2Kor 10
Um 57 n. Chr.
1 Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Freundlichkeit Christi, der ich unter Augen zwar demütig bin bei euch, abwesend aber mutig gegen euch:
2 ich bitte euch, dass ich nicht bei meiner Anwesenheit mutig sein müsse in der Zuversicht, mit der ich es gegen etliche zu wagen gedenke, die von uns glauben, als wandelten wir nach Fleisches Art.
3 Denn ob wir schon im Fleische wandeln, so streiten wir doch nicht nach Art des Fleisches;
4 denn die Waffen unsrer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, so dass wir Vernunftschlüsse zerstören
5 und jede Höhe, die sich wider die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangennehmen zum Gehorsam gegen Christus,
6 auch bereit sind, jeden Ungehorsam zu rächen, wenn erst euer Gehorsam vollständig geworden ist.
7 Sehet ihr auf das, was vor Augen liegt? Traut jemand sich selbst zu, dass er Christus angehöre, so möge er wiederum bei sich bedenken, dass, gleichwie er Christus angehört, so auch wir.
8 Denn wenn ich mich auch noch etwas mehr rühmen wollte wegen unsrer Gewalt, die der Herr uns zu eurer Erbauung und nicht zu eurer Zerstörung gegeben hat, so würde ich nicht zuschanden werden,
9 damit es nicht scheine, als wollte ich euch durch die Briefe in Furcht setzen.
10 Denn die Briefe, sagt einer, sind nachdrücklich und stark, aber die leibliche Gegenwart ist schwach und die Rede verächtlich.
11 Der Betreffende soll aber bedenken, dass, wie wir als Abwesende mit dem Wort in Briefen sind, wir ebenso, wenn anwesend, auch mit der Tat sein werden.
12 Denn wir unterstehen uns nicht, uns selbst denen beizuzählen oder gleichzusetzen, die sich selbst empfehlen; sie aber, indem sie sich an sich selbst messen und sich mit sich selbst vergleichen1, sind unverständig.
13 Wir aber wollen uns nicht ins Maßlose rühmen, sondern nach dem Maß der Regel2, welche uns Gott zugemessen hat, dass wir auch bis zu euch gelangt sind.
14 Denn wir strecken uns nicht zu weit aus, als wären wir nicht bis zu euch gekommen, denn wir sind ja auch mit dem Evangelium Christi bis zu euch gedrungen.
15 Wir rühmen uns auch nicht ins Maßlose auf Grund der Arbeiten anderer, haben aber die Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, bei euch noch viel mehr Raum zu gewinnen, unserer Regel2 gemäß,
16 um das Evangelium auch in den Ländern zu predigen, die über euch hinaus liegen, und uns nicht nach fremder Regel2 dort Ruhm zu holen, wo die Arbeit schon getan ist.
17 Wer sich aber rühmen will, der rühme sich des Herrn!
18 Denn nicht der ist bewährt, der sich selbst empfiehlt, sondern der, den der Herr empfiehlt.
1) Fundstelle dazu im AT: „Ein anderer soll dich rühmen, nicht dein eigener Mund, ein Fremder und nicht deine eigenen Lippen!“
Sprüche 27, 2 nach Schlachter-Übersetzung Version 2000, © 2003 Genfer Bibelgesellschaft
2) Das hier mit Regel übersetzte ursprünglich griechische Wort wird in der Schlachter 2000 (u. heutigen Elberfelder Bibeln) der Verständlichkeit halber als »Wirkungskreis« bezeichnet.
'Regel' ist allerdings wortgenauer, doch das griech. Wort (kanon) kann implizit eine Grenze meinen, auch regional. Dem Paulus seines Wissens von Gott gesetzt; er wollte nicht 'wildern' in ihm nicht zugeteilten Bereichen.
Verwendeter Text: Schlachter Bibel 1951.
Übersetzt von Franz-Eugen Schlachter.
© Genfer Bibelgesellschaft 1951. Entnommen dem Xiphos / Sword -Projekt.
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