Eph 5
Um 61/62 n. Chr.
1 Folgt also dem Vorbild Gottes nach als (von ihm) geliebte Kinder
2 und wandelt in der Liebe, wie auch Christus euch geliebt und sich selbst für uns als Weihegabe und Opfer dargebracht hat, Gott zu einem lieblichen Wohlgeruch.
3 Unzucht aber und Unsittlichkeit jeder Art oder Geldgier dürfen bei euch nicht einmal mit Namen erwähnt werden, wie es sich für Heilige geziemt,
4 ebensowenig unanständiges Wesen und fades Geschwätz oder leichtfertige Witze, die sich für euch nicht schicken würden, statt dessen vielmehr Danksagung.
5 Denn das wisst und erkennt ihr wohl, dass kein Unzüchtiger und Unsittlicher, kein Geldgieriger – das ist gleichbedeutend mit Götzendiener – ein Erbteil im Reiche Christi und Gottes hat.
6 Lasst euch von niemand durch leere Worte1 betrügen; denn um solcher Dinge willen kommt Gottes Zorn über die Ungehorsamen.
7 Macht euch daher nicht zu ihren Mitgenossen;
8 denn früher seid ihr zwar Finsternis gewesen, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn: führt euren Wandel als Kinder des Lichts –
9 die Frucht des Lichts erweist sich nämlich in lauter Gütigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit –,
10 und prüfet dabei, was dem Herrn wohlgefällig ist.
11 Habt auch nichts zu tun mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, legt vielmehr missbilligend Zeugnis gegen sie ab;
12 denn was im Verborgenen von ihnen getrieben wird, davon auch nur zu reden2 ist schandbar.
13 Das alles wird aber, wenn es aufgedeckt wird, vom Licht getroffen und offenbar gemacht; denn alles, was offenbar gemacht wird, ist Licht.
14 Daher heißt es auch: »Wache auf, du Schläfer, und stehe auf von den Toten! Dann wird Christus dir aufleuchten.«
15 Achtet also genau darauf, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise,
16 indem ihr die Zeit auskauft,3 denn die Tage sind böse.
17 Darum zeigt euch nicht unverständig, sondern sucht zu verstehen, welches der Wille des Herrn ist.
18 Berauscht euch auch nicht an Wein, was zur Liederlichkeit führt, sondern werdet voll Geistes,
19 so dass ihr zueinander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern redet und dem Herrn in eurem Herzen singt und spielt;
20 und sagt Gott dem Vater allezeit Dank für alles im Namen unsers Herrn Jesus Christus.
21 Ordnet euch einander unter, wie es die Furcht vor Christus verlangt:
22 Die Frauen seien ihren Ehemännern untertan, als gälte es dem Herrn;
23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, ebenso wie Christus das Haupt der Gemeinde ist, er freilich ist (zugleich) der Retter seines Leibes;
24 dennoch, wie die Gemeinde (dem Herrn) Christus untertan ist, so sollen es auch die Frauen ihren Männern in jeder Beziehung sein.
25 Ihr Männer, liebet eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich für sie dahingegeben hat,
26 um sie zu heiligen, nachdem er sie durch das Wasserbad im Wort gereinigt hat,
27 um so die Gemeinde für sich selbst in herrlicher Schönheit hinzustellen, ohne Flecken und Runzeln oder irgendeinen derartigen Fehler, vielmehr so, dass sie heilig und ohne Tadel sei.
28 Ebenso sind auch die Männer verpflichtet, ihre Frauen wie ihre eigenen Leiber zu lieben. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst;
29 es hat ja doch noch nie ein Mensch sein eigenes Fleisch gehasst, sondern jeder hegt und pflegt es, ebenso wie Christus es mit der Gemeinde tut,
30 denn wir sind Glieder seines Leibes, Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinem Bein.
31 »Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und die beiden werden ein Fleisch sein.«
32 Hier liegt ein großes Geheimnis vor; ich deute es auf Christus und die Gemeinde.
33 Doch wie dem auch sei: auch bei euch soll ein jeder seine Frau so lieben wie sich selbst; die Frau aber soll ihrem Manne mit Furcht begegnen.4
1) leere Worte
Aussagen, die von Gottes Wort her nur scheinbar abgedeckt sind; so etwas wie ungedeckte Schecks. Klingen jedoch fromm!
2) davon auch nur zu reden ist schandbar
Man soll sich nicht im Geheimen auf Dinge verabreden, die bei Licht besehen übel sind, und letztendlich für das Reich Gottes, schon in den Versammlungen auf Erden, fruchtleer bleiben werden.
3) … indem ihr die Zeit auskauft, …
Diese Formulierung ist heute nicht mehr üblich. Hier zwei zeitgenössische Übersetzungs-Beispiele:
a) „… indem ihr die gelegene Zeit gut ausnützt, …“
(aus: EDITION C Bibelkommentar, © 1996 und 2007 Hänssler Verlag)
b) „… making the most of every opportunity, …“
(aus: The Holy Bible, New International Version, © 1973, 1978 International Bible Society)
c) Indem man auf Geld verzichtet bzw. Geld ausgibt, um die nötige Zeit für das Leben in Christus frei zu bekommen.
(eigene Auslegung)
4) Mann und Frau in Christus nach Auffassung eines jüdischen Gelehrten (Auszug):
„In Ehen, in denen beide Partner auf Gott sehen, kann es auch zum Streit kommen, doch dieser Streit wird ein anderes Gesicht haben, denn er findet zwischen einem Mann statt, der bereit ist, in Liebe eine zweite Meile mitzugehen, und einer Frau, die bereit ist, in Unterwerfung eine zweite Meile mitzugehen. In solchen Ehen ist Jeschua der dritte Partner; wie ein Magnet über eisernen Spänen bringt er die Dinge auf den rechten Weg.“
(aus: 'Kommentar zum Jüdischen Neuen Testament' von David H. Stern, © Copyright der deutschen Ausgabe 1996 by Hänssler Verlag)
Anm.: Wenn Jesus dabei ist, wird aus Wasser Wein.
Siehe: die Hochzeit zu Kanaa.
Verwendeter Text: Menge-Bibel (1939)
Entnommen dem Xiphos / Sword -Projekt.
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