„Sollte ich auch, je mehr ich euch liebe, desto we­ni­ger ge­liebt werden!“

2Kor 12, 15 b

Lesung aus dem Zweiten Brief an die Korinther

2Kor 12

Icon zur Tondatei

Um 57 n. Chr.

Es ist mir frei­lich das Rüh­men nichts nütze; doch will ich auf die Er­schei­nun­gen und Of­fen­ba­run­gen des Herrn zu spre­chen kom­men.

Ich weiß von einem Men­schen in Chris­tus, der vor vier­zehn Jah­ren (ob im Leibe, weiß ich nicht, oder ob au­ßer­halb des Lei­bes, weiß ich nicht; Gott weiß es) bis in den drit­ten Him­mel ent­rückt wurde.

Und ich weiß von dem be­tref­fen­den Men­schen (ob im Leibe, oder au­ßer­halb des Lei­bes, weiß ich nicht; Gott weiß es),

dass er in das Pa­ra­dies ent­rückt wurde und un­aus­sprech­li­che Worte hörte, wel­che kei­nem Men­schen zu sagen ver­gönnt ist.

Wegen eines sol­chen will ich mich rüh­men, mei­ner selbst wegen aber will ich mich nicht rüh­men, als nur mei­ner Schwach­hei­ten.

Wenn ich mich zwar rüh­men woll­te, würde ich darum nicht tö­richt sein, denn ich würde die Wahr­heit sagen. Ich ent­hal­te mich aber des­sen, damit nie­mand mehr von mir halte, als was er an mir sieht oder von mir hört.

Und damit ich mich der au­ßer­or­dent­li­chen Of­fen­ba­run­gen nicht über­he­be, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch ge­ge­ben, ein Engel Sa­tans, dass er mich mit Fäus­ten schla­ge, damit ich mich nicht über­hebe.

Sei­net­we­gen habe ich drei­mal den Herrn ge­be­ten, dass er von mir ab­las­sen möchte.

Und er hat zu mir ge­sagt: Lass dir an mei­ner Gnade ge­nü­gen, denn meine Kraft wird in der Schwach­heit voll­kom­men! Darum will ich mich am liebs­ten viel­mehr mei­ner Schwach­hei­ten rüh­men, damit die Kraft Chris­ti bei mir wohne.

10 Darum habe ich Wohl­ge­fal­len an Schwach­hei­ten, an Miss­hand­lun­gen, an Nöten, an Ver­fol­gun­gen, an Ängs­ten um Chris­ti wil­len; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

11 Ich bin tö­richt ge­wor­den; ihr habt mich dazu ge­zwun­gen. Denn ich soll­te von euch ge­lobt wer­den, da ich den »be­deu­ten­den Apos­teln« um nichts nach­ste­he, wenn ich auch nichts bin.

12 Die Zei­chen eines Apos­tels sind unter euch ge­wirkt wor­den in aller Ge­duld, in Zei­chen, Wun­dern und Kräf­ten.

13 Denn was ist es, worin ihr den üb­ri­gen Ge­mein­den nach­ge­setzt wur­det, außer dass ich selbst euch nicht zur Last ge­fal­len bin? Ver­ge­bet mir die­ses Un­recht!

14 Siehe, zum drit­ten­mal bin ich nun be­reit, zu euch zu kom­men, und werde euch nicht zur Last fal­len; denn ich suche nicht das Eu­ri­ge, son­dern euch. Es sol­len ja nicht die Kin­der den El­tern Schät­ze sam­meln, son­dern die El­tern den Kin­dern.

15 Ich aber will sehr gerne Opfer brin­gen und ge­op­fert wer­den für eure See­len, soll­te ich auch, je mehr ich euch liebe, desto we­ni­ger ge­liebt wer­den!

16 Doch zu­ge­ge­ben, dass ich euch nicht be­läs­tigt habe; weil ich aber schlau bin, habe ich euch mit List ge­fan­gen.

17 Habe ich euch etwa durch je­mand von denen, die ich zu euch sand­te, über­vor­teilt?

18 Ich habe den Titus ge­be­ten und mit ihm den Bru­der ge­sandt; hat etwa Titus euch über­vor­teilt? Sind wir nicht in dem­sel­ben Geis­te ge­wan­delt? Nicht in den­sel­ben Fuß­stap­fen?

19 Mei­net ihr wie­de­r­um, wir ver­ant­wor­ten uns vor euch? Vor Gott, in Chris­tus, reden wir. Das alles aber, Ge­lieb­te, zu eurer Er­bau­ung.

20 Denn ich fürch­te, ich möch­te euch, wenn ich komme, nicht so fin­den, wie ich wün­sche, und auch ihr möch­tet mich so fin­den, wie ihr nicht wün­schet; es möch­ten Hader, Ei­fer­sucht, Zorn, Zank, Ver­leum­dun­gen, Ohren­blä­se­r­ei­en, Auf­ge­bla­sen­heit, Un­ru­hen unter euch sein;

21 dass aber­mals, wenn ich komme, mein Gott mich de­mü­ti­ge bei euch und ich trau­ern müsse über viele, die zuvor schon ge­sün­digt und nicht Buße getan haben wegen der Un­rei­nig­keit und Un­zucht und Aus­schwei­fung, die sie be­gan­gen.

 


Verwen­de­ter Text: Schlachter Bibel 1951.
Übersetzt von Franz-Eugen Schlachter.
© Genfer Bibel­ge­sell­schaft 1951. Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Projekt.

Link zu 'Xiphos' (= Schwert; ge­meint das des Geistes): xiphos.org

Link zu 'Sword': crosswire.org

 

© Webseite lt. Impressum, 2026