„Im tiefsten Inneren eures Geistes­lebens“

Eph 4, 23 a

Le­sung aus dem Brief an die Ep­he­ser

Eph 4

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Um 61/62 n. Chr.

So er­mah­ne ich euch denn, ich, der Ge­fan­ge­ne im Herrn: Wan­delt wür­dig der Be­ru­fung, die an euch er­gan­gen ist,

mit aller Demut und Sanft­mut, mit Ge­duld als sol­che, die ein­an­der in Liebe er­tra­gen,

und seid eif­rig be­müht, die Ein­heit des Geis­tes durch das Band des Frie­dens zu er­halten:

ein Leib und ein Geist, wie ihr ja auch bei eurer Be­ru­fung auf­grund einer Hoff­nung be­ru­fen wor­den seid;

ein Herr, ein Glau­be, eine Taufe;

ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle (wirkt) und in allen (wohnt).

Jedem ein­zel­nen von uns aber ist die Gnade nach dem Maße ver­lie­hen wor­den, wie Chris­tus sie ihm zu­ge­teilt hat.

Daher heißt es ja auch: »Auf­ge­stie­gen in die Höhe, hat er Ge­fan­ge­ne weg­ge­führt und den Men­schen Gaben ver­lie­hen.«

Dass er aber hi­n­auf­ge­stie­gen ist, wel­chen Sinn hat das als den, dass er auch (zuvor) in die nie­de­ren Ge­gen­den der Erde hi­n­ab­ge­stie­gen ist?

10 Er, der Hi­n­ab­ge­stie­ge­ne, ist der­sel­be, der hoch über alle Him­mel hi­n­aus auf­ge­stie­gen ist, um das ganze Welt­all zu er­fül­len.

11 Und eben die­ser ist es auch, der die einen zu Apos­teln be­stellt hat, an­de­re zu Pro­phe­ten, an­de­re zu Evan­ge­lis­ten, noch an­de­re zu Hir­ten und Leh­rern,

12 um die Hei­li­gen tüch­tig zu ma­chen für die Aus­ü­bung des Ge­mein­de­diens­tes, für die Er­bau­ung des Lei­bes Christi,

13 bis wir end­lich al­le­samt zur Ein­heit des Glau­bens und der Er­kennt­nis des Soh­nes Got­tes ge­lan­gen, zur voll­kom­me­nen Man­nes­rei­fe, zum Voll­maß des Wuch­ses in der Fülle Christi.

14 Denn wir sol­len nicht län­ger un­mün­di­ge Kin­der sein, die von jedem Wind der Lehre durch das Trug­spiel der Men­schen, die mit Arg­list auf Ir­re­füh­rung aus­ge­hen, wie Mee­res­wo­gen hin und her ge­wor­fen und um­her­ge­trie­ben wer­den;

15 viel­mehr sol­len wir, die Wahr­heit übend, in Liebe in allen Stü­cken in ihn hi­n­ein­wach­sen, der das Haupt ist, Christus;

16 denn von ihm aus wird der ganze Leib fest zu­sam­men­ge­fügt und zu­sam­men­ge­hal­ten und voll­zieht durch jedes Glied, das sei­nen Dienst nach der Wirk­sam­keit ver­rich­tet, die dem Maß jedes ein­zel­nen Tei­les ent­spricht, das Wachs­tum des Lei­bes zu sei­nem ei­ge­nen Auf­bau in Liebe.


17 So sage ich also fol­gen­des und spre­che die ern­s­te Mah­nung im Herrn aus: Wan­delt nicht mehr so, wie die Hei­den in der Nich­tig­keit ihres Sin­nes wan­deln!

18 Sie sind ja in ihrem (gan­zen) Den­ken ver­fins­tert, dem Leben Got­tes ent­frem­det in­fol­ge der Un­wis­sen­heit, die in ihnen wegen der Ver­stockt­heit ihres Her­zens wohnt.

19 Sitt­lich völ­lig ab­ge­stumpft, haben sie sich dem Ge­nuss­le­ben hin­ge­ge­ben zur Ver­ü­bung jeder Art von Un­sitt­lich­keit in Ver­bin­dung mit Hab­gier.

20 Ihr aber habt Chris­tus nicht so ken­nen­ge­lernt,

21 wenn ihr über­haupt von ihm ge­hört habt und in ihm so un­ter­wie­sen wor­den seid, wie es Wahr­heit in Jesus ist:

22 dass ihr näm­lich im Hin­blick auf den frü­he­ren Le­bens­wan­del den alten Men­schen ab­le­gen müsst, der sich in­fol­ge der trü­ge­ri­schen Be­gier­den zu­grun­de rich­tet,

23 dass ihr da­ge­gen im tief­sten In­ne­ren eures Geis­tes­le­bens er­neu­ert wer­den müsst

24 und den neuen Men­schen an­zie­het, der nach Got­tes Eben­bild ge­schaf­fen ist in wahr­haf­ter Ge­rech­tig­keit und Rein­heit.


25 Darum leget die Lüge ab und »redet die Wahr­heit, ein jeder mit sei­nem Nächs­ten«; wir sind ja un­ter­ein­an­der Glie­der (des­sel­ben Lei­bes). –

26 »Zür­net ihr, so sün­di­get dabei nicht«; lasst die Sonne über eurem Zorn nicht un­ter­ge­hen

27 und gebt dem Ver­leum­der kei­nen Raum! –

28 Der Dieb steh­le fort­an nicht mehr, son­dern ar­bei­te viel­mehr an­ge­strengt und er­wer­be mit sei­ner Hände Ar­beit das Gute, damit er im­stan­de ist, den Not­lei­den­den zu un­ter­stüt­zen. –

29 Lasst keine faule Rede aus eurem Munde her­vor­ge­hen, son­dern nur eine sol­che, die da, wo es not­tut, zur Er­bau­ung dient, damit sie den Hö­rern Segen bringe.

30 Und be­trübt nicht den hei­li­gen Geist Got­tes, mit dem ihr auf den Tag der Er­lö­sung ver­sie­gelt seid. –

31 Alle Bit­ter­keit, aller Zorn und Groll, alles Schrei­en und Schmä­hen sei aus eurer Mitte weg­ge­tan, über­haupt alles bos­haf­te Wesen.

32 Zeigt euch viel­mehr gütig und herz­lich ge­gen­ein­an­der, und ver­gebt einer dem an­dern, wie auch Gott euch in Chris­tus ver­ge­ben hat!

 


Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
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