„Über die Geistes­gaben“

1Kor 12, 1 a

Lesung aus dem Ersten Brief an die Korinther

1Kor 12

Icon zur Tondatei

Um 57 n. Chr.

Über die Geis­tes­ga­ben aber, meine Brü­der, will ich euch nicht in Un­wis­sen­heit lassen.

Ihr wis­set, dass ihr, als ihr Hei­den waret, euch zu den stum­men Göt­zen hin­zie­hen lie­ßet, wie ihr ge­lei­tet wurdet.

Darum tue ich euch kund, dass nie­mand, der im Geis­te Got­tes redet, sagt: »Ver­flucht sei Jesus!« es kann aber auch nie­mand sagen: »Herr Jesus!« als nur im hei­li­gen Geist.

Es be­ste­hen aber Un­ter­schie­de in den Gna­den­ga­ben, doch ist es der­sel­be Geist;

auch gibt es ver­schie­de­ne Dienst­leis­tun­gen, doch ist es der­sel­be Herr;

und auch die Kraft­wir­kun­gen sind ver­schie­den, doch ist es der­sel­be Gott, der alles in allen wirkt.

Einem jeg­li­chen aber wird die Of­fen­ba­rung des Geis­tes zum [all­ge­mei­nen] Nut­zen ver­liehen.

Dem einen näm­lich wird durch den Geist die Rede der Weis­heit ge­ge­ben, einem an­dern aber die Rede der Er­kennt­nis nach dem­sel­ben Geist;

einem an­dern Glau­ben in dem­sel­ben Geist; einem an­dern die Gabe ge­sund zu ma­chen in dem glei­chen Geist;

10 einem an­dern Wun­der zu wir­ken, einem an­dern Weis­sa­gung, einem an­dern Geis­ter zu un­ter­schei­den, einem an­dern ver­schie­de­ne Arten von Spra­chen, einem an­dern die Aus­le­gung der Spra­chen.

11 Die­ses alles aber wirkt ein und der­sel­be Geist, der einem jeden per­sön­lich zu­teilt, wie er will.

12 Denn gleich­wie der Leib einer ist und doch viele Glie­der hat, alle Glie­der des Lei­bes aber, wie­wohl ihrer viele sind, doch nur einen Leib bil­den, also auch Christus.

13 Denn wir wur­den alle in einem Geist zu einem Leibe ge­tauft, seien wir Juden oder Grie­chen, Knech­te oder Freie, und wur­den alle mit einem Geist ge­tränkt.

14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, son­dern viele.

15 Wenn der Fuß sprä­che: Ich bin keine Hand, darum ge­hö­re ich nicht zum Leib, so ge­hört er des­we­gen nicht we­ni­ger dazu!

16 Und wenn das Ohr sprä­che: Ich bin kein Auge, darum ge­hö­re ich nicht zum Leib; so ge­hört es des­we­gen nicht we­ni­ger dazu!

17 Wäre der ganze Leib Auge, wo blie­be das Gehör? Wäre er ganz Ohr, wo blie­be der Ge­ruch?

18 Nun aber hat Gott die Glie­der, jedes ein­zel­ne von ihnen, so am Leibe ge­setzt, wie er ge­wollt hat.

19 Wenn aber alles ein Glied wäre, wo blie­be der Leib?

20 Nun aber gibt es viele Glie­der, doch nur einen Leib.

21 Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich be­darf dei­ner nicht, oder das Haupt zu den Füßen: Ich be­darf euer nicht!

22 Viel­mehr sind ge­ra­de die schein­bar schwä­chern Glie­der des Lei­bes not­wendig,

23 und die wir für we­ni­ger ehr­bar am Leibe hal­ten, die um­ge­ben wir mit desto grö­ße­rer Ehre, und die uns übel an­ste­hen, die schmückt man am meisten;

24 denn die uns wohl an­ste­hen, be­dür­fen es nicht. Gott aber hat den Leib so zu­sam­men­ge­fügt, dass er dem dürf­ti­ge­ren Glied um so grö­ße­re Ehre gab,

25 damit es kei­nen Zwie­spalt im Leibe gebe, son­dern die Glie­der gleich­mä­ßig für­ein­an­der sorgen.

26 Und wenn ein Glied lei­det, so lei­den alle Glie­der mit; und wenn ein Glied ge­ehrt wird, so freu­en sich alle Glie­der mit.

27 Ihr aber seid Chris­ti Leib, und jedes in sei­nem Teil Glieder.

28 Und so hat Gott in der Ge­mein­de ge­setzt ers­tens Apos­tel, zwei­tens Pro­phe­ten, drit­tens Leh­rer, dar­nach Wun­der­tä­ter, so­dann die Gaben der Hei­lung, der Hil­fe­leis­tung, der Ver­wal­tung, ver­schie­de­ne Spra­chen.

29 Es sind doch nicht alle Apos­tel, nicht alle Pro­phe­ten, nicht alle Leh­rer, nicht alle Wun­der­tä­ter?

30 Haben alle die Gaben der Hei­lung? Reden alle mit Zun­gen? Kön­nen alle aus­legen?

31 Stre­bet aber nach den bes­ten Gaben; doch zeige ich euch jetzt einen noch weit vor­treff­li­che­ren Weg:

(Forts. in Kap. 13)

 


Verwen­de­ter Text: Schlachter Bibel 1951.
Übersetzt von Franz-Eugen Schlachter.
© Genfer Bibel­ge­sell­schaft 1951. Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Projekt.

Link zu 'Xiphos' (= Schwert; ge­meint das des Geistes): xiphos.org

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