„Die Waf­fen uns­rer Rit­ter­schaft sind nicht fleisch­lich“

2Kor 10, 4 a

Lesung aus dem Zweiten Brief an die Korinther

2Kor 10

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Um 57 n. Chr.

Ich selbst aber, Paulus, er­mah­ne euch bei der Sanft­mut und Freund­lich­keit Chris­ti, der ich unter Augen zwar de­mü­tig bin bei euch, ab­we­send aber mutig gegen euch:

ich bitte euch, dass ich nicht bei mei­ner An­we­sen­heit mutig sein müsse in der Zu­ver­sicht, mit der ich es gegen et­li­che zu wagen ge­den­ke, die von uns glau­ben, als wan­del­ten wir nach Flei­sches Art.

Denn ob wir schon im Flei­sche wan­deln, so strei­ten wir doch nicht nach Art des Flei­sches;

denn die Waf­fen uns­rer Rit­ter­schaft sind nicht fleisch­lich, son­dern mäch­tig durch Gott zur Zer­stö­rung von Fes­tun­gen, so dass wir Ver­nunft­schlüs­se zer­stören

und jede Höhe, die sich wider die Er­kennt­nis Got­tes er­hebt, und jeden Ge­dan­ken ge­fan­gen­neh­men zum Ge­hor­sam gegen Christus,

auch be­reit sind, jeden Un­ge­hor­sam zu rä­chen, wenn erst euer Ge­hor­sam voll­stän­dig ge­wor­den ist.

Sehet ihr auf das, was vor Augen liegt? Traut je­mand sich selbst zu, dass er Chris­tus an­ge­hö­re, so möge er wie­de­r­um bei sich be­den­ken, dass, gleich­wie er Chris­tus an­ge­hört, so auch wir.

Denn wenn ich mich auch noch etwas mehr rüh­men woll­te wegen uns­rer Ge­walt, die der Herr uns zu eurer Er­bau­ung und nicht zu eurer Zer­stö­rung ge­ge­ben hat, so würde ich nicht zu­schan­den werden,

damit es nicht schei­ne, als woll­te ich euch durch die Brie­fe in Furcht setzen.

10 Denn die Brie­fe, sagt einer, sind nach­drück­lich und stark, aber die leib­li­che Ge­gen­wart ist schwach und die Rede ver­ächt­lich.

11 Der Be­tref­fen­de soll aber be­den­ken, dass, wie wir als Ab­we­sen­de mit dem Wort in Brie­fen sind, wir eben­so, wenn an­we­send, auch mit der Tat sein werden.

12 Denn wir un­ter­ste­hen uns nicht, uns selbst denen bei­zu­zäh­len oder gleich­zu­set­zen, die sich selbst emp­feh­len; sie aber, indem sie sich an sich selbst messen und sich mit sich selbst ver­glei­chen1, sind un­ver­ständig.

13 Wir aber wol­len uns nicht ins Maß­lo­se rüh­men, son­dern nach dem Maß der Regel2, wel­che uns Gott zu­ge­mes­sen hat, dass wir auch bis zu euch ge­langt sind.

14 Denn wir stre­cken uns nicht zu weit aus, als wären wir nicht bis zu euch ge­kom­men, denn wir sind ja auch mit dem Evan­ge­li­um Chris­ti bis zu euch ge­drun­gen.

15 Wir rüh­men uns auch nicht ins Maß­lo­se auf Grund der Ar­bei­ten an­de­r­er, haben aber die Hoff­nung, wenn euer Glau­be wächst, bei euch noch viel mehr Raum zu ge­win­nen, un­se­rer Regel2 gemäß,

16 um das Evan­ge­li­um auch in den Län­dern zu pre­di­gen, die über euch hi­n­aus lie­gen, und uns nicht nach frem­der Regel2 dort Ruhm zu holen, wo die Ar­beit schon getan ist.

17 Wer sich aber rüh­men will, der rühme sich des Herrn!

18 Denn nicht der ist be­währt, der sich selbst emp­fiehlt, son­dern der, den der Herr emp­fiehlt.

 


1) Fund­stel­le dazu im AT: „Ein an­de­r­er soll dich rüh­men, nicht dein ei­ge­ner Mund, ein Frem­der und nicht deine ei­ge­n­en Lippen!“
Sprüche 27, 2 nach Schlach­ter-Über­set­zung Ver­si­on 2000, © 2003 Gen­fer Bi­bel­ge­sell­schaft

2) Das hier mit Regel über­setz­te ur­sprüng­lich grie­chi­sche Wort wird in der Schlach­ter 2000 (u. heu­ti­gen El­ber­fel­der Bi­beln) der Ver­ständ­lich­keit hal­ber als »Wir­kungs­kreis« be­zeich­net.
'Regel' ist al­ler­dings wort­ge­nau­er, doch das griech. Wort (kanon) kann im­pli­zit eine Gren­ze mei­nen, auch re­gi­onal. Dem Pau­lus sei­nes Wis­sens von Gott ge­setzt; er woll­te nicht 'wil­dern' in ihm nicht zu­ge­teil­ten Be­rei­chen.

Verwen­de­ter Text: Schlachter Bibel 1951.
Übersetzt von Franz-Eugen Schlachter.
© Genfer Bibel­ge­sell­schaft 1951. Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Projekt.

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