„Tod, wo ist dein Stachel?“

1Kor 15, 55 b

Lesung aus dem Ersten Brief an die Korinther

1Kor 15

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Um 57 n. Chr.

Ich mache euch aber, ihr Brü­der, auf das Evan­ge­li­um auf­merk­sam, das ich euch ge­pre­digt habe, wel­ches ihr auch an­ge­nom­men habt, in wel­chem ihr auch stehet;

durch wel­ches ihr auch ge­ret­tet wer­det, wenn ihr an dem Worte fest­hal­tet, das ich euch ver­kün­digt habe, es wäre denn, dass ihr ver­geb­lich ge­glaubt hättet.

Denn ich habe euch in ers­ter Linie das über­lie­fert, was ich auch emp­fan­gen habe, näm­lich dass Chris­tus für unsre Sün­den ge­stor­ben ist, nach der Schrift,

und dass er be­gra­ben wor­den und dass er auf­er­stan­den ist am drit­ten Tage, nach der Schrift,

und dass er dem Ke­phas er­schie­nen ist, her­nach den Zwölfen.

Dar­nach ist er mehr als fünf­hun­dert Brü­dern auf ein­mal er­schie­nen, von wel­chen die meis­ten noch leben, et­li­che aber auch ent­schla­fen sind.

Dar­nach er­schien er dem Ja­ko­bus, hie­r­auf sämt­li­chen Aposteln.

Zu­letzt aber von allen er­schien er auch mir, der ich gleich­sam eine un­zei­ti­ge Ge­burt bin.

Denn ich bin der ge­ring­ste von den Apos­teln, nicht wert ein Apos­tel zu hei­ßen, weil ich die Ge­mein­de Got­tes ver­folgt habe.

10 Aber durch Got­tes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade gegen mich ist nicht ver­geb­lich ge­we­sen, son­dern ich habe mehr ge­ar­bei­tet als sie alle; nicht aber ich, son­dern die Gnade Got­tes, die mit mir ist.

11 Ob es nun aber ich sei oder jene, so pre­di­gen wir, und so habt ihr ge­glaubt.

12 Wenn aber Chris­tus ge­pre­digt wird, dass er von den Toten auf­er­stan­den sei, wie sagen denn et­li­che unter euch, es gebe keine Auf­er­ste­hung der Toten?

13 Gibt es wirk­lich keine Auf­er­ste­hung der Toten, so ist auch Chris­tus nicht auf­er­standen!

14 Ist aber Chris­tus nicht auf­er­stan­den, so ist also unsre Pre­digt ver­geb­lich, ver­geb­lich auch euer Glaube!

15 Wir wer­den aber auch als fal­sche Zeu­gen Got­tes er­fun­den, weil wir wider Gott ge­zeugt haben, er habe Chris­tus auf­er­weckt, wäh­rend er ihn doch nicht auf­er­weckt hat, wenn also Tote nicht auf­er­stehen!

16 Denn wenn Tote nicht auf­er­ste­hen, so ist auch Chris­tus nicht auf­er­standen.

17 Ist aber Chris­tus nicht auf­er­stan­den, so ist euer Glau­be nich­tig, so seid ihr noch in euren Sünden;

18 dann sind auch die in Chris­tus Ent­schla­fe­n­en ver­loren.

19 Hoffen wir allein in die­sem Leben auf Chris­tus, so sind wir die elen­des­ten unter allen Men­schen!

20 Nun aber ist Chris­tus von den Toten auf­er­stan­den, als Erst­ling der Ent­schla­fe­nen.

21 Denn weil der Tod kam durch einen Men­schen, so kommt auch die Auf­er­ste­hung der Toten durch einen Men­schen;

22 denn gleich­wie in Adam alle ster­ben, so wer­den auch in Chris­tus alle le­ben­dig ge­macht werden.

23 Ein jeg­li­cher aber in sei­ner Ord­nung: Als Erst­ling Chris­tus, dar­nach die, wel­che Chris­tus an­ge­hö­ren, bei sei­ner Wie­der­kunft;

24 her­nach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater über­gibt, wenn er ab­ge­tan hat jede Herr­schaft, Ge­walt und Macht.

25 Denn er muss herr­schen, »bis er alle Fein­de unter seine Füße ge­legt hat«.

26 Als letz­ter Feind wird der Tod ab­ge­tan.

27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan«. Wenn er aber sagt, dass ihm alles un­ter­wor­fen sei, so ist of­fen­bar, dass der aus­ge­nom­men ist, wel­cher ihm alles un­ter­wor­fen hat.

28 Wenn ihm aber alles un­ter­wor­fen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst sich dem un­ter­wer­fen, der ihm alles un­ter­wor­fen hat, auf dass Gott sei alles in allen.

29 Was wür­den sonst die tun, wel­che sich für die Toten tau­fen las­sen? Wenn die Toten gar nicht auf­er­ste­hen, was las­sen sie sich für die Toten taufen?

30 Und warum ste­hen auch wir stünd­lich in Ge­fahr?

31 Täg­lich ster­be ich, ja, so­wahr ihr, Brü­der, mein Ruhm seid, den ich in Chris­tus Jesus habe, un­serm Herrn!

32 Habe ich als Mensch zu Ephe­sus mit wil­den Tie­ren ge­kämpft, was nützt es mir? Wenn die Toten nicht auf­er­ste­hen, so »las­set uns essen und trin­ken, denn mor­gen sind wir tot!«

33 Lasset euch nicht ir­re­füh­ren: Schlech­te Ge­sell­schaf­ten ver­der­ben gute Sitten.

34 Werdet ganz nüch­tern und sün­di­get nicht! Denn et­li­che haben keine Er­kennt­nis Got­tes; das sage ich euch zur Be­schä­mung.

35 Aber, wird je­mand sagen, wie sol­len die Toten auf­er­ste­hen? Mit was für einem Leibe sol­len sie kommen?

36 Du Ge­dan­ken­lo­ser, was du säst, wird nicht le­ben­dig, es sterbe denn!

37 Und was du säst, das ist ja nicht der Leib, der wer­den soll, son­dern ein blo­ßes Korn, etwa von Wei­zen, oder von einer an­dern Frucht.

38 Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er es ge­wollt hat, und zwar einem jeg­li­chen Samen sei­nen be­son­de­ren Leib.

39 Nicht alles Fleisch ist von glei­cher Art; son­dern an­ders ist das der Men­schen, an­ders das Fleisch vom Vieh, an­ders das Fleisch der Vögel, an­ders das der Fische.

40 Und es gibt himm­li­sche Kör­per und ir­di­sche Kör­per; aber an­ders ist der Glanz der Him­mels­kör­per, an­ders der der ir­di­schen;

41 einen an­dern Glanz hat die Sonne und einen an­dern Glanz der Mond, und einen an­dern Glanz haben die Ster­ne; denn ein Stern un­ter­schei­det sich vom an­dern durch den Glanz.

42 So ist es auch mit der Auf­er­ste­hung der Toten: Es wird gesät ver­wes­lich und wird auf­er­ste­hen un­ver­wes­lich;

43 es wird gesät in Un­eh­re und wird auf­er­ste­hen in Herr­lich­keit; es wird gesät in Schwach­heit und wird auf­er­ste­hen in Kraft;

44 es wird gesät ein na­tür­li­cher Leib und wird auf­er­ste­hen ein geis­ti­ger Leib. Gibt es einen na­tür­li­chen Leib, so gibt es auch einen geis­ti­gen Leib.

45 So steht auch ge­schrie­ben: Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer le­ben­di­gen Seele; der letz­te Adam zu einem le­ben­dig­ma­chen­den Geiste.

46 Aber nicht das Geis­ti­ge ist das erste, son­dern das See­li­sche, dar­nach [kommt] das Geis­tige.

47 Der erste Mensch ist von Erde, ir­disch; der zwei­te Mensch ist der Herr vom Himmel.

48 Wie der Ir­di­sche be­schaf­fen ist, so sind auch die Ir­di­schen; und wie der Himm­li­sche be­schaf­fen ist, so sind auch die Himm­li­schen.

49 Und wie wir das Bild des Ir­di­schen ge­tra­gen haben, so wer­den wir auch das Bild des Himm­li­schen tragen.

50 Das aber sage ich, Brü­der, dass Fleisch und Blut das Reich Got­tes nicht er­er­ben kön­nen; auch wird das Ver­wes­li­che nicht er­er­ben die Un­ver­wes­lich­keit.

51 Siehe, ich sage euch ein Ge­heim­nis: Wir wer­den nicht alle ent­schla­fen, wir wer­den aber alle ver­wan­delt werden,

52 plötz­lich, in einem Au­gen­blick, zur Zeit der letz­ten Po­sau­ne; denn die Po­sau­ne wird er­schal­len, und die Toten wer­den auf­er­ste­hen un­ver­wes­lich, und wir wer­den ver­wan­delt werden.

53 Denn die­ses Ver­wes­li­che muss an­zie­hen Un­ver­wes­lich­keit, und die­ses Sterb­li­che muss an­zie­hen Un­sterb­lich­keit.

54 Wenn aber die­ses Ver­wes­li­che Un­ver­wes­lich­keit an­zie­hen und die­ses Sterb­li­che Un­sterb­lich­keit an­zie­hen wird, dann wird das Wort er­füllt wer­den, das ge­schrie­ben steht:

55 »Der Tod ist ver­schlun­gen in Sieg! Tod, wo ist dein Sta­chel? To­ten­reich, wo ist dein Sieg?«

56 Aber der Sta­chel des Todes ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Ge­setz.

57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch un­sern Herrn Jesus Christus!

58 Darum, meine ge­lieb­ten Brü­der, seid fest, un­be­weg­lich, neh­met immer zu in dem Werke des Herrn, weil ihr wis­set, dass eure Ar­beit nicht ver­geb­lich ist in dem Herrn!

 


Verwen­de­ter Text: Schlachter Bibel 1951.
Übersetzt von Franz-Eugen Schlachter.
© Genfer Bibel­ge­sell­schaft 1951. Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Projekt.

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