„Führt euren Wandel als Kinder des Lichts“

Eph 5, 8 b

Le­sung aus dem Brief an die Ep­he­ser

Eph 5

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Um 61/62 n. Chr.

Folgt also dem Vor­bild Got­tes nach als (von ihm) ge­lieb­te Kin­der

und wan­delt in der Liebe, wie auch Chris­tus euch ge­liebt und sich selbst für uns als Wei­he­ga­be und Opfer dar­ge­bracht hat, Gott zu einem lieb­li­chen Wohl­ge­ruch.

Un­zucht aber und Un­sitt­lich­keit jeder Art oder Geld­gier dür­fen bei euch nicht ein­mal mit Namen er­wähnt wer­den, wie es sich für Hei­li­ge ge­ziemt,

eben­so­we­nig un­an­stän­di­ges Wesen und fades Ge­schwätz oder leicht­fer­ti­ge Witze, die sich für euch nicht schi­cken wür­den, statt des­sen viel­mehr Dank­sa­gung.

Denn das wisst und er­kennt ihr wohl, dass kein Un­züch­ti­ger und Un­sitt­li­cher, kein Geld­gie­ri­ger – das ist gleich­be­deu­tend mit Göt­zen­die­ner – ein Erb­teil im Rei­che Chris­ti und Got­tes hat.

Lasst euch von nie­mand durch leere Worte1 be­trü­gen; denn um sol­cher Dinge wil­len kommt Got­tes Zorn über die Un­ge­hor­sa­men.

Macht euch daher nicht zu ihren Mit­ge­nos­sen;

denn frü­her seid ihr zwar Fins­ter­nis ge­we­sen, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn: führt euren Wan­del als Kin­der des Lichts –

die Frucht des Lichts er­weist sich näm­lich in lau­ter Gü­tig­keit, Ge­rech­tig­keit und Wahr­heit –,

10 und prü­fet dabei, was dem Herrn wohl­ge­fäl­lig ist.

11 Habt auch nichts zu tun mit den un­frucht­ba­ren Wer­ken der Fins­ter­nis, legt viel­mehr miss­bil­li­gend Zeug­nis gegen sie ab;

12 denn was im Ver­bor­ge­n­en von ihnen ge­trie­ben wird, davon auch nur zu reden2 ist schand­bar.

13 Das alles wird aber, wenn es auf­ge­deckt wird, vom Licht ge­trof­fen und of­fen­bar ge­macht; denn alles, was of­fen­bar ge­macht wird, ist Licht.

14 Daher heißt es auch: »Wache auf, du Schlä­fer, und stehe auf von den Toten! Dann wird Chris­tus dir auf­leuch­ten.«

15 Achtet also genau da­r­auf, wie ihr wan­delt, nicht als Un­wei­se, son­dern als Weise,

16 indem ihr die Zeit aus­kauft,3 denn die Tage sind böse.

17 Darum zeigt euch nicht un­ver­stän­dig, son­dern sucht zu ver­ste­hen, wel­ches der Wille des Herrn ist.

18 Be­rauscht euch auch nicht an Wein, was zur Lie­der­lich­keit führt, son­dern wer­det voll Geis­tes,

19 so dass ihr zu­ein­an­der mit Psal­men, Lob­ge­sän­gen und geist­li­chen Lie­dern redet und dem Herrn in eurem Her­zen singt und spielt;

20 und sagt Gott dem Vater al­le­zeit Dank für alles im Namen un­sers Herrn Jesus Chris­tus.


21 Ord­net euch ein­an­der unter, wie es die Furcht vor Chris­tus ver­langt:

22 Die Frau­en seien ihren Ehe­män­nern un­ter­tan, als gälte es dem Herrn;

23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, eben­so wie Chris­tus das Haupt der Ge­mein­de ist, er frei­lich ist (zu­gleich) der Ret­ter sei­nes Lei­bes;

24 den­noch, wie die Ge­mein­de (dem Herrn) Chris­tus un­ter­tan ist, so sol­len es auch die Frau­en ihren Män­nern in jeder Be­zie­hung sein.

25 Ihr Män­ner, lie­bet eure Frau­en, wie auch Chris­tus die Ge­mein­de ge­liebt und sich für sie da­hin­ge­ge­ben hat,

26 um sie zu hei­li­gen, nach­dem er sie durch das Was­ser­bad im Wort ge­rei­nigt hat,

27 um so die Ge­mein­de für sich selbst in herr­li­cher Schön­heit hin­zu­stel­len, ohne Fle­cken und Run­zeln oder ir­gend­ei­nen der­ar­ti­gen Feh­ler, viel­mehr so, dass sie hei­lig und ohne Tadel sei.

28 Eben­so sind auch die Män­ner ver­pflich­tet, ihre Frau­en wie ihre ei­ge­n­en Lei­ber zu lie­ben. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst;

29 es hat ja doch noch nie ein Mensch sein ei­ge­nes Fleisch ge­hasst, son­dern jeder hegt und pflegt es, eben­so wie Chris­tus es mit der Ge­mein­de tut,

30 denn wir sind Glie­der sei­nes Lei­bes, Fleisch von sei­nem Fleisch und Bein von sei­nem Bein.

31 »Des­halb wird ein Mann Vater und Mut­ter ver­las­sen und sei­nem Weibe an­han­gen, und die bei­den wer­den ein Fleisch sein.«

32 Hier liegt ein gro­ßes Ge­heim­nis vor; ich deute es auf Chris­tus und die Ge­mein­de.

33 Doch wie dem auch sei: auch bei euch soll ein jeder seine Frau so lie­ben wie sich selbst; die Frau aber soll ihrem Manne mit Furcht be­geg­nen.4

 


1) leere Worte
Aus­sa­gen, die von Got­tes Wort her nur schein­bar ab­ge­deckt sind; so etwas wie un­ge­deck­te Schecks. Klin­gen je­doch fromm!

2) davon auch nur zu reden ist schand­bar
Man soll sich nicht im Ge­hei­men auf Dinge ver­ab­re­den, die bei Licht be­se­hen übel sind, und letzt­end­lich für das Reich Got­tes, schon in den Ver­samm­lun­gen auf Erden, frucht­leer blei­ben wer­den.

3) … indem ihr die Zeit aus­kauft, …
Diese For­mu­lie­rung ist heute nicht mehr üb­lich. Hier zwei zeit­ge­nös­si­sche Über­set­zungs-Bei­spiele:
a) „… indem ihr die ge­le­ge­ne Zeit gut aus­nützt, …“
(aus: EDI­TI­ON C Bi­bel­kom­men­tar, © 1996 und 2007 Hänss­ler Ver­lag)
b) „… ma­king the most of eve­ry op­por­tu­ni­ty, …“
(aus: The Holy Bible, New In­ter­na­ti­o­nal Ver­sion, © 1973, 1978 In­ter­na­ti­o­nal Bible So­ciety)
c) Indem man auf Geld ver­zich­tet bzw. Geld aus­gibt, um die nö­ti­ge Zeit für das Leben in Chris­tus frei zu be­kom­men.
(ei­ge­ne Aus­le­gung)

4) Mann und Frau in Chris­tus nach Auf­fas­sung eines jü­di­schen Ge­lehr­ten (Auszug):
„In Ehen, in denen beide Part­ner auf Gott sehen, kann es auch zum Streit kom­men, doch die­ser Streit wird ein an­de­res Ge­sicht haben, denn er fin­det zwi­schen einem Mann statt, der be­reit ist, in Liebe eine zwei­te Meile mit­zu­ge­hen, und einer Frau, die be­reit ist, in Un­ter­wer­fung eine zwei­te Meile mit­zu­ge­hen. In sol­chen Ehen ist Je­schua der drit­te Part­ner; wie ein Mag­net über ei­ser­nen Spä­nen bringt er die Dinge auf den rech­ten Weg.“
(aus: 'Kom­men­tar zum Jü­di­schen Neuen Tes­ta­ment' von David H. Stern, © Copy­right der deut­schen Aus­ga­be 1996 by Hänss­ler Ver­lag)

Anm.: Wenn Jesus dabei ist, wird aus Was­ser Wein.
Siehe: die Hochzeit zu Kanaa.

Verwen­de­ter Text: Menge-Bibel (1939)
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