Sün­den zu ver­lei­hen.

32 Für diese Tat­sa­chen sind wir Zeu­gen und auch der hei­li­ge Geist, den Gott denen ver­lie­hen hat, die ihm ge­hor­sam sind.«

33 Als jene das hör­ten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie waren ent­schlos­sen, sie hin­rich­ten zu las­sen.

34 Doch da stand in der Ver­samm­lung ein Pha­ri­sä­er na­mens Ga­ma­li­el auf, ein beim gan­zen Volk hoch­an­ge­se­he­ner Ge­set­zes­leh­rer; er ließ die Män­ner auf kurze Zeit hi­n­aus­füh­ren

35 und rich­te­te dann fol­gen­de An­spra­che an die Ver­samm­lung: »Ihr Män­ner von Is­ra­el, über­legt euch wohl, wie ihr mit die­sen Leu­ten ver­fah­ren wollt!

36 Denn vor ei­ni­ger Zeit trat The­u­das auf und gab sich für etwas Be­son­de­res aus, und eine An­zahl von etwa vier­hun­dert Män­nern fiel ihm zu; aber er fand den Tod, und alle seine An­hän­ger wur­den zer­sprengt und ver­nich­tet.

37 Nach die­sem trat Judas aus Ga­li­läa zur Zeit der Schät­zung auf und brach­te einen Volks­hau­fen zum Auf­stand unter sei­ner Füh­rung; aber auch er kam ums Leben, und sein gan­zer An­hang wurde zer­streut.

38 Und nun­mehr gebe ich euch den Rat: Steht von die­sen Leu­ten ab und lasst sie ge­wäh­ren! Denn wenn die­ses Vor­ha­ben oder die­ses Werk von Men­schen aus­geht, so wird es zu­nich­te wer­den;

39 hat es aber sei­nen Ur­sprung in Gott, so wer­det ihr diese Leute nicht zu ver­nich­ten ver­mö­gen. Lasst ihr euch nur nicht gar als Wi­der­sa­cher Got­tes er­fin­den!« Da­r­auf­hin folg­ten sie sei­nem Rat:

40 sie lie­ßen die Apos­tel wie­der he­r­ein­ru­fen und gei­ßeln und be­fah­len ihnen, auf Grund des Na­mens Jesu nicht mehr zu pre­di­gen; dann gab man sie frei.

41 So gin­gen sie denn aus dem Hohen Rat weg, hoch­er­freut, dass sie ge­wür­digt wor­den waren, um des Na­mens (Jesu) wil­len Schmach zu er­lei­den;

42 und sie hör­ten nicht auf, täg­lich im Tem­pel und in den Häu­sern zu leh­ren und die Heils­bot­schaft von Chris­tus Jesus zu ver­kün­di­gen.

 


Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Pro­jekt.

Link zu 'Xiphos' (= Schwert; ge­meint das des Geis­tes): xiphos.org

Link zu 'Sword': crosswire.org

 

© Web­seite lt. Im­pres­sum, 2026