Heils­ge­schichtl. Rede und letzte Worte des Ste­pha­nus

Apg 7

Le­sung der 'Apos­tel­ge­schichte'

Apg 7

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Um 63 n. Chr.

Der Ho­he­pries­ter frag­te ihn nun: »Ver­hält sich dies so?«

Da ant­wor­te­te Ste­pha­nus: »Werte Brü­der und Väter, hört mich an! Der Gott der Herr­lich­keit er­schien un­serm Vater Abra­ham, als er noch in Me­so­po­ta­mi­en wohn­te, bevor er sich in Haran nie­der­ge­las­sen hatte,

und gebot ihm: ›Ver­lass dein Hei­mat­land und deine Ver­wandt­schaft und ziehe in das Land, das ich dir zei­gen werde!‹

Da wan­der­te er aus dem Lande der Chal­dä­er aus und ließ sich in Haran nie­der. Von dort ließ Gott ihn dann nach dem Tode sei­nes Va­ters in die­ses Land hier über­sie­deln, das ihr noch jetzt be­wohnt;

doch gab er ihm kei­nen fes­ten Be­sitz darin, auch nicht einen Fuß breit, ver­hieß ihm je­doch, er wolle es ihm und sei­ner Nach­kom­men­schaft spä­ter­hin zum Ei­gen­tum geben, ob­gleich er da­mals noch kein Kind hatte.

So lau­te­ten aber Got­tes Worte: ›Seine Nach­kom­men wer­den als Bei­sas­sen in einem frem­den Lande an­säs­sig sein, wo man sie vier­hun­dert Jahre lang knech­ten und miss­han­deln wird;

doch das Volk, dem sie als Knech­te die­nen wer­den, will ich rich­ten‹, sagte Gott; ›und hie­r­auf wer­den sie aus­zie­hen und mir an die­ser Stät­te die­nen.‹

Dann gab Gott ihm den Bund der Be­schnei­dung, und so wurde Abra­ham der Vater Isa­aks, den er am ach­ten Tage be­schnitt; Isaak wurde dann der Vater Ja­kobs und Jakob der Vater der zwölf Erz­vä­ter.

Weil dann aber die Erz­vä­ter auf Jo­seph nei­disch wur­den, ver­kauf­ten sie ihn nach Ägyp­ten; doch Gott war mit ihm

10 und ret­te­te ihn aus allen sei­nen Be­dräng­nis­sen und ver­lieh ihm Gnade und Weis­heit vor dem Pha­rao, dem ägyp­ti­schen König, der ihn zum Ge­bie­ter über Ägyp­ten und über sein gan­zes Haus ein­setzte.

11 Da kam eine Hun­gers­not und große Dran­gsal über das ganze Land Ägyp­ten und Ka­na­an, und un­se­re Väter hat­ten nichts zu essen.

12 Als aber Jakob er­fuhr, dass in Ägyp­ten Ge­trei­de zu haben sei, sand­te er un­se­re Väter zum ers­ten­mal hin.

13 Beim zwei­ten­mal gab sich dann Jo­seph sei­nen Brü­dern zu er­ken­nen, und Jo­sephs Her­kunft wurde dem Pha­rao be­kannt.

14 Joseph sand­te dann hin und ließ sei­nen Vater Jakob und seine ge­sam­te Ver­wandt­schaft holen, im gan­zen fünf­und­sie­ben­zig See­len.

15 So zog denn Jakob nach Ägyp­ten hinab, wo er starb und eben­so auch un­se­re Väter;

16 sie wur­den nach Si­chem über­führt und in dem Grabe bei­ge­setzt, das Abra­ham für eine Geld­sum­me von den Söh­nen He­mors in Si­chem ge­kauft hatte.«

17 »Je näher aber die Zeit der Ver­hei­ßung kam, die Gott dem Abra­ham zu­ge­sagt hatte, desto mehr wuchs das Volk in Ägyp­ten an und wurde zahl­reich,

18 bis ein an­de­r­er König zur Re­gie­rung über Ägyp­ten kam, der von Jo­seph nichts wusste.

19 Die­ser ver­fuhr arg­lis­tig gegen unser Volk und miss­han­del­te un­se­re Väter, so dass sie ihre neu­ge­bo­re­n­en Kin­der aus­set­zen muss­ten, damit sie nicht am Leben blei­ben soll­ten.

20 In die­ser Zeit wurde Mose ge­bo­ren und war ein aus­neh­mend schö­nes Kind; drei Mo­na­te lang wurde er im El­tern­hau­se auf­ge­zo­gen,

21 und als man ihn dann aus­ge­setzt hatte, nahm ihn die Toch­ter Pha­ra­os zu sich und erzog ihn für sich selbst zum Sohn.

22 So wurde denn Mose in aller Weis­heit der Ägyp­ter un­ter­rich­tet und war ge­wal­tig in sei­nen Wor­ten und Taten.

23 Als er aber volle vier­zig Jahre alt ge­wor­den war, stieg das Ver­lan­gen in ihm auf, sich ein­mal nach sei­nen Brü­dern, den Is­ra­e­li­ten, um­zu­se­hen;

24 und als er einen von ihnen sah, dem Un­recht ge­schah, leis­te­te er ihm Bei­stand und ver­schaff­te dem Miss­han­del­ten Ge­nug­tu­ung, indem er den Ägyp­ter er­schlug.

25 Dabei war er der Mei­nung, seine Volks­ge­nos­sen wür­den zu der Ein­sicht kom­men, dass Gott ihnen durch seine Hand Ret­tung schaf­fen würde; doch sie er­kann­ten es nicht.

26 Am fol­gen­den Tage kam er ge­ra­de dazu, als zwei von ihnen einen Streit mit­ein­an­der hat­ten; da woll­te er sie ver­söh­nen, damit sie Frie­den hiel­ten, indem er sagte: ›Ihr Män­ner, ihr seid doch Brü­der: warum tut ihr ein­an­der un­recht?‹

27 Der aber, wel­cher sei­nem Ge­nos­sen un­recht tat, stieß ihn zu­rück mit den Wor­ten: ›Wer hat dich zum Ober­haupt und Rich­ter über uns ein­ge­setzt?

28 Willst du mich etwa eben­so er­schla­gen, wie du ges­tern den Ägyp­ter er­schla­gen hast?‹

29 Um die­ses Wor­tes wil­len er­griff Mose die Flucht und lebte als Fremd­ling im Lande Mi­di­an, wo ihm zwei Söhne ge­bo­ren wur­den.

30 Als dann wie­der volle vier­zig Jahre ver­gan­gen waren, er­schien ihm in der Wüste des Ber­ges Sinai ein Engel in der Feu­er­flam­me eines Dorn­bu­sches.

31 Als Mose das sah, ver­wun­der­te er sich über die Er­schei­nung; als er aber näher hin­zu­trat, um ge­nau­er zu­zu­se­hen, er­scholl die Stim­me des Herrn:

32 ›Ich bin der Gott dei­ner Väter, der Gott Abra­hams, Isa­aks und Ja­kobs.‹ Da be­gann Mose zu zit­tern und wagte nicht, ge­nau­er hin­zu­se­hen.

33 Der Herr aber sagte zu ihm: ›Ziehe dir die Schu­he ab von den Füßen; denn die Stät­te, auf der du stehst, ist hei­li­ges Land.

34 Ich habe die Miss­hand­lung mei­nes Vol­kes in Ägyp­ten ge­se­hen und ihr Seuf­zen ge­hört; darum bin ich he­r­ab­ge­kom­men, sie zu er­ret­ten. Und jetzt komm: ich will dich nach Ägyp­ten sen­den!‹

35 Die­sen Mose, den sie ver­leug­net hat­ten, als sie sag­ten: ›Wer hat dich zum Ober­haupt und Rich­ter (über uns) ge­setzt?‹, eben die­sen hat Gott als Ober­haupt und Er­lö­ser ge­sandt durch die Ver­mitt­lung des En­gels, der ihm im Dorn­busch er­schie­nen war.

36 Die­ser ist es auch, der sie (aus dem Lande) weg­ge­führt hat, indem er Wun­der und Zei­chen im Lande Ägyp­ten und am Roten Meer sowie vier­zig Jahre lang in der Wüste tat.

37 Die­ser Mose ist es, der zu den Is­ra­e­li­ten ge­sagt hat: ›Einen Pro­phe­ten wie mich wird Gott euch aus euren Volks­ge­nos­sen er­wecken.‹

38 Die­ser ist es, der bei der Ge­mein­de­ver­samm­lung in der Wüste Ver­mitt­ler ge­we­sen ist zwi­schen dem Engel, der auf dem Berge Sinai zu ihm re­de­te, und zwi­schen un­sern Vä­tern, der­sel­be, der le­ben­di­ge Worte emp­fing, um sie uns mit­zu­tei­len.

39 Doch un­se­re Väter woll­ten ihm nicht ge­hor­sam sein; viel­mehr stie­ßen sie ihn von sich und sehn­ten sich nach Ägyp­ten zu­rück

40 und sag­ten zu Aaron: ›Mache uns Göt­ter, die vor uns her­zie­hen sol­len! Denn von die­sem Mose, der uns aus dem Lande Ägyp­ten he­r­aus­ge­führt hat, wis­sen wir nicht, was aus ihm ge­wor­den ist.‹

41 So mach­ten sie sich denn da­mals ein Stier­bild, brach­ten die­sem Göt­zen Opfer dar und hat­ten ihre Freu­de an den Wer­ken ihrer Hände.

42 Da wand­te Gott sich von ihnen ab und gab sie dahin, dass sie dem Ster­nen­heer des Him­mels dien­ten, wie im Buch der Pro­phe­ten ge­schrie­ben steht: ›Habt ihr etwa mir Schlacht­tie­re und Op­fer­ga­ben wäh­rend der vier­zig Jahre in der Wüste dar­ge­bracht, ihr vom Hause Is­rael?

43 Nein, das Zelt des Mo­loch und das Stern­bild des Got­tes Re­phan habt ihr ge­tra­gen, die Göt­zen­bil­der, die ihr zur An­be­tung an­ge­fer­tigt hat­tet; darum werde ich euch über Ba­by­lon hi­n­aus (in die Ver­ban­nung) weg­füh­ren las­sen.‹«

44 »Die Hütte des Zeug­nis­ses hat­ten un­se­re Väter in der Wüste so, wie Gott es an­ge­ord­net hatte, als er dem Mose gebot, sie nach dem Vor­bild, das er ge­se­hen hatte, her­zu­stel­len.

45 Diese (Hütte) haben un­se­re Väter dann auch über­nom­men und sie unter Josua in das Ge­biet der Hei­den­völ­ker ge­bracht, die Gott vor den Augen un­se­rer Väter ver­trieb; (und so blieb es) bis zur Zeit Davids.

46 Die­ser fand Gnade vor Gott und erbat es sich als Gunst, eine Woh­nung für den Gott Ja­kobs zu finden.

47 Aber erst Sa­lo­mo hat ihm ein Haus er­baut.

48 Doch der Höchs­te wohnt nicht in einem Bau, der von Men­schen­hand her­ge­stellt ist, wie der Pro­phet sagt:

49 ›Der Him­mel ist mein Thron und die Erde der Sche­mel mei­ner Füße. Was für ein Haus wäre es, das ihr mir bauen könn­tet?‹ – sagt der Herr – ›oder wel­ches wäre die Stät­te der Ruhe für mich?

50 Hat nicht meine Hand dies ganze Welt­all ge­schaf­fen?‹«

51 »O ihr Hals­star­ri­gen und an Herz und Ohren Un­be­schnit­te­n­en! Im­mer­fort wi­der­strebt ihr dem hei­li­gen Geist, wie eure Väter, so auch ihr.

52 Wo ist ein Pro­phet ge­we­sen, den eure Väter nicht ver­folgt haben? Und so haben sie auch die ge­tö­tet, wel­che das Kom­men des Ge­rech­ten vo­r­aus­ver­kün­digt haben, an dem ihr jetzt zu Ver­rä­tern und Mör­dern ge­wor­den seid.

53 Auf An­ord­nung von En­geln habt ihr das Ge­setz emp­fan­gen und es doch nicht ge­hal­ten!«

54 Als sie das hör­ten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie knirsch­ten mit den Zäh­nen gegen ihn.

55 Er aber, voll hei­li­gen Geis­tes, blick­te fest zum Him­mel empor, sah die Herr­lich­keit Got­tes und Jesus zur Rech­ten Got­tes ste­hen

56 und rief aus: »Ich sehe die Him­mel auf­ge­tan und den Men­schen­sohn zur Rech­ten Got­tes ste­hen!«

57 Da er­ho­ben sie ein lau­tes Ge­schrei, hiel­ten sich die Ohren zu und stürm­ten ein­mü­tig auf ihn los;

58 dann stie­ßen sie ihn zur Stadt hi­n­aus und stei­nig­ten ihn. Dabei leg­ten die Zeu­gen ihre Ober­ge­wän­der ab zu den Füßen eines jun­gen Man­nes mit Namen Saulus

59 und stei­nig­ten den Ste­pha­nus, der be­tend aus­rief: »Herr Jesus, nimm mei­nen Geist auf!«

60 Als­dann auf die Knie nie­der­ge­sun­ken, rief er noch laut aus: »Herr, rech­ne ihnen diese Sünde nicht zu!« Nach die­sen Wor­ten gab er sei­nen Geist auf.

 


Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
Ent­nom­men dem Xiphos / Sword -Pro­jekt.

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