„Wir hören sie mit un­sern Zungen“

Apg 2, 11 b

Le­sung der 'Apos­tel­ge­schich­te'

Apg 2

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Um 63 n. Chr.

Als dann der Tag des Pfingst­fes­tes1 her­bei­ge­kom­men war, be­fan­den sie alle sich an einem Ort bei­sam­men.

Da ent­stand plötz­lich ein Brau­sen vom Him­mel her, wie wenn ein ge­wal­ti­ger Wind da­her­fährt, und er­füll­te das ganze Haus, in wel­chem sie weil­ten;

und es er­schie­nen ihnen Zun­gen wie von Feuer, die sich (in Flämm­chen) zer­teil­ten und von denen sich eine auf jeden von ihnen nie­der­ließ;

und sie wur­den alle mit hei­li­gem Geist er­füllt und be­gan­nen in an­de­ren Zun­gen zu reden, wie der Geist es ihnen ein­gab aus­zu­spre­chen.

Nun waren aber Juden in Je­ru­sa­lem wohn­haft, got­tes­fürch­ti­ge Män­ner aus allen Völ­kern unter dem Him­mel.

Als nun die­ses Brau­sen er­folgt war, kamen sie in gro­ßer Zahl zu­sam­men und ge­rie­ten in Be­stür­zung; denn jeder hörte sie in sei­ner ei­ge­nen Spra­che reden.

Da wur­den sie alle be­trof­fen und frag­ten voll Ver­wun­de­rung: »Sind nicht diese alle, die da reden, aus Ga­li­läa?

Wie kommt es denn, dass wir ein jeder sie in un­se­r­er ei­ge­n­en Spra­che reden hören, in der wir ge­bo­ren sind:

Par­ther, Meder und Ela­mi­ter und wir Be­woh­ner von Me­so­po­ta­mi­en, von Judäa und Kap­pa­do­ci­en, von Pon­tus und (der Pro­vinz) Asien,

10 von Phry­gi­en und Pam­phy­li­en, von Ägyp­ten und der Land­schaft Li­by­en bei Cy­rene, auch die hier an­säs­si­gen Römer,

11 ge­bo­re­ne Juden und Ju­den­ge­nos­sen, Kre­ter und Ara­ber – wir hören sie mit un­sern Zun­gen die gro­ßen Taten Got­tes ver­kün­den!«

12 So waren sie alle be­trof­fen und rat­los und sag­ten einer zum an­de­ren: »Was hat das zu be­deu­ten?«

13 An­de­re aber spot­te­ten und sag­ten: »Sie sind voll süßen Weins!«

14 Da trat Pe­trus im Ver­ein mit den Elfen auf und re­de­te sie mit laut er­ho­be­ner Stim­me so an:
»Ihr jü­di­schen Män­ner und ihr an­de­ren alle, die ihr in Je­ru­sa­lem wohnt: dies sei euch kund­ge­tan und schenkt mei­nen Wor­ten Gehör!

15 Diese Män­ner hier sind nicht be­trun­ken, wie ihr meint – es ist ja erst die drit­te Stun­de des Tages –,

16 nein, hier er­füllt sich die Ver­hei­ßung des Pro­phe­ten Joel (3,1-5):

17 ›In den letz­ten Tagen wird es ge­sche­hen, spricht Gott, da werde ich von mei­nem Geist auf alles Fleisch aus­gie­ßen, so dass eure Söhne und eure Töch­ter pro­phe­tisch reden und eure jun­gen Män­ner Ge­sich­te schau­en und eure Greise Of­fen­ba­run­gen in Träu­men emp­fan­gen;

18 ja, sogar auf meine Knech­te und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von mei­nem Geist aus­gie­ßen, so dass sie pro­phe­tisch reden.

19 Und ich werde Wun­der­zei­chen er­schei­nen las­sen oben am Him­mel und Wahr­zei­chen unten auf der Erde: Blut und Feuer und Rauch­wol­ken.

20 Die Sonne wird sich in Fins­ter­nis ver­wan­deln und der Mond in Blut, bevor der Tag des Herrn kommt, der große und herr­li­che.

21 Und es wird ge­sche­hen: Jeder, der den Namen des Herrn an­ruft, wird ge­ret­tet wer­den.‹«

22 »Ihr Män­ner von Is­ra­el, ver­nehmt diese Worte! Jesus von Na­za­reth, einen Mann, der als Gott­ge­sand­ter durch Macht­ta­ten, Wun­der und Zei­chen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst, vor euch er­wie­sen wor­den ist –

23 die­sen Mann, der nach dem fest­ge­setz­ten Rat­schluss und der Vor­her­be­stim­mung Got­tes euch preis­ge­ge­ben war, habt ihr durch die Hand der Ge­setz­lo­sen ans Kreuz na­geln und hin­rich­ten las­sen.

24 Gott aber hat ihn auf­er­weckt, indem er die Wehen des Todes löste, weil er ja un­mög­lich vom Tode fest­ge­hal­ten wer­den konnte.

25 David sagt ja mit Bezug auf ihn: ›Ich habe den Herrn al­le­zeit vor mei­nen Augen ge­se­hen, denn er steht mir zur Rech­ten, damit ich nicht wanke.

26 Des­halb freu­te sich mein Herz, und meine Zunge froh­lock­te; zudem wird auch mein Leib in Hoff­nung ruhen;

27 denn du wirst meine Seele nicht im To­ten­reich be­las­sen und nicht zu­ge­ben, dass dein Hei­li­ger die Ver­we­sung sieht.

28 Du hast mir Wege des Le­bens kund­ge­tan; du wirst mich mit Freu­de er­fül­len vor dei­nem An­ge­sicht.‹

29 Werte Brü­der! Ich darf mit Frei­mü­tig­keit zu euch vom Erz­va­ter David reden: er ist ge­stor­ben und ist be­gra­ben wor­den, und sein Grab­mal be­fin­det sich bis auf den heu­ti­gen Tag hier bei uns.

30 Weil er nun ein Pro­phet war und wuss­te, dass Gott ihm mit einem Eide zu­ge­schwo­ren hatte, es solle einer von sei­nen leib­li­chen Nach­kom­men auf sei­nem Thro­ne sit­zen,

31 so hat er vo­r­aus­schau­end von der Auf­er­ste­hung Chris­ti ge­re­det, dass die­ser näm­lich weder dem To­ten­reich über­las­sen wor­den ist noch sein Leib die Ver­we­sung ge­se­hen hat.

32 Die­sen Jesus hat Gott auf­er­weckt: dafür sind wir alle Zeu­gen!

33 Nach­dem er nun durch die Rech­te Gottes er­höht wor­den ist und den ver­hei­ße­nen hei­li­gen Geist emp­fan­gen hat vom Vater, hat er jetzt die­sen (Geist), wie ihr selbst seht und hört, hier aus­ge­gos­sen.

34 Denn nicht David ist in die Him­mel hi­n­auf­ge­fah­ren; wohl aber sagt er selbst: ›Der Herr hat zu mei­nem Herrn ge­sagt: Setze dich zu mei­ner Rech­ten,

35 bis ich deine Fein­de hin­le­ge zum Sche­mel dei­ner Füße!‹

36 So möge denn das ganze Haus Is­ra­el mit Si­cher­heit er­ken­nen, dass Gott ihn zum Herrn und zum Chris­tus ge­macht hat, eben die­sen Jesus, den ihr ge­kreu­zigt habt!«

37 Als sie das hör­ten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie wand­ten sich an Pe­trus und die an­de­ren Apos­tel mit der Frage: »Was sol­len wir tun, werte Brü­der?«

38 Da ant­wor­te­te ihnen Pe­trus: »Tut Buße und lasst euch ein jeder auf den Namen Jesu Chris­ti zur Ver­ge­bung eurer Sün­den tau­fen, dann wer­det ihr die Gabe des hei­li­gen Geis­tes emp­fan­gen.

39 Denn euch gilt die Ver­hei­ßung und euren Kin­dern und allen, die noch fern ste­hen, so­vie­le ihrer der Herr, unser Gott, be­ru­fen wird.«

40 Auch noch mit vie­len an­de­ren Wor­ten re­de­te er ihnen ein­dring­lich zu und er­mahn­te sie: »Lasst euch aus die­sem ver­kehr­ten Ge­schlecht er­ret­ten!«

41 Die nun sein Wort an­nah­men, lie­ßen sich tau­fen, und so kamen an jenem Tage etwa drei­tau­send See­len (zu der Ge­mein­de) hinzu.

42 Sie hiel­ten aber be­harr­lich fest an der Lehre der Apos­tel und an der (brü­der­li­chen) Ge­mein­schaft, am Bre­chen des Bro­tes und an den (ge­mein­sa­men) Ge­be­ten.

43 Und über je­der­mann (im Volk) kam Furcht, und viele Wun­der und Zei­chen ge­scha­hen durch die Apos­tel.

44 Alle Gläu­big­ge­wor­de­nen aber waren bei­sam­men und hat­ten alles ge­mein­sam;

45 sie ver­kauf­ten ihre Be­sitz­tü­mer und ihre Habe und ver­teil­ten (den Erlös) unter alle nach Maß­ga­be der Be­dürf­tig­keit eines jeden;

46 und indem sie am täg­li­chen Be­such des Tem­pels mit Ein­mü­tig­keit fest­hiel­ten und das Brot in den ein­zel­nen Häu­sern bra­chen, ge­nos­sen sie ihre (täg­li­che) Nah­rung mit Froh­lo­cken und in Her­zens­ein­falt,

47 prie­sen Gott und stan­den mit dem gan­zen Volk in gutem Ein­ver­neh­men. Der Herr aber fügte täg­lich sol­che, die ge­ret­tet wur­den, zu fes­tem An­schluss hinzu.

 


1) Tag des Pfingst­festes

Zitat aus der Tora:
(15) Hie­r­auf sollt ihr euch vom Tage nach dem Sab­bat an, von dem Tage an, wo ihr die We­be­gar­be dar­ge­bracht habt, sie­ben Wo­chen ab­zäh­len: volle Wo­chen sol­len es sein; (16) bis zu dem Tage, der auf den sieb­ten Sab­bat folgt, sollt ihr fünf­zig Tage ab­zäh­len und dann dem HERRN ein Speis­op­fer vom neuen Ge­trei­de dar­brin­gen. (3. Mose 23, 15.16)

• Die­ser Tag, fünf­zig Tage nach dem Passa, war in Je­ru­sa­lem auf Grund ver­schie­de­ner Wei­sun­gen der Tora ge­ra­de be­gan­gen wor­den. Hebr. 'Scha­wu­ot'; Wo­chen­fest.

• Das Wort 'Pfings­ten' ist vom griech. pentĕkonta = »fünfzig« ab­ge­lei­tet.

• Da es ein Wall­fahrts­fest ist, war Je­ru­sa­lem vol­ler Be­su­cher jü­di­schen Glau­bens ge­we­sen (Zitat aus der Tora):
(22) Auch das Wo­chen­fest sollst du fei­ern, näm­lich das Fest der Erst­lin­ge der Wei­zen­ern­te, sowie das Fest der Lese an der Wende des Jahres! – (23) Drei­mal im Jahr sol­len alle deine männ­li­chen Per­so­nen vor Gott dem HERRN, dem Gott Is­ra­els, er­schei­nen. (2. Mose 34, 22.23)

Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Pro­jekt.

Link zu 'Xiphos' (= Schwert; ge­meint das des Geis­tes): xiphos.org

Link zu 'Sword': crosswire.org

 

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